Letzte Ruhe gestört: Kapelle aufgebrochen

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Mit einem Pflasterstein haben bisher Unbekannte das Fenster der Friedhofskapelle eingeworfen. Hier zeigt der Friedhofsgärtner Günter Didier auf die Scherben, die im Rahmen stecken. ▪

NEUENRADE ▪ Letzte Ruhe gestört: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag brachen Unbekannte in die Friedhofskapelle an der Wilkestraße ein.

Das skurrile: Die Täter warfen mit einem Pflasterstein die Fensterscheibe ein und hebelten gezielt die Türen von zwei belegten Leichenkammern auf, die Tür zu einem dritten Aufbahrungsraum hielt den Aufbruchsversuchen stand – die leeren aber dennoch abgeschlossenen Türen blieben unversehrt. Ebenfalls unberührt blieben die anderen Räume – Andachtsraum, Geräteschuppen, Lager – der Friedhofskapelle.

„Das ist unbeschreiblich, ich weiß nicht wer auf so eine Idee kommt“, sagt Günter Didier im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Friedhofsgärtner geht durch den kleinen Aufenthaltsraum. Der Pflasterstein liegt auf dem Fußboden. Scherben und Splitter liegen verteilt umher. „Es fehlt nichts. Gar nichts“, sagt er, während er auf die Scherben deutet, die noch im Rahmen des Fensters stecken.

Didier dreht um und geht in Richtung der Leichenkammern: Drei Leichen, drei aufgebrochene Türen. „Das ist doch nicht normal.“ In einem Raum liegt ein zur Beerdigung aufgebahrter Leichnam, auch hier waren die Täter. Auch hier haben sie die Tür aufgehebelt und die letzte Ruhe gestört.

„Einbruch?“, sagt Didier und schüttelt den Kopf, während er vor sich hin sagt „so dumm kann doch keiner sein“. Er blickt auf und sagt: „Wohl eher eine makabere Mutprobe! Schlimm. Schlimm vor allem für die Angehörigen der Verstorbenen – die haben sowieso schon genug um die Ohren.“

Was bleibt ist die Ungewissheit wegen des „Warums“ und ein Sachschaden, den die Polizei mit rund 500 Euro angibt. ▪ Matthias Clever

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