St. Lambertus-Altar gibt noch so manches Rätsel auf

Friedhelm Grote.

NEUENRADE ▪ Die spätromanische Hallenkirche St. Lambertus in Affeln hat eine bewegte Historie. Theo Dickopf und Friedhelm Grote sind die Fachleute, die interessierte Besucher gerne mit Informationen füttern, das eine oder andere Detail erklären und die Mythen, die sich in den Jahrhunderten entwickelt haben, näher bringen. „Es gibt noch so manches Rätsel, das aufgeklärt werden will“, sagt Friedhelm Grote während einer Führung.

In den Sommerferien bieten Theo Dickopf und Friedhelm Grote sonntags zwischen 16 bis 17 Uhr Führungen an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es besteht aber auch die Möglichkeit, über das Pfarrbüro einen anderen Termin abzustimmen.

Allein der Altar ist schon einen Besuch wert. Aus dem 16. Jahrhundert stammt der Klappaltar, der aus Bildern, geschnitzten Szenerien und hölzernen Figuren besteht. Historiker datieren die Herstellung auf die Jahre zwischen 1520 und 1530. Ob der Altar für Affeln oder doch eher für Norwegen bestimmt war, ist unklar. Dickopf und Grote verfügen zwar über einen immensen Wissensschatz, alles wissen die Fachleute aber noch nicht. Sie werden aber bestimmt nicht müde, auch die letzten Rätsel noch zu lüften. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen. Gerade deshalb sind die Führungen besonders interessant.

Dass der Altar aus Antwerpen stammt, ist hingegen eindeutig geklärt. Das Symbol mit den beiden kleinen Händen und den drei Türmen, dass sich zum Beispiel auf der Außenseite eines Bilderrahmens befindet, ist ein eindeutiger Hinweis.Vor nicht all zu langer Zeit ist zudem aufgefallen, dass eine Figur nach der Renovierung der Kirche im 20. Jahrhundert, an einer falschen Stelle wieder eingesetzt wurde. „Das muss natürlich korrigiert werden“, sagt Grote, der außerdem herausfinden will, was das Wort „Cratoni“ zu bedeuten hat, das auf einem Bild auf der Außenseite zu lesen ist. Der Stifter ließ sich dort mit dem Namenspatron abbilden. Um wen es sich bei dem oder den Stiftern handelt? Grote weiß es nicht genau.

Grote und Dickopf wissen aber nicht nur einiges über den Altar zu berichten, der Bau an sich hält ebenfalls einige interessante Geschichten parat. Bei Ausgrabungen, die im Rahmen der grundlegenden Renovierung stattfanden, wurde zum Beispiel festgestellt, dass dort in der Zeit zwischen 900 und 1000 n.Chr. bereits zwei Kirchen existierten. Das war selbst für die Historiker neu. Man darf also gespannt sein, welche Rätsel gelöst werden. Grote und Dickopf informieren gerne. ▪ Markus Jetzsch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare