Zum letzten Mal am „alten“ Gerätehaus

Einmal im Korb des modernen Hubrettungsrüstwagens stehen. Das machte den Kindern und Eltern gleichermaßen Spaß.

KÜNTROP ▪ Feuerwehrmänner leisten Enormes: Sie bergen, retten, schützen und löschen, und gehen dabei physisch wie psychisch an ihre Grenzen. Von Markus Jentzsch

Wie groß die körperlichen Belastungen sind, davon verschafften sich gestern beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Küntrop einige Gäste einen persönlichen Eindruck. In Vierer-Gruppen nahmen die Teams an einer Kraftübung teil. Sie mussten eine Tragkraftspritze, eine ebenso leistungsstarke wie schwergewichtige Wasserpumpe, die es einsatzbereit auf 189 Kilogramm bringt, so lange wie möglich hochhalten. Während die Teilnehmer immerhin ein Ziel in Form des Siegerpreises vor Augen hatten, tragen die Feuerwehrmänner das wichtige Gerät im Notfall quer durchs Gelände und stellen damit die Wasserversorgung her.

Es sei eine Abschiedsparty, meinte der Ortsvorsteher Ludger Stracke während seiner Ansprache mit Blick auf den bevorstehenden Umzug in das neue Feuerwehrgerätehaus und fasste die mehr als 80-jährige Geschichte der Küntroper Brandbekämpfer in Stichpunkten zusammen. 1927 nahm alles seinen Anfang. Damals noch in einer Halle, die ungefähr die Größe einer Garage hatte – gegenüber dem künftigen Domizil an der Bundesstraße. In den 50er Jahren entstand das bis heute genutzte Gebäude, 1976 kam ein Anbau dazu, in dem die modernen Fahrzeuge Platz fanden. Der Wechsel an den neuen Standort soll noch in diesem Jahr vollzogen werden, im Inneren sind aber noch einige Arbeiten zu erledigen. Angepeilter Termin für den Umzug ist der Oktober.

Mehr Bilder gibt es hier

Tag der offenen Tür der Feuerwehr Küntrop

Zu Gast in Küntrop war auch der Löschzug aus Neuenrade – den modernen Multistar im Gepäck, ein höchst talentierter Hubrettungsrüstwagen. Das multifunktionale Fahrzeug war natürlich ein Publikumsmagnet für Klein und Groß. Ein Mal hinter dem Steuer eines dermaßen beeindruckenden Feuerwehrautos zu sitzen – diesen Traum erfüllte sich gestern so manches Kind, während sich die Väter die Technik erklären ließen. 30 Meter reicht der hydraulisch betätigte Tragarm des Multistars in die Höhe. Logisch, dass die Kinder nur all zu gern eine Fahrt in dem Korb des Auslegers unternommen hätten. Doch immerhin durften sie sich mal in den Korb stellen und bekamen auch so ein Gefühl für die Arbeit der Feuerwehr.

In regelmäßigen Abständen stellten die Neuenrader die beeindruckende Vielfältigkeit ihres Magirus unter Beweis. So hievte er die Tragkraftspritze an ihren Bestimmungsort und demonstrierten die Bergung eines Menschen mittels einer so genannten Schleifkorbtrage, die anstelle des Korbes an den Arm montiert wurde.

Obwohl das Wetter alles andere als hochsommerlich war, so fanden doch viele Interessierte und Freunde den Weg zum „alten“ Gerätehaus, wo die Balver Hüttenmusikanten für den musikalischen Rahmen sorgten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare