Schwarzstörche bei Affeln gesichtet

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Ein vertrautes Bild vom Miteinander klassischer Landwirtschaft und moderner Stromerzeugung im 100-Meter-Maßstab: Gänse und Windräder bei Benkamp. ▪

AFFELN ▪ Schwarzstörche bereichern das Genehmigungsverfahren für die geplanten Windkraftanlagen südlich von Affeln um einen wichtigen Aspekt: Die Landschaftsschutzbehörde des Märkischen Kreises überprüft Berichte, denenzufolge die schützenswerten Vögel in den Vorranggebieten für Windenergie gesichtet wurden.

„Den Schwarzstorch soll es wirklich geben“, sagte Kreispressesprecher Hendrik Klein gestern im Gespräch mit dem SV. Affelner Bürger bestätigten die Beobachtungen.

Neben dieser den Artenschutz betreffenden Verzögerung gehen die Bemühungen der Stadt Neuenrade weiter, die Frage der Standorte der geplanten Mega-Windkraftanlagen noch einmal neu aufzurollen. „Wir sind in Verhandlungen“, sagte Neuenrades Bauamtsleiter Marcus Henninger gestern. Grundlage für diese Gespräche ist die vorliegende „Potentialanalyse“, in der mögliche andere Standorte für Windkraftanlagen geprüft wurden. Besonders im Blick sind dabei der Kohlberg und eine mögliche Kooperation mit den Städten Balve und Hemer. Dabei gibt es allerdings eine entscheidende Frage: „Es ist im Windenergieerlass rechtlich nicht eindeutig geregelt, wie mit Windenergieanlagen im Wald umzugehen wäre“, erklärte Marcus Henninger. Vorrangig im Blick seien bei der Standort-Suche am Kohlberg „Kyrill-Flächen und minderwertige Forstflächen“. Die andernorts unerwünschte Höhe neuer Windenergieanlagen von fast 200 Metern, würde die Rotorblätter weit über die Baumwipfel erheben. Sollte an einem neuen Standort tatsächlich eine Vorrangfläche für Windenergie eingerichtet werden, so solle diese konkret „mit einer Planung belegt werden“, erklärte Henninger. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass da etwas hinkommt, was man nicht haben will.“ Die Stadt wolle keine „Bevorratung einer Fläche“ mehr.

Problematisch sieht der Bauamtsleiter die Neigung von Grundstückseigentümern, sich durch Optionsvorverträge mit Investoren hohe fünfstellige Jahreseinkünfte sichern zu wollen. „Die sind gut beraten, erst Rücksprache mit der Stadt zu halten.“ Ein solcher Vertrag könne dazu führen, dass eine solche Fläche „gar nicht entwickelt wird“. „Die Planungshoheit liegt bei der Stadt.“

Nachdem die Stadt Neuenrade beim Kreis einen Antrag auf Rückstellung des Bauantrages für die vier Windräder bei Affeln gestellt hat, ruhe das Verfahren derzeit, berichtete Hendrik Klein. Vorrangig seien die Gespräche der Stadt mit den Bürgern und den Investoren, um eine möglicherweise einvernehmliche Lösung zu finden. ▪ Thomas Krumm

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