Immer Ärger um Lkw-Verkehr in Küntrop

Der Lkw-Verkehr verringert die Lebensqualität der Anwohner der Garbecker Straße. - Foto: Symbolbild.

Neuenrade/Küntrop - Am Ende wird die Großmaßnahme wohl einen zweistelligen Millionenbetrag verschlungen haben. So viel Geld nimmt der Märkische Kreis immerhin in die Hand, um die Verkehrsituation rund um den Industriekomplex Neuenrade-Küntrop/Garbeck zu entschärfen und um den Komplex zukunftsfähig zu machen.

Entlastung soll der Ausbau der K12/k14 bringen. Es wurde eine neue Mini-Umgehungsstraße gebaut, die Eisenbahnüberführung wurde neu errichtet. All das soll auch den gebeutelten Küntropern dienen, die seit vielen Jahren unter dem immer mehr zunehmenden Lkw-Verkehr zu leiden haben. Die gewaltige Baumaßnahme neigt sich dem Ende zu. Es gibt Aussagen seitens des Märkischen Kreises, dass im Herbst wohl alles fertiggestellt sein werde. Eigentlich sollte alles gut sein, doch die Küntroper – vor allem jene, die entlang der Garbecker Straße wohnen, leiden.

Private Zählungen sprechen von 150 bis 200 Lastwagen pro Tag

Private Zählungen offenbaren, dass trotz des Durchfahrt-Verboten-Schildes zwischen 150 und 200 Lastwagen an einem Arbeitstag über die Garbecker Straße donnern. Dabei gibt es jene neue Industriestraße, die eine Entlastung bringen würde, doch ein guter Teil der Lastwagenfahrer nutzt den neuen Weg nicht. Zum einen, weil die Beschilderung aus Richtung Bundestraße interpretationsfähig ist. Für Lastwagen ist Durchfahrt verboten. Aber für Anlieger ist die Durchfahrt frei. Darauf weisen Lkw-Fahrer gerne hin, wenn denn die Polizei kontrolliert. Denn das Industriegebiet gehört zweifellos zu Küntrop. Die Rückfahrt zur Bundesstraße scheint auch interpretationsfähig. Hinzu kommt, dass eben durch den K14-Ausbau Baustellenfahrzeuge unterwegs sind. Und die Durchfahrt für Lkw und Co ganz zu verbieten, scheint unsinnig. Weder Wohnwagengespanne noch Traktoren dürfen dann dort fahren.

Nun kocht die Angelegenheit aktuell wieder massiv hoch. Anwohner Heinz Peter Barnowski lässt nicht locker, recherchiert, stellt Anträge und versucht mit den Mitteln eines Bürger eine Verbesserung zu erreichen. Es gab Bürgermeistergespräche, Anfragen im Rat, das städtische Bauamt kümmert sich seit Jahren. Um den Lastwagenfahrern, die zum Teil mit veralteten oder nicht aktuellen Navis unterwegs sind, Hilfestellung zu geben, wurde über große Hinweisschilder nach gedacht. Die Stadtverwaltung konzipierte große Hinweisschilder, stellte sie schon vor beim Märkischen Kreis.

Versammlungen im Zuge des Wahlkampfs

Nun hängen sich auch die Parteien kräftig rein. Im Zuge des Wahlkampfes wird zu Versammlungen eingeladen. Unlängst präsentierte sich die FWG in Küntrop, dort wurde das Thema natürlich auch aufgebracht, jene von der Stadtverwaltung konzipierte Hinweisschilder präsentiert, Hilfe versprochen. Dirk Bröske, FWG-Kandidat, besuchte nochmal extra mit einem Schreiben die Firmeninhaber, machte auf die Problematik nochmal aufmerksam, verteilte Flyer mit einer modifizierten Hinweisschilderversion. Die Firmeninhaber waren offenbar schon von Anwohnern sensibilisiert worden, Bröske wurde positiv aufgenommen, bei Stauff gar, so berichtet Bröske, habe man schon länger Umfahrungsempfehlungen für Lieferanten. Bröske jedenfalls zitierte Firmeninhaber, die von verzweifelten Kunden und Lieferanten berichteten, die sich offenbar im Garbecker/Blintroper/Balver Outback hoffnungslos verfranzt hatten. Unternehmer schlugen laut Bröske vor, dass am Hüttenweg, Einmündung Drostenfeld ein Wegweiser – Industriegebiet Küntrop – aufgestellt werden könne.

Auch die CDU hatte Donnerstag zur Versammlung in Küntrop eingeladen. Die Garbecker Straße sollte natürlich Thema sein.

Stadtverwaltung kann Ärger der Anwohner verstehen

Bei der Neuenrader Stadtverwaltung kann man den Ärger der Anwohner verstehen. Lange Zeit hätten die Anwohner stillhalten müssen. Bei der Verwaltung ist man jedenfalls schon genervt ob dieser Verstimmungen im Ortsteil. Bürgermeister Klaus Peter Sasse sagte, sein Eindruck sei, dass man immer wieder in die Pflicht genommen werde. Fast würde einem schon Untätigkeit vorgeworfen. Dabei liege es auch an der Zustimmung des Märkischen Kreises, ob denn ein überdimensioniertes Hinweisschild aufgestellt werden könne. Bauamtsleiter Marcus Henninger wies darauf hin, dass man bereits im November vergangenen Jahres einen Antrag dafür gestellt habe, doch bislang sei weder eine Bewilligung gekommen, noch habe man einen Hinweis erhalten, dass man aus diesem oder jenem Grund das Schild nicht aufstellen dürfe. Bürgermeister Sasse jedenfalls ärgert sich. Das käme mit auf die Liste, wo der Märkische Kreis mit Untätigkeit glänze. „Das Schlimme ist, man hat das Gefühl, es interessiert keinen, es bleibt liegen“. So war der Sachbearbeiter zum Pressetermin auf Einladung nicht erschienen. Was auch den Bürgermeister ärgerte. „Das ist doch kein Umgang miteinander“.

Beim Märkischen Kreis ließ man den Vorgang zu dem Schild zunächst unkommentiert. Vielmehr hieß es, dass man nach Lösungen suchen wolle und verwies auf einen Ortstermin am Dienstag: Stadt, Polizei, Vertreter des Märkischen Kreises und Anwohner sind eingeladen. - von Peter von der Beck

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