Landwirt investiert: Melkkarussell und viel Platz

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Auf Stroh gebettet bekommen Maas' Kühe ihre Kälber.

Neuenrade – Eine Runde Karussell fahren die Kühe neuerdings bei Tobias Maas. Er hat 1,5 Millionen für Investitionen in die Hand genommen. Obwohl die Landwirtschaft zu kämpfen hat.

Tobias Maas (31) liebt seinen Hof, seinen Job, die Landwirtschaft. Was anderes wollte er nie machen. Für ihn war immer klar, dass er den heimischen Oventrop-Hof in Küntrop von seinem Vater übernehmen wird. 

Obwohl „alles immer schwieriger wird“. Die Auflagen – Tierwohl, Hygiene – würden steigen, und „die gesellschaftliche Akzeptanz sinkt“. Wenn er mit Traktor und Anhänger durch den Ort fahre, komme es vor, dass die Leute ihn schief anschauten und die Nase rümpften. Maas stellt fest: „Die konventionelle Landwirtschaft wird immer mehr in Frage gestellt.“ 

Er produziert mit 750 Schweinen und 220 Kühen konventionell Fleisch und Milch. Letztere geht an Friesland Campina, die Marke Landliebe gehört zu diesem Konzern. Das Fleisch seiner Schweine landet unter anderem bei Edeka in der Frischetheke. „Aber ich bin kein Massentierhalter.“ Das ist dem 31-Jährigen wichtig. 

Dabei zeigt er auf seinen neuen Stall, den die Kühe erst Anfang Februar bezogen haben. Knapp 3000 Quadratmeter groß, mit viel Luft, Licht und Platz. 1,5 Millionen Euro teuer. Maas hat in großem Stil investiert (wir berichteten) – trotz Rahmenbedingungen, die ihm zufolge schwieriger werden. „Die Tiere liegen mir sehr am Herzen“, sagt er. „Ich freue mich, wenn ich ihnen was Gutes tun kann. Für sie ist es ja doch schöner, hier zu wohnen.“ 

Das neue Melkkarussell präsentiert Tobias Maas.

Im neuen Laufstall mit Melkkarussell. Und weil ihm seine Tiere so am Herzen lägen, sei er kein klassischer Massentierhalter, der nur an Zahlen denke. Doch ein reines Tierschutz-Projekt ist der neue Stall nicht. Die Investition muss sich lohnen. Maas will „wettbewerbsfähig bleiben, die Existenz meiner Familie sichern und der nächsten Generationen einen wirtschaftlich gesunden Hof übergeben“. 

Vor zehn Jahren zählte der Familienbetrieb 80 Kühe, mittlerweile sind es 220. Davon sind 50 erst kürzlich eingezogen. Eigentlich wollte der Haupterwerbslandwirt den Bestand langsam erhöhen, „jetzt sind wir erst mal voll“. 

Die 50 Neuzugänge gehören einem Nachbarn, mit dem Maas eine KG gegründet hat. Die nächsten fünf Jahre wollen die beiden auf dieser Grundlage zusammenarbeiten. Ein Grund: Der Nachbar ist über 60 Jahre alt und findet keinen Nachfolger. Ein weiteres Problem vieler Bauern. Eines, das neue Wege erfordert. Zum Beispiel Nachbarschaftshilfe der besonderen Art.

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