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Ungewöhnlicher Einsatz im MK: Mumien-Suche im Steinbruch

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Von: Carla Witt

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Steinbruch Winterlit
Auf diesem Foto haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr den mutmaßlichen Leichenfundort markiert. Um dorthin zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte schließlich noch eine Kletterpartie in Kauf nehmen. © Feuerwehr Neuenrade

Nach einer mumifizierten Leiche suchten die Rettungskräfte im Steinbruch.

Eine solche Meldung ist für die Mitarbeiter der Feuerwehr-Leitstelle alles andere als alltäglich: Am Sonntagnachmittag kurz nach 15 Uhr meldete sich ein Anrufer und erklärte, im Felsen oberhalb des Baggersees in der Winterlit eine mumifizierte Leiche entdeckt zu haben. Details konnten am Telefon nicht geklärt werden, da laut Feuerwehr eine Sprachbarriere bestand.

Feuerwehr, Notarzt, Rettungswagen und Polizei im Einsatz

„Wenn man eine solche Meldung erhält, nimmt man alles mit, was für eine Wiederbelebung erforderlich ist. Denn man hat immer die Hoffnung, dass man doch noch helfen kann“, stellt Stadtbrandinspektor Karsten Runte fest. Folglich machten sich die First Responder des Löschzuges Stadtmitte mit der Besatzung eines Rettungswagens aus Balve, sowie einem Notarzt aus Plettenberg und der Polizei auf den Weg in den Steinbruch Winterlit.

Langer und beschwerlicher Fußmarsch

Für die Helfer sollte es ein äußerst beschwerlicher Einsatz werden, denn der Steinbruch befindet sich auf einem Privatgelände, das bereits seit mehreren Jahren nicht mehr befahrbar ist. Die Notfallausrüstung, die die Einsatzkräfte aufgrund der unklaren Lage im Gepäck hatten, musste rund 500 Meter getragen werden. „Der Pfad führt steil bergauf und liegt voller Geröll“, verdeutlicht der Stadtbrandinspektor, dass es sich keineswegs um einen Spaziergang handelte.

Nach einem etwa zehnminütigem Fußmarsch traf die Gruppe laut Einsatzbericht am nördlichen Ende des Steinbruchs auf den „beunruhigten“ Anrufer. „Mit ihm kletterten die First Responder einen Fels-Steilhang auf mehrere Meter Höhe hinauf, um an die Felsspalte zu gelangen, wo die Leiche liegen sollte“, berichtet die Feuerwehr weiter.

Nur Steine und verrottetes Holz

Glücklicherweise stellte sich dann heraus, dass es sich bei der Sichtung des Anrufers keineswegs um eine Leiche handelte: In der schwer zugänglichen Felsspalte lagen lediglich Steine und verrottetes Holz. „Nur mit sehr viel Vorstellungskraft hätte man daraus menschliche Überreste erahnen können“, heißt es im Einsatzbericht, und weiter: „Offenbar hatte seine Fantasie dem Anrufer einen kleinen Streich gespielt, sodass es sich lediglich um einen Alarm in guter Absicht handelte. Getreu dem Motto ,lieber ein Mal zu viel ausgerückt, als ein Mal zu wenig’.“

Nach einer guten Stunde konnte dieser ungewöhnliche Einsatz im Steinbruch beendet werden.

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