Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 122

Schon als junge Frau in der Politik

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SPD-Landtagsmitglied Inge Blask

Neuenrade/Balve - Wir stellen in ausführlichen Portraits die sieben Kandidaten für den Landtagswahlkreis 122 (Märkischer Kreis II) vor: an dieser Stelle Inge Blask (SPD).

Mit Anfang 50 wollte die Diplom-Ökotrophologin es noch einmal wissen und startete so richtig durch. Sie wurde Mitglied des Landtages für die SPD.

Dafür nahm sie einiges in Kauf: Neuer Job in einer fremden Stadt, viele Kilometer vom heimischen Hemer entfernt, ein völlig neues Umfeld, eine enorm gewachsene Verantwortung und all das auch noch im Licht der Öffentlichkeit – das Los aller professionellen Politiker und Politikerinnen. Jede Menge Befürworter und Claqueure und natürlich auch Kritiker hatte sie sozusagen virtuell mit im Gepäck.

Eher untypisch für eine Politikerin, wirkt Blask eher zurückhaltend. Doch sie ist sicher eine Kämpfernatur. Denn in ihrem politischen Leben hat sie schon mehrere Anläufe unternommen, um auf der Karriere-Leiter nach oben zu klettern. Parteiintern hat sie es versucht, scheiterte zunächst und schließlich setzte sie sich vor der vergangenen Landtagswahl parteiintern sogar gegen den damals amtierenden MdL Jürgen Antoni durch. Sie trat 2010 dann für die SPD an – und verlor. 2012 bestritt sie nochmals den Wahlkampf um das Landtagsmandat und diesmal obsiegte Blask: Sie holte den Wahlkreis direkt. Mit rund 250 Stimmen Vorsprung holte sie sich im Zuge der vorgezogenen Neuwahlen das Mandat und zog eben für die SPD in den Düsseldorfer Landtag ein.

Blask kann sich noch gut erinnern. „Am ersten Tag habe ich mich dort verlaufen“. Das Landtagspolitikerinnenleben begann: Fraktionssitzungen, Ausschüsse, drei Planungstage, Hotel-Übernachtungen in Düsseldorf. Fachtagungen, Veranstaltungen in der Region, im Wahlkreis und „das Wochenende ist meist belegt“. Kein Zweifel: Es ist ein Job der Zeit frisst. Auch wenn sie erst seit 2012 zu den Profi-Politikerin gehört, so hat sie doch schon viel politischen Erfahrung gesammelt. „Ich bin eben ein politischer Mensch“, sagt Blask. Politisch aktiv war sie denn auch schon als junge Frau. Und das eben nicht nur passiv sondern sie war durchaus bereit, Verantwortung zu übernehmen: So sei sie schon an der Uni Studentenvertreterin gewesen.

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Und Mitglied bei der SPD ist seit 1985. Politische Erfahrung hat sie also jede Menge: Ob Kreistag oder Stadtparlament oder in Parteigremien. „Kommunalpolitik ist eins meine liebsten Hobbys geworden“, sagt Blask. Auch bei der SPD-Fraktion im Land mischt sie ordentlich mit. Sie ist unter anderem Mitglied des Umweltausschusses und des Wirtschaftsausschusses. Berufliche Erfahrung abseits der Politik sammelte die Diplom-Ökotrophologin bei der Verbraucherzentrale. Manch einer wird sie daher kennen, denn immerhin hat sie sechs Jahre lang die Beratungsstelle in Iserlohn geleitet und bis zu ihrem Einzug in den Landtag war sie dann noch als Regionalleiterin bei der Verbraucherberatung tätig. Eine wertvolle Schule. „Und das ist dann auch die Fachkompetenz, die man einbringt“, sagt Blask. Blask hat nach eigenen Angaben sehr schnell erkannt, dass man Dinge nur verändern kann, wenn man politisch agiere. Sie ist jedenfalls verbraucherpolitische Sprecherin und kümmert sich. 60 Beratungsstellen gibt es in NRW – und ihr Bestreben ist, das System mehr in die Breite zu bringen und die ländlichen Regionen teilhaben lassen. „In kleinen Städten gibt es auch Bedarf“. Blask verweist auf ein Pilotprojekt in einem Kölner Stadtteil, das derzeit erprobt werde. Das sei eine Sache, die sie angestoßen habe. Zudem sei das nun ein Aspekt der Städtebauförderung, sogar auf Bundesebene finde sich ihre Handschrift wieder.

Ansonsten ist sie viel im Wahlkreis unterwegs und beim Umgang mit den Menschen versucht sie sehr authentisch zu sein. Die Kommunikation mit ihrer Wählerschaft läuft über Klinkenputzen, persönliche Kontakte und über die sozialen Medien, welche sie intensiv nutzt. Die Mensch in ihrem Wahlkreis: „Das ist meine Basis“, sagt sie. Auch sonst versucht sie mit anderen Methoden im Wahlkreis etwas über Menschen und Jobs zu erfahren. So hat sie Tagespraktika bei der Polizei in Menden absolviert, hat beim Bauern mitgeholfen, bei einem Pflegedienst, im Hemeraner Altenheim, in einer Kita in Menden und in einem DeCent-Laden. Nicht immer hat sie dabei all die Aktionen an die ganz große Glocke gehängt. Und sie weiß daher natürlich um manche Defizite im Land. Der Zustand der Straßen zum Beispiel ist ihr durchaus aufgefallen. So musst sie auf ihrer Strecke gen Plettenberg über Blintrop und Affeln und die ramponierte Fahrbahn. Sie habe sich persönlich beim Minister eingesetzt, „dass die Straße kommt, und sie ist gekommen“. Aber Blask weiß auch: „Hier müssen wir mehr tun“.

Auch zu Themen wie Windenenergie hat die SPD-Abgeordnete natürlich etwas zu sagen: Sie verweist aufs Erneuerbare-Energien-Gesetz. Und Vorrangflächen für Windenergie findet sie gut. Sie sehe auch die Gefahr der Verspargelung, wenn ein Kommune keine Flächen ausweise. Ansonsten hält sie sich weitgehend aus der Diskussion vor Ort raus. Sie verweist auf die Entscheidung des Neuenrader Rates, der die Vorrangflächen haben wollte. In Sachen Wirtschaftspolitik („mein zweites Standbein“) will sie den Breitbandausbau massiv fördern zum Wohle der mittelständisc

hen Betriebe. Und das auch im Zusammenhang mit der Kompensation des Ärztemangels, der auch in den ländlichen Gebieten ihres Wahlkreises droht. Da sei Tele-Medizin ein Baustein. Spezialisten, die nicht vor Ort seien, könnten über die Hausärzte befragt werden. Armbänder könnten Körperfunktionen überwachen. Und sie hat die Idee, diese Region als Gesundheitsregion zu etablieren, um hier etwas zu bewegen. Zudem müsse die Region für Ärzte attraktiver gemacht werden, vor allen Dingen für Ärztinnen mit Familie. Hausärzte sollten zudem besser bezahlt werden. Auch eine andere Möglichkeit hat sie parat: „Manche Kommunen stellen selber Hausärzte ein.“ Natürlich verweist Blask auch auf das Vorhaben der Familienministerin, die Kitas für 30 Stunden pro Woche kostenfrei für Eltern stellen will und flexiblere Öffnungszeiten schaffen möchte. Auch um Azubis möchte sie sich kümmern. Sie favorisiert das Azubi-Ticket, damit Lehrlinge günstig zur Ausbildungsstelle gelangen. Zudem hält sie noch eine weitere Image-Kampagne für die Facharbeiterausbildung für sinnvoll. Und für mehr Wertschätzung des Pflegeberufes will sich Blask einsetzen – im doppelten Sinne.

Und zur Sicherheit verliert sie auch ein Wort: Blask verweist auf zurückgehende Fallzahlen im Märkischen Kreis. Zudem habe ihre Landesregierung reagiert und stelle mehr Polizisten ein. Und Inge Blask privat? Sie ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn, sie singt und wandert gerne und sie ist Mitglied in einem Gospel-Chor. Sie mag Katzen und zwei Stubentiger wohnen in ihrem Haushalt. Inge Blask tritt für die SPD im Wahlkreis 122 (Menden, Hemer, Balve, Neuenrade, Plettenberg) an. www.inge-blask.de

Von Peter von der Beck

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