Flugplatz Küntrop

Zehnter Schnupperkursus im Segelfliegen in Neuenrade

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Fabian Waltermann (v. l.), Maurice Berger, Reinhard Prior und Moritz Gerdes wurden am Wochenende von Marie Kneer in die Geheimnisse des Segelflugs eingeweiht.

Neuenrade - Regen und Nebel, der die Aussicht arg einschränkt: Keine guten Voraussetzungen für einen genussvollen Segelflug. Und so hat Marie Kneer, Organisatorin eines zweitägigen Schnupperkurses für potenzielle künftige Segelflieger am Samstag die Reißleine gezogen. Der erste Tag des Kurses wurde kurzerhand abgesagt.

Kneer führte damit das zehnte Schnupper-Wochenende seit 2012 durch. Angemeldet hatten sich drei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren: Maurice Berger, Moritz Gerdes und Fabian Waltermann. Die drei kamen aus Neuenrade, Werdohl und Balve. Am Sonntag gesellte sich auch noch spontan der 60-jährige Reinhard Prior dazu, der seine Flugabstinenz beenden wollte. Drei von ihnen konnten nun endlich in die Luft steigen – mit den erfahrenen Fluglehrern des Luftsportvereins Sauerland, der in Neuenrade und Balve beheimatet ist. Nur Maurice muss noch bis Dienstag warten, da er erst morgen das notwendige Mindestalter von 14 Jahren erreicht.

Zwei Probeflüge in rund 600 Metern Höhe standen für jeden Teilnehmer an, jeweils 15 bis 45 Minuten lang. In die Höhe ging es mit einem Zweisitzer im Wert von rund 90.000 Euro. Dieser wiegt rund 350 Kilogramm und hat ein Spannbreite von 20 Metern. Segelflugzeuge können bis zu 250.000 Euro kosten. Ihr Gewicht variiert von 200 bis 400 Kilogramm.

Die Jugendlichen saßen auf dem Pilotensitz und steuerten den Segelflieger höchstpersönlich. Der Fluglehrer hatte dabei selbst einen Steuerknüppel vor sich, um zur Not eingreifen zu können.

Organisatorin Kneer schildert: „Es ist nicht zielführend, Neulinge erst mit der Theorie zu quälen. Es bedarf schon einigen Abstraktionsvermögens, sich dann alles vorzustellen, was vermittelt wird. Da ist es schon besser, wenn sie in der Luft schon selbst erlebt haben, was später theoretisch erklärt wird.“

Diejenigen, die sich nach dem Schnupperkursus für eine Ausbildung zum Segelflug-Piloten entscheiden, die ebenfalls ab 14 Jahren möglich ist, haben den Grundstein mit dem Wochenende dafür bereits gelegt. Kneer verrät: „Die beiden Flüge vom Wochenende werden nämlich auf die Ausbildung angerechnet.“

Diese Ausbildung dauert dann, je nach persönlichem Zeiteinsatz, zwei bis vier Jahre. Die Flugsaison geht in jedem Jahr etwa von April bis Oktober, erläutert Kneer. Der Luftsportverein hat seit Jahren konstant etwa 100 aktive und zudem 70 passive Mitglieder. „Es hat nur ein Schnupperwochenende bisher gegeben“, freut sich Kneer, „, dass kein neues Mitglied für den Verein hervorgebracht hat.“

Wer nun selbst Lust hat, den Sport der Segelfliegerei einmal näher kennenzulernen, meldet sich bei Marie Kneer, Tel. 0151/70534458.

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