Leukämie-Erkrankung

Mika Schnabel sucht seinen Retter

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Mika Schnabel, als er noch gesund war. Er benötigt einen Spender. Eine Typisierungsaktion ist geplant.

NEUENRADE ▪ Ein ansteckendes, sympathisches Lächeln zeichnet ihn aus. Er ist beliebt, ein feiner Kerl. Viele kennen den jungen Menschen mit der blondbraunen Mähne mit dem Tischtennisschläger in der Hand. Jetzt kämpft er um sein Leben – Mika Schnabel hat Leukämie und sucht dringend einen Stammzellenspender.

Mika Schnabel ist 17 Jahre alt. Vor drei Jahren wurde beim ihm der so genannte Blutkrebs festgestellt. Eine intensive Behandlung schien Erfolg zu haben. Mika kam wieder auf die Beine, hatte seine Akkus wieder aufgeladen, spielte wieder Tischtennis und schien den Kampf gegen den Krebs tatsächlich gewonnen zu haben. Kurz vor dem Weihnachtsfest 2012 wurde dann die Rückkehr des Krebses diagnostiziert. Die üblichen Behandlungen sprachen nicht wie erhofft an. Eine Stammzellenspende bietet jetzt die größten Heilungschancen.

Die Familie Schnabel versucht nun alles, um einen potenziellen Spender ausfindig zu machen. Das Problem: Der Spender muss in acht Gewebemerkmalen mit dem Patienten übereinstimmen. Weil aber mehr als 3600 Merkmale bekannt sind, gestaltet sich die Suche enorm schwierig. Grundsätzlich gilt: Je mehr Menschen sich typisieren lassen (aufgrund einer Blutspende analysieren lassen), umso größer sind die Chancen für alle Suchenden, einen Spender zu finden.

Am Samstagabend nutzte Mikas Schwester Dana Schnabel im Rahmen des Heimspiels der Werdohler Handballer die Gelegenheit, auf eine geplante Typisierungsaktion aufmerksam zu machen. Sämtliche Vorbereitungen und die eigentliche Aktion sollen möglichst rasch, geplant sind vier bis fünf Wochen, realisiert werden.

Es gibt zwei Methoden Stammzellen zu spenden. In acht von zehn Fällen reicht es aus, Stammzellen aus dem Blutkreislauf zu entnehmen. Dieses Verfahren wird ambulant durchgeführt. Eher selten ist die Spende unter Vollnarkose. Dabei wird aus dem Beckenkamm (nicht aus dem Rückenmark) ein Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen.

Unterstützt wird die Familie Schnabel von der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, die auch die Typisierung vornehmen wird. Weil jede Typisierung 50 Euro kostet, muss für Mikas Leben Geld gesammelt werden. Die HSV und die Neuenrader Tischtennisabteilung haben sofort ihre Unterstützung angeboten. Beim nächsten Heimspiel der HSV am 2. März wird ein Info-Stand in der Rieseihalle stehen. Weitere Aktionen sind geplant. Vereine, Institutionen, die ganze Bevölkerung ist aufgerufen, sich für das Leben anderer einzusetzen. „Helfen Sie mit“, bittet Dana Schnabel, die unter der E-mail-Adresse frl.outstanding@gmx.de zu erreichen ist.

Von Markus Jentzsch

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