Aktivitäten an der Ersten Straße

„Kunstfenster“: So soll die Neuenrader Innenstadt belebt werden

Das „Kunstfenster Alte Apotheke“ wird auch von außen neu gestaltet. Ab Samstag laden die Organisatoren an der Ersten Straße zur „Begegnung mit der Kunst“ ein.
+
Das „Kunstfenster Alte Apotheke“ wird auch von außen neu gestaltet. Ab Samstag laden die Organisatoren an der Ersten Straße zur „Begegnung mit der Kunst“ ein.

„An der Ersten Straße passiert jetzt etwas. Das ist uns sehr wichtig“, sagt Bernd Buntenbach. Der gebürtige Neuenrader und Besitzer des Gebäudes, in der früher die Gertruden-Apotheke zu finden war, hat sich mit heimischen Künstlern zusammengetan, um einerseits die Innenstadt mit dem „Kunstfenster Alte Apotheke“ zu beleben.

Andererseits erhalten die Kunstschaffenden durch die Aktion die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren – und zum Kauf anzubieten.

Seit die Gertruden-Apotheke vor sieben Jahren ausgezogen sei, habe er das Ladenlokal bereits drei Mal vermietet. „Doch spätestens nach zwei Jahren waren die Mieter dann wieder weg“, stellt Buntenbach fest. Viele Jahre war der Apotheker im Ruhestand in dem Gebäude für die Menschen da, die Medikamente benötigten. Er beschreibt die Entwicklung an der Ersten Straße im Zusammenhang mit dem Verkehrsaufkommen: „1986 fuhren hier noch 18 000 Autos pro Tag vorbei, inzwischen sind es etwa 30 000.“ Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass die Lage nicht unbedingt als attraktiv wahrgenommen werde.

Entschluss: Ladenlokal wird nicht mehr vermietet

„Andererseits liegen wir hier sehr zentral. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass an dieser Stelle etwas Attraktives entsteht“, unterstreicht der Neuenrader. Aus diesem Grunde habe er mit seiner Frau Renate beschlossen, das Ladenlokal nicht mehr zu vermieten – und gemeinsam mit den Künstlern etwas Neues auf die Beine zustellen, das insbesondere in den Zeiten der Pandemie als Lichtblick empfunden werden könnte.

Irmhild Hartstein, bildende Künstlerin und Leiterin der Kiku-Kunstwerkstatt in Neuenrade, war von dieser Idee sofort überzeugt. Und auch die anderen Künstler, die der Neuenrader auf das „Kunstfenster Alte Apotheke“ ansprach, waren begeistert: Die Werdohlerin Annette Kögel – sie wird das große Schaufenster und den Raum als erste gestalten und nutzen, Gerhard Kania – „Meister Punze“ aus Neuerade, der Neuenrader Bernard Reynaud, Künstler im Bereich Kurzfilm, Autor Michael Martin und Martina Kluge, Lehrerin für Akkordeon und steirische Harmonika.

Nach Corona soll es Lesungen, Ausstellungen und Konzerte geben

Sie alle könnten demnächst an der Ersten Straße aktiv werden, denn sobald es die Corona-Pandemie zulässt, wünschen sich Buntenbach und seine Mitstreiter eine Ausweitung des Projektes: „Lesungen, Ausstellungen, kleine Konzerte und mehr. Und es wäre denkbar, die Gertruden-Passage mit einzubeziehen“, schwärmt Bernd Buntenbach von den vielfältigen Möglichkeiten nach dem Ende der coronabedingten Einschränkungen. In der Innenstadt könne auf lange Sicht eine Kunst-Begegnungsstätte entstehen. Eine Konkurrenz zum Forum Neuenrade solle aber keinesfalls entstehen. „Wir verstehen das Kunstfenster als Ergänzung zum Kulturangebot in der Stadt“, sind alle Beteiligten einer Meinung.

Sie freuen sich, den Neuenradern an der Ersten Straße eine attraktive Anlaufstelle bieten zu können: die Künstlerinnen Irmhild Hartstein und Annette Kögel sowie Bernd Buntenbach, Apotheker im Ruhestand und Besitzer des Gebäudes.

Bei der Zukunftsmusik soll es aber nicht bleiben – und so hat Annette Kögel schon damit begonnen, eine bunte Mischung ihrer Kunstwerke nach Neuenrade zu bringen und das Schaufenster zu gestalten. Ab dem 1. Adventswochenende stellt sie nicht nur in der ehemaligen Apotheke aus, Kunstfreunde können ab Samstag dort auch einkaufen. Alle Exponate sind mit Preisen ausgezeichnet, damit es einfacher ist, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Annette Kögel verkauft Bilder

Zum Auftakt der Aktion ist Kögel am Samstag von 10 bis 13 Uhr vor Ort, in der darauffolgenden Woche – vom 30. November bis zum 4. Dezember – täglich von 15 bis 17 Uhr, sowie am Samstag, 5. Dezember, erneut von 10 bis 13 Uhr. Nach diesem Zeitraum kann die Künstlerin telefonisch oder per E-Mail zwecks Terminabsprache kontaktiert werden. „Wir machen dann Termine für den Einkauf aus“, erklärt die Werdohlerin.

Sie freut sich sehr über die Möglichkeit, Gemälde und Objekte präsentieren und verkaufen zu können. „Auf meine Ateliertage muss ich coronabedingt in diesem Jahr ja leider verzichten“, stellt sie fest. Irmhild Hartstein lobt das „Kunstfenster Alte Apotheke“: „Die breite Schaufensterfront ist ideal, um auch in Zeiten der Pandemie die Begegnungen mit der Kunst erlebbar zu machen.“

Raum wird mit Fernsehgerät bestückt

Da Kögel längst nicht alle Kunstwerke an der Ersten Straße ausstellen kann, soll der Raum mit einem Fernsehgerät bestückt werden. „Auf dem großen Bildschirm werden in einer Dauerschleife Fotos der Kunstwerke gezeigt“, berichtet Irmhild Hartstein.

Wie lange Annette Kögel ihre Bilder ausstellt, ist noch nicht entschieden. Fest steht aber, dass das Schaufenster zwischendurch von ihr neu gestaltet werden soll. Die ersten Aussteller 2021 sollen an der Ersten Straße dann die Mädchen und Jungen der Kiku-Kunstwerkstatt sein.

Kontakt: Annette Kögel ist zwecks Terminabsprache unter Tel. 0172/5649954 und per E-Mail an annette.koegel.kunst@t-online.de erreichbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare