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Lernen mit viel Praxis: Leonie Schnelle macht besondere Ausbildung im MK

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Von: Maximilian Birke

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Leonie Schnelle inmitten einer Gruppe ihrer Schützlinge. Sie ist – dank des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Einrichtung – überzeugt, dass ihre Berufswahl richtig ist.
Leonie Schnelle inmitten einer Gruppe ihrer Schützlinge. Sie ist – dank des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Einrichtung – überzeugt, dass ihre Berufswahl richtig ist. © Peter von der Beck

Eine in der Branche neue Art von Ausbildung absolviert gerade die 19-jährige Leonie Schnelle aus Blintrop in der Kindertagesstätte Villa mittendrin. Die Ausbildung ist dabei eine mit dem dualen System von Handwerk und Industrie vergleichbare Berufsausbildung.

Neuenrade – Für Kita-Geschäftsführerin Nina Kersting-Dunker ist diese Ausbildung eine Antwort auf den die Branche bedrohenden Fachkräftemangel. Dunker verweist auf die gesetzlichen Ansprüche der Eltern auf einen Kitaplatz, die jetzt schon vermehrt wahrgenommen würden, und den zusätzlichen Bedarf durch den Rechtsanspruch auf einen Platz in der offenen Ganztagsschule, die auch Fachkräfte binden werde.

Leonie Schnelle jedenfalls hat es sich sehr gut überlegt, ob denn die Arbeit in einer Kita etwas für sie ist. Ihr ursprünglicher Plan, durch ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kita Erfahrung für ihre berufliche Entscheidung zu sammeln, ging auf. Auch für Dunker, die bei der jungen Frau entsprechendes Potenzial und ihr Händchen für Kinder sah, war das FSJ entscheidend.

Gemeinsam mit Schnelle ergriff sie die Chance, die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zur Erzieherin anzubieten. Zugangsvoraussetzung ist mindestens die Fachoberschulreife oder ein einschlägiger Berufsabschluss. Die Vergütung hat Schnelle mit Dunker ausgehandelt. Dunker: „Das orientiert sich entsprechend abgestuft an der späteren Vergütungen für Erzieher“.

Schnelle zieht jetzt schon eine positive Bilanz: Ihr gefällt nicht nur die Arbeit mit den Kindern, sondern auch der Wechsel zwischen Praxis und Theorie. So könne sie unmittelbar im Kita-Alltag von der Theorie in der Berufsschule profitieren und umgekehrt. „Dieser Wechsel, das ist sehr gut, man lernt viel schneller.“

Gibt es im ersten Azubi-Jahr zwei Tage Praxis und drei Tage Schule (Berufskolleg Menden) pro Woche, so sind es im zweiten und dritten Jahr drei Tage Praxis und zwei Tage Theorie. In der Schule gibt es Ganztagsunterricht. Der Pädagogik werde ein großer Teil eingeräumt aber auch Deutsch, Kommunikation, Bewegung und Ernährung spielten entsprechende Rollen.

Darüber hinaus seien Diversität und Teamfähigkeit Aspekte der Ausbildung. „Hinzu kommen viermal pro Jahr Lehrerbesuche in der Einrichtung.“ Außerdem müsse man ein Portfolio erstellen. Klausuren schreiben, zudem gebe es Abschnittsprüfungen.

Wer eine derartige Ausbildung anstrebt, muss sich bei der Kita für die PIA bewerben und die Voraussetzung mitbringen. In Neuenrade ist es die Villa mittendrin gGmbH, die wohl „als erste“ die Ausbildung anbietet. Dass Schnelle den Ausbildungsvertrag bekommen sollte, war für Nina Kersting-Dunker und Co. schnell klar: „Wir haben Leonie genommen, weil sie so nah dran war.“ Sie habe ein Gespür für Kinder.

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