Video über Aktion am Sonntag online!

Mika Schnabel (17): "Hilfe der Leute macht viel Mut!"

NEUENRADE - "Ich habe echt tolle Freude", sagt Mika. "Auf die ist Verlass." Es ist ein mutiger, junger Mann, der das sagt. Und einer, der hofft. Er hofft auf seine Rettung. Und er hofft auf viele Menschen, die an diesem Sonntag nach Neuenrade kommen.

"Für Mika und andere" - Typisierungsaktion am Sonntag

In der Neuenrader Mehrfachsporthalle Niederheide findet am Sonntag, 17. März, zwischen 11 und 17 Uhr eine große Registrierungsaktion statt, um möglicherweise einen Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten Jungen zu finden. Vielleicht ist Mikas Retter dabei. Im Interview mit Boten-Redakteuerin Susanne Fischer-Bolz sprach der 17-Jährige über seine Krankheit.

Mika, vielen Dank, dass Sie bereit sind, mir ein paar Fragen zu beantworten. Im Moment ist die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen?

Mika Schnabel: Soweit ganz okay.

Ist es Ihnen schwergefallen, mit Ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen und damit die Ängste und die Verletzlichkeit zu zeigen?

Mika: In erster Linie soll der Gang in die Öffentlichkeit die Krankheit Leukämie in das Bewusstsein der Menschen rücken und sie animieren, sich typisieren zu lassen. Ich möchte natürlich selbst einen Stammzellspender finden, aber auch, dass andere Betroffene einen Spender finden. Es geht ja nicht nur um mich.

Ein Teenager will Sport treiben, in die Disko gehen, den Führerschein machen. Ist es das, was Ihnen jetzt gerade besonders fehlt? Oder waren und sind Sie jemand, der immer mutig nach vorne schaut?

Mika: Klar muss ich auf einiges verzichten, aber neulich habe ich ganz normal ein Meisterschaftsspiel bestritten. Und ich habe einen Termin für die praktische Führerscheinprüfung gemacht. Ich blicke also optimistisch nach vorn.

Kurz vor dem Weihnachtsfest 2012 wurde die Rückkehr des Krebses diagnostiziert. Wie schafft man es in so einem Augenblick, nicht komplett zu verzweifeln?

Mika: Meine Familie und Freunde waren damals und sind mir immer noch ein großer Rückhalt.

Welche Behandlungen mussten Sie jetzt erneut über sich ergehen lassen? Und warum schlägt die Chemotherapie nicht an, wie erhofft?

Mika: Das ist schwer zu erklären. Ich versuche es mal mit einfachen Worten: Bei der Chemotherapie vor drei Jahren hat sich eine kranke Zelle so gut versteckt, dass sie mich jetzt wieder krank gemacht hat. Weil ihr damals die Tarnung schon so gut gelungen ist - sie so resistent war -, ist es jetzt umso schwerer, die Krankheit zu bekämpfen.

Was ist mit der Schule? Ist die im Moment komplett außen vor oder bekommen Sie den Stoff per E-Mail nach Hause?

Mika: Wenn es eben geht, versuche ich, zur Schule zu gehen. Ein bisschen Alltag tut gut. Ansonsten lerne ich zu Hause.

Eine Stammzellenspende kann Ihnen helfen. Der Spender muss in acht Gewebemerkmalen mit dem Patienten übereinstimmen. Es ist eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, oder?

Mika: Ja, deshalb hoffe ich, dass viele Menschen helfen, sie zu finden. Aber ich bin da zuversichtlich.

Unzählige Menschen möchten Ihnen helfen, organisieren Waffel-Verkäufe und Info-Stände. Sportler nutzen ihre Sportveranstaltungen, um Spenden für Knochenmark-Typisierungen zu sammeln. Es ist eine Welle der Hilfsbereitschaft. Sind Sie überrascht, wie viele Menschen Anteil an Ihrem Schicksal nehmen?

Mika: Ja, das hat mich wirklich überrascht. Es macht mir aber auch viel Mut.

Ein XXL-Kleinohrhase wurde versteigert. Verfolgen Sie alle Aktionen, alle guten Ideen?

Mika: Das sind so viele Aktionen, die kann man fast gar nicht alle verfolgen. Meine Schwester Dana gibt mir aber von vielen eine Rückmeldung.

Die Typisierungsaktion ist am kommenden Sonntag von 11 bis 17 Uhr in der Sporthalle Niederheide in Neuenrade. Wird Ihre Familie auch vor Ort sein? Sie selbst sicher nicht, oder?

Mika: Aus meiner Familie werden sicher einige da sein. Ich muss große Menschenansammlungen momentan nach Möglichkeit meiden. Aber ich bin echt gespannt und neugierig, wie das wohl wird. Vielleicht gucke ich mal kurz rein.

Haben Sie im Moment die Kraft, Besuch von Freunden zu bekommen?

Mika: Ja, die kommen auch. Wir gehen essen, albern rum, gucken Filme oder spielen Playstation -- wie sonst auch.

Man sagt ja, dass man erst in der Not die wahren Freunde kennenlernt. Haben Sie in dieser Hinsicht auch Ihre Erfahrungen gesammelt?

Mika: Ich habe echt tolle Freunde. Auf die ist Verlass.

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