Langweiliger Unterricht gehört der Vergangenheit an

Vorsicht heiß! Dieses junge Mädchen weiß, wie man richtig lötet.

NEUENRADE - Der Schulalltag ist trist und grau, fast so wie das derzeitige Dezember-Wetter. Keinesfalls: Die Gemeinschaftsschule Neuenrade (GEM) bewies das Gegenteil. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür präsentierte sich die Schule, zeigte, wie spannend und abwechslungsreich Unterricht sein kann.

Dabei standen den Interessierten nicht nur die Türen einiger Klassenräume offen, in denen Demonstrationsunterricht stattfand, die pädagogische Einrichtung stellte sich als großes Ganzes vor.

Und schnell wurde deutlich, dass das Konzept der Gemeinschaftsschule aus weit mehr besteht als klassischem Frontalunterricht. Den Schülern Verantwortung übertragen, projektbezogenes Lernen und die Identifikation mit dem System spiegelten sich im ebenso umfangreichen wie spannenden Programm wieder.

Um die Weltsprache Englisch zu vertiefen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Neben einem Auslandsaufenthalt dürfte die Aufführung eines Theaterstücks in englischer Sprache wohl eine besondere Variante sein – am Samstag umgesetzt von den Siebtklässlern der Fordergruppe Englisch.

Und was passiert, wenn sich warme Gase wieder zusammen ziehen? Wo gehören Herz, Leber, Magen, Lungen und Nieren in einen Köper? Wie laut knallt Knallgas? Fragen über Fragen, denen die Besucher in den Räumen der Naturwissenschaftler auf den Grund gehen konnten. Physik, Chemie und Biologie live erleben, erleichtert das Lernen und steigert den Wissensdurst. Das war am Samstag nicht nur den staunenden Kindern anzusehen. Der eine oder andere Erwachsene begab sich offenbar gerne auf eine Zeitreise zurück in seine Schulzeit. Ob der Lehrstoff damals auch schon so ansprechend verpackt war?

Gut besuchter Tag der offenen Tür

Während in den Klassenräumen im Beisein etlicher Beobachter Mathe, Deutsch oder Informatik gelehrt wurde, stand die Sporthalle den Kindern für diverse Herausforderungen zur Verfügung. Mal die aus Frankreich stammende In-Sportart Parkour ausprobieren oder lieber der Bewegungsbaustelle einen Besuch abstatten? Das Angebot hielt eine Vielzahl von Attraktionen parat, die die Kinder nach Herzenslust ausprobierten.

So schwer kann es doch nicht sein, einer Klarinette oder Posaune einen Ton zu abzuringen, mögen sich die musisch interessierten Kinder gedacht haben, die am Samstag den Raum betraten, in dem die Musikschule eine Auswahl von Instrumenten vorstellte. Christian Knaup, Dozent der Musikschule Lennetal, gab Tipps und schon bald entlockten die Probanden den Instrumenten die ersten Klänge. Erlebnisunterricht, der Spaß macht.

Ihre handwerklichen Fähigkeiten stellten derweil die Teilnehmer am Glaskunst-Workshop unter Beweis. Schutzbrille aufgesetzt und nach einer kurzen Einweisung löteten, schliffen und modellierten sie, bis das eigene Kunstwerk fertiggestellt war. Keine Frage, ein besonderes Erlebnis, mit den eigenen Händen etwas Einmaliges zu schaffen, das man sich gerne selbst um den Hals hängt oder zu Weihnachten verschenkt.

Die Gemeinschaftschule hätte ihre Türen wahrscheinlich das ganze Wochenende offen halten können, ohne Gefahr zu laufen, dass Langeweile einkehrt. Das Konzept funktioniert, das hat der gut besuchte Tag der offenen Tür in der Neuenrader GEM verdeutlicht - Markus Jentzsch

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