Pakete für Obdachlose

Lara Schrader.

Neuenrade Winnsboro - „Unseren Weihnachtsbaum haben wir schon seit Anfang Dezember – das ist hier in Winnsboro, wo ich mein High School Year mache, ganz normal, alle Familien haben schon so lange einen Weihnachtsbaum. Als wir unseren Ende November gekauft haben, war es auf jeden Fall schon recht kalt und morgens lagen die Temperaturen bei minus vier Grad, erinnere ich mich.

Die Straßen, Straßenlaternen und Häuser werden seit Wochen mehr und mehr mit allen denkbaren Weihnachtsdekorationen geschmückt – zum Beispiel mit Sternen, Weihnachtsbäumen und Kerzen. Unser Weihnachtsbaum ist mit tausenden von Lichtern geschmückt, die Kugeln haben wir teilweise selber gebastelt. Ein paar Geschenke stehen auch schon seit längerem unter dem Baum und an unserem Kamin hängen fünf Weihnachtssocken, die teilweise schon lange gefüllt sind. Kein Wunder, schließlich kann man in den Geschäften schon seit fast drei Monaten alles für Weihnachten kaufen. In den Supermärkten wurde nach Halloween sofort die ganze Süßwarenabteilung mit Weihnachtsmotiven versehen.

Unsere Ferien haben hier am gleichen Tag angefangen wie in Deutschland. An dem Freitag vor den Ferien haben wir in der Schule einen „Ugly-sweater-day“ gehabt, das heißt, jeder hatte gemäß des Mottos einen hässlichen Pullover mit Weihnachtsmotiv an.

Während der Weihnachtsferien bin ich jedenfalls nur unterwegs. Heute besuchen wir den Vater meines Gastvaters in Arkansas. Am Weihnachtsmorgen – das ist hier der Morgen des 25. Dezembers – sind wir Zuhause und packen die Geschenke unter dem Baum aus. Am Abend sind wir dann bei den Eltern meiner Gastmama. Und am 26. Dezember sind wir bei der Mutter meines Gastvaters – wir haben also ein volles Programm.

Silvester feiere ich mit meiner Familie bei den Eltern meiner Gastmutter. Es ist geplant, dass wir mit dem Boot meines Gastopas auf den See fahren und dort ein paar Raketen steigen lassen. Silvester ist hier allerdings nicht so ein großes Ding wie in Deutschland, hier hört man alle nur von Weihnachten reden“.

Lara berichtet auch von dem sozialen Engagement der Amerikaner, das eben auch häufig über die Kirche funktioniert: „Unsere Kirche engagiert sich jeden Winter für die Obdachlosen in Monroe. Wir haben für etwa 25 Männer und Frauen ein Paket mit Shampoo, Zahnbürsten, Rasierern, Lipsticks für die Kälte, Deo und Feuchttücher zusammengestellt. Samstagsmorgens sind wir mit einem Bus zu einem Haus gefahren, in dem die Obdachlosen mit Essen versorgt werden. Dort haben wir die Pakete ausgelegt und dazu noch Decken, Mützen und warme Kleidung.

Draußen hat mein Gastvater dann eine kleine Rede gehalten und es wurden ein paar Lieder gesungen. Angezogen durch die Musik kamen immer mehr Menschen. Am Ende waren es so um die 40 Obdachlosen, die meisten waren Männer. Sie haben sich dann mit allem eingedeckt, was sie brauchten.

Samstags in der Kirche stellten wir noch Sachen für Kinder zusammen. Diese werden dann zu Weihnachten verteilt. Wir machten um die 100 Pakete mit Spielzeug, Büchern, etwas zum Malen und einer kleinen Überraschung fertig.

Lara Schrader absolviert ein Schuljahr an einer High School in Winnsboro/Louisiana. Für den Süderländer Volksfreund berichtet sie in loser Folge von ihren Erlebnissen in den USA.

Von Lara Schrader

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