Ladenlokale vermietet, und viele wollen die Wohnungen

Noch ist nur eine Baustelle zu sehen – dennoch sind die Ladenlokale vergeben und es gibt einen Run auf die Wohnungen

NEUENRADE ▪ 14 Millionen Euro wird Eco.Plan mit allem Drum und Dran für das „Quartier am Stadtgarten“ in die Hand nehmen. Frühjahr oder auch Mitte 2013 wird das Bauprojekt fertiggestellt sein – und schon jetzt scheint das Projekt ein Erfolg: Sage und schreibe 300 Interessenten bewerben sich um 36 Wohnungen als Mieter oder Käufer. So ist es gar nicht einfach, den Andrang zu bewältigen.

Eine erste Partie von 30 Interessenten, die dort eine Wohnung kaufen wollen, wurden angeschrieben. Und – Einzelhändler, darunter viele aus Neuenrade, haben verstärkt Interesse an den Flächen gezeigt. Jetzt sind die großen und kleinen Ladenlokale vergeben. „Ihr Platz“ wird dort mit seinem Drogerie-Sortiment ebenso einziehen, wie der Textilfilialist Family und die Gertruden-Apotheke. Während die großen im Neubau unterkommen, gibt es noch zwei kleine Ladenlokale, die an einen Blumenhändler gehen, auch wird es eine kleine Eisdiele dort geben. Auch eine Büroetage ist bereits vergeben – in den Altbautrakt zieht ein Institut für Qualitätsmanagement. Das wird auch der erste Mieter sein, er wird im Februar einziehen.

Wie Ruth Echterhage, Geschäftsführerin bei Eco.Plan, erläuterte, hätte sie noch mehr Ladenfläche an heimische Einzelhändler vermieten können. Ein halbes Dutzend Interessenten aus Neuenrade und zwei Auswärtige hätten angefragt. Echterhage betonte, dass man nicht aktiv nach potenziellen gewerblichen Mietern gesucht habe. „Wir haben nicht gefragt“. Echterhage verwies auf die Filialisten, die sich ohnehin nach größeren und parkplatztechnisch besser erreichbaren Lokalitäten umgeschaut hätten.

So entwickelt sich rund um das Areal um den Discounter Lidl offenbar ein neues Zentrum. Drogerie, Apotheke, Kleidung für Familien mit Kindern, Eiscafé und Blumengeschäft ergänzen dann das vorhandene Ensemble um den „Frequenzbringer Lidl“, den Fleischer, die Bäckerei, Bauen und Wohnen und zwei Banken. Alles ist leicht zu erreichen. Kritische Stimmen aus der Politik, welche sagen, dass sie die Erste Straße leer ziehe, kontert Echterhage. Die Politik habe dem Projekt zugestimmt, es sei über einen Architektenwettbewerb gelaufen und unter ständiger Begleitung durch die Verwaltung. Alles sei transparent und offen erfolgt. Und auch eben von der Politik abgesegnet worden. Dass sich so viele für das Quartier am Stadtgarten interessieren, liegt wohl am Konzept und an der demographischen Entwicklung.

Die Bewohner des Quartiers leben zentral, können das Wichtigste per Pedes erreichen und genießen noch einen auf das Älterwerden abgestimmten Service. Die Interessenten kommen aus Neuenrade oder es sind Kinder, die Vater oder Mutter zentral und gut behütet unterbringen wollen. Es gibt zudem auch eine speziellen Bereich im Altbau mit zwölf Plätzen wo unter Demenz leidende Ältere betreut werden.

Unter dem Strich scheint das Projekt Quartier am, Stadtgarten stimmig zu sein. Echterhage: „Wir sehen das als unseren stadtplanerischen Beitrag“. Auch vor dem Hintergrund, dass es kein richtiges Renditeojekt sei. ▪ Peter von der Beck

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