Schlesier

Eine Erinnerung an die Landsmannschaft

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Klaus Peter Sasse, Gerhard Schlosser, Antonius Wiesemann (von links) und Rolf Dieter Kohl (rechts) erinnerten an das 65-jährige Wirken der Landsmannschaft Schlesien in Neuenrade.

Neuenrade - Mehr als 60 Jahre lang hat die Landsmannschaft Schlesien das öffentliche Leben in Neuenrade bereichert. Zur Erinnerung haben ehemalige Mitglieder eine Urkunde übergeben.

„Die Landsmannschaft hat einen Teil der Neuenrader Stadtgeschichte mitgestaltet“, ist sich ihr letzter Vorsitzender Gerhard Schlosser sicher. Für die Auflösung zum 31. Dezember seien Alters- und Krankheitsgründe bei vielen der Mitglieder verantwortlich gewesen.

Bei einer kleinen Feier im Stadtmuseum bedankte sich Schlosser bei denen, die die Landsmannschaft in den vielen Jahren unterstützt haben und von denen viele persönlich erschienen waren. Dazu gehörten Klaus Peter Sasse und Dr. Rolf Dieter Kohl vom Stadtmuseum sowie auch Bürgermeister Antonius Wiesemann.

Die bei dieser Gelegenheit übergebene Urkunde erinnert an die zahlreichen Aktivitäten der Nieder- und Oberschlesier in Neuenrade. Ziel der Landsmannschaft war es demnach, „die Schlesier und die Freunde Schlesiens zu einer Gemeinschaft zusammenzuführen und das Volks- und Brauchtum, die Kultur und Sitte der schlesischen Heimat zu wahren und der Jugend weiterzugeben“.

Etwa 1000 Schlesier kamen nach Neuenrade

Bis zu 1500 Heimatvertriebene und Flüchtlinge waren seit 1946 nach Neuenrade gekommen. Etwa 1000 von ihnen waren Schlesier. Theateraufführungen in schlesischer Mundart, Feierstunden und Ausstellungen gehörten zur Geschichte der Landsmannschaft.

Doch auch diejenigen, die nicht in der Landsmannschaft organisiert waren, hätten in Neuenrade Großes geleistet, betont Elisabeth Kynast, die über viele Jahre Mitglied war.

Dr. Rolf Dieter Kohl, der auch Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins ist, blickte ebenfalls auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück und erinnerte in dem Zusammenhang an die Ankunft der ersten Aussiedler aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem Krieg.

Der Bürgermeister sieht heute ähnliche Probleme

Bürgermeister Wiesemann beschrieb es als „eine Selbstverständlichkeit, den Kontakt zu den Schlesiern fortzuführen“, nachdem er sein Amt von Klaus Peter Sasse übernommen hatte.

Heute stehe die Gesellschaft vor ähnlichen Problemen wie in den späten 1940er-Jahren: Wieder sei eine große Zahl von Menschen einzugliedern, die aus ihrer Heimat flüchten mussten. Auch er fand lobende Worte für die Arbeit der Landsmannschaft Schlesien.

Die Flüchtlinge haben schnell eine Bleibe gefunden

Weiter heißt es in der Urkunde, die ankommenden Flüchtlinge hätten schnell eine neue Bleibe gefunden. „Jetzt, nach drei bis vier nachwachsenden Generationen, ist es an der Zeit, diesen Prozess abzuschließen.“

Im Geschichtsraum des Museums fällt das Dokument den Besuchern nun spätestens dann auf, wenn sie den Raum verlassen: Direkt neben der Tür haben alle Beteiligten den richtigen Platz ausgemacht.

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