Leipziger Funzel: Treffende Seitenhiebe

Eine Geste, ein enges Jackett, eine Bubikopffrisur, fertig ist das Kanzlerinnen-Klischee

NEUENRADE ▪ „Der deutsche Bauer sieht wieder Licht am Ende der Kuh“, sind sich die Kabarettisten von der Leipziger Funzel zum neuen Aufschwung einig. Dieser fegte am Sonntagabend auch durch Neuenrade. Zentrum des Aufschwungs, war die Bühne im Kaisergarten.

Die 530 Zuschauer hatten an dem Abend besonders viel zu lachen. Unter dem Motto „Eine Bundesweite Lachparade! Deutschland peinlich Vaterland“, wurde kein gutes Haar an den aktuellen Politikern gelassen.

Doch neben dem politischen Kabarett, wurde auch die übereifrige Mutter, der typische Ossi oder das Los einer Lehrerin auf die Schüppe genommen.

Bereits zu Anfang sorgte Klomann Willi, gespielt von Thorsten Wolf, für zahlreiche Lacher im Publikum. Als V-Mann im Fäkaleinsatz, gilt er als einer der Topagenten des Bundeskriminalamtes. Doch so langsam sieht er sich aus diesem Posten herausgewachsen, denn auch er hat mehr verdient. Daher denkt er ernsthaft über einen Streik nach, denn er möchte nicht mehr das Ende der Nahrungskette sein. Vom Klomann ging es auch schon gleich zu der Frage, was ein Politiker macht, wenn er sein Gesicht verliert. Dabei hatten die Kabarettisten gleich einige Tipps für den letzten Bundespräsidenten parat. So wie es schon viele vor ihm gemacht hätten, sollte Christian Wulff in ein Fundbüro gehen und sich ein neues besorgen.

Ein weiteres erschreckend wahres Beispiel aus dem Leben bot Sabine Kühne-Londa als übereifrige Mutter des dreijährigen Erasmus Ludwig Vladimirs. Beim Besuch des Spielplatzes erzählt sie ihrer Banknachbarin, gespielt von Katherina Brey, wie talentiert ihr Sohn doch schon sein. Neben dem Klavier- und Englischunterricht, kann der kleine schon das Grundgesetz auswendig und spricht natürlich nur vollständige Sätze. Damit ihr Sohn auch weiterhin so schnelle Fortschritte macht, geht die nächste Reise ins Tibetische Hochland, da die dünne Luft das einzige, noch nicht verbotene Dopingmittel sei. Es stellt sich jedoch nachher heraus, dass der Junge trotz all seiner Talente, noch nicht Herr seiner Blase ist.

Selbstverständlich wurde auch auf die Gleichberechtigung Rücksicht genommen. Bernd Herold präsentierte sich als ein wahrer Mustervater, der sogar selbst sein Kind austrägt. Für so viel Einsatz wird ihm auch gleich das Vaterkreuz verliehen.

Des Weiteren sorgte noch Helge Nitzsche am Klavier mit seinen frechen Texten für viele schmunzelnde Gesichter. ▪ Romina Mester

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