Gesamtfördermittel noch nicht ausgeschöpft

Leader: 36 Projekt durch EU-Förderung angestoßen

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Klaus Peter Sasse (von links), Sven Schneider, Lars Morgenbrodt und Leonie Schütz: Sie kümmern sich um die Bürgerregion.

Neuenrade - Nicht mehr lange und das EU-Förderprogramm Leader läuft aus. Millionenbeträge sind dann in die Bürgerregion am Sorpesee geflossen, um den ländlichen Raum zu stärken.

Jede beteiligte Stadt und viele ihrer Bürger haben bereits profitiert und profitieren auch weiterhin. Auch in Neuenrade wurden schöne Projekte realisiert: Knapp 323.000 Euro überwies sozusagen die Europäische Union (EU) an Neuenrader Projektträger. 

Jeweils 65 Prozent der einzelnen Projekte wurden so finanziert. Die restlichen 35 Prozent brachten jeweils die Träger und damit die ehrenamtlich arbeitenden Bürger auf: In Form von Spendenakquise oder eben mit Handarbeit. Gut 500.000 Euro sind daher allein die Neuenrader Projekte wert. 

36 Projekte aus der Bürgerregion am Sorpesee wurden bisher angestoßen und stehen auf der Liste. Im überwiegenden Teil der Fälle ist das Geld bewilligt und geflossen. Und: Es ist noch mehr drin, denn noch sind die 3,1 Millionen Gesamtfördermittel nicht ausgeschöpft. Ende April gab es noch ein freies Budget in Höhe von 623 000 Euro. Aber schon sind wieder jede Menge Ideen in der Pipeline, sagt Leadermanager Lars Morgenbrodt. 

Motte und Generationenpunkt

Was bisher gefördert wurde, kann sich sehenlassen: Das reicht von einem App-Netzwerk der Wirtschaftsförderung Arnsberg, um Schülern Betriebe zu präsentieren, bis hin zu einer Schulungsinitiative „Ältere Menschen als Kunden“. Da gibt es auch eine Berufstätigenbefragung, da ist der Generationenpunkt in Altenaffeln, das Motte-Projekt oder „Höhle des Mammuts“ (angelehnt an die Vox-Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“) zur Förderung von Start Ups. 

Unter dem Strich ist Leader sicher eine Erfolgsgeschichte: Ideen, im Kreise der Bürger geboren, professionell ausgearbeitet von den Experten des Leaderbüros, eingereicht und anschließend bewilligt von der Bezirksregierung Arnsberg, sorgte all das schon innerhalb der Bürgerregion für eine verstärkte Vernetzung. 

Leader-Team hat Büro in Balve

Sven Schneider, der als zweiter Leadermanager die im Mutterschaftsurlaub befindliche Annika Kabbert vertritt, Leonie Schütz (Praktikantin) und Lars Morgenbrodt sitzen im Leaderbüro, das in Balve angesiedelt ist. Die Truppe kümmert sich mit den Ehrenamtlichen und Projektträgern um die einzelnen Vorhaben. Sie halten die Fäden zusammen, unterstützen, beraten und betreuen, wenn Menschen mit neuen Ideen kommen. Sie bilden das Regionalmanagement. Es sind Hauptamtliche, Profis, die wissen, was sie tun. 

Klaus Peter Sasse ist Vorsitzender des Leader-Vereins der Bürger-Region. Der Verein ist Anlaufstelle für Projektideen und Projektanträge und entscheidet über die Förderung der entstehenden Projekte. Er kann aber auch selbst Dinge initiieren und umsetzen. Jeder kann Mitglied im Verein werden, einen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht. Jede Leaderregion muss über so einen Verein organisiert sein. 

Alle ziehen an einem Strang

Sasse betont, dass eine wichtige Rolle auch dem „Kernteam“ zukommt: Personen, die in den Rathäusern sitzen und den Verein beraten sowie Kontakt zu den Verwaltungsspitzen halten. 

Blickt Sasse zurück, so ist er durchaus begeistert von dem, was diese EU-Gelder, leicht aufgestockt vom Land, letztlich Positives bewirkt haben, um die Region voranzubringen. Auch unter den Mitgliedskommunen sei viel vernetzt worden, alle würden an einem Strang ziehen, sich gegenseitig unterstützen. Es sei so viel Positives geschaffen worden, das letztlich auch die EU in einem schönen Licht erscheinen lasse. Lars Morgenbrodt kann das nur bestätigten: „Wir sind die EU-Botschafter der Region.“ 

Hoffen auf eine zweite Auflage

Und allesamt hoffen nun, dass es mit der Leaderregion mit der Sorpe als Mittelpunkt weitergeht. Dass es zur zweiten Auflage der Bürgerregion Sorpesee kommt und weiter EU-Mittel fließen. Offiziell läuft die aktuelle Förderperiode noch bis 2022. Angeblich ist jetzt schon die neue Leaderförderung in Arbeit. Doch die Zeiten sind unsicher. Auch durch den Brexit und die anstehende Europawahl (26. Mai). Doch wenn es weitergeht mit Leader, sind die Chancen nicht gering, dass es angesichts der Fülle der Projekte zu einer Fortführung auch in Neuenrade und Balve kommt. Denn, es gelte an das Positive anzuknüpfen, um Nachhaltiges zu schaffen, betonen die Verantwortlichen im Leaderbüro. Vielleicht könne man am langen Ende etwas etablieren, ein Büro mit der vorhandenen Stammbesatzung, das die Region mit seinen Projekten managt, möglicherweise in Verbindung mit der Heimatförderungsinitiative der Landesregierung. 

Allerdings ist auch nicht alles ist Gold, was glänzt in Sachen Leader. Es gibt viel Bürokratie, das ist immer wieder zu hören. Aber auch darin kann Klaus Peters Sasse einen Sinn erkennen, denn die Bürokratie sorge für eine akkurate Buchführung: „Gut, dass es so genau genommen wird, dann hält es auch einer Prüfung durch die EU stand.“ 

Gewisse Mängel abgestellt

Gewisse Mängel wurden inzwischen abgestellt. Kleinstprojekte könnten nun ebenfalls gefördert werden und würden flott bewilligt, so Sasse. So versuche man auch junge Leute zu locken, die für die Finanzierung von kleineren Vorhaben nicht monatelang auf eine Förderungszusage warten müssten

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