Jugend-Sinfonie-Orchester brilliert bei Neuenrader Tafelmusik

um ersten Mal in der Geschichte der Neuenrader Tafelmusik trug das Orchester diesmal fast eine komplette Sinfonie vor. ▪

WERDOHL ▪ Bürgermeister Klaus Peter Sasse verkündete am Samstagabend im Rahmen der 11. Neuenrader Tafelmusik im Kaisergarten stolz: „Ausgebucht.“ 188 Gäste waren der Einladung zum Benefizkonzert für das Jugend-Sinfonie-Orchester der Musikschule Lennetal gefolgt und bekamen musikalische wie gastronomische Leckerbissen geboten.

Höchste Konzentration forderte nicht nur Musikschul- und Orchester-Leiter Martin Theile von seinen Musikern ein, dem Küchen- und Service-Team des Kaisergartens wurden ebenfalls Höchstleistungen abverlangt. Schließlich galt es, 940 Essen zu servieren. Um sich auf das Konzert vorzubereiten, verbrachten das Orchester eine Woche in Weimar. Die intensiven Proben haben sich am Samstag zweifelsohne ausgezahlt, denn das Jugend-Sinfonie-Orchester lieferte abermals eine musikalische Gala ab. Durch das Programm führte Sebastian Hofmann, in seiner unverwechselbaren Art und Weise. Während Hofmann den Fokus auf die Musik, ihre Komponisten, den allgemeinen Hintergrund des Programms und der einzelnen Stücke richtete, deckte Sasse so manche Anekdote rund um das Essen auf. Als Aperitif bekamen die 188 Gäste einen Manhattan-Cocktail serviert. Die Verbindung zum Konzert, dass auf amerikanischen Werken basierte, war schnell geknüpft. Dr. Ian Marshall habe den Mix aus Rye Whiskey, Bourbon Whiskey oder Canadian Whisky, rotem Wermut undzwei Spritzern Angosturabitter 1874 in einer Cocktail-Bar im New Yorker Stadtteil Manhattan erfunden, erklärte Sasse. „Genau so schmeckten die USA Ende des 19. Jahrhunderts“, meinte Sasse. Ein bisschen weiter musste er dann beim ersten Gang ausholen und belustigte das Publikum im Stile eines Entertainers über den Truthahn, den die Amerikaner zu Thanksgiving so gerne zubereiten. Sasse erklärte unter anderem, wie es die Natur geschafft hatte, die phasenweise Fast-Ausrottung der männlichen Tiere in Nordamerika mit einem Evolutionstrick zu kompensieren. Warme, geräucherte Truthahnbrust mit Cranberries verwöhnten die Konzertbesucher, nachdem das Orchester „American spiritual festival“ von Steven L. Rosenhaus zum Besten gegeben hatte.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Neuenrader Tafelmusik trug das Orchester diesmal fast eine komplette Sinfonie vor. Antonín Leopold Dvorák hatte die Sinfonie „Aus der neuen Welt“ komponiert. Martin Theile ließ am Samstag zur Freude des Auditoriums den ersten, zweiten und vierten Satz des Werks in e-moll vortragen. Sebastian Hofmann informierte derweil, dass die irischen Einwanderer und die afroamerikanischen Sklaven deutliche Spuren in der amerikanischen Musik hinterlassen haben. Dementsprechend seien die Stücke des Abends auch ausgewählt.

Kürbiscremesuppe, Lachsragout, Roastbeef und American Pie bildeten das gastronomische Gerüst des Abends, Theile bediente sich bei Rosenhaus, Dvorák, Anderson, Bernstein/Naulais und Hardiman, um dem musikalische Teil des Abends Struktur zu verleihen.

Bürgermeister Sasse war anzumerken, wie stolz er auf diesen kulturellen Leckerbissen in seiner Stadt ist und dankte allen Besuchern und einem Sponsor im Hintergrund für die Unterstützung des Orchesters. Der Kaisergarten-Pächter Engelbert Groke habe eine Benefiz-Kalkulation bei der Preisgestaltung verwendet, erklärte Sasse. ▪ Markus Jentzsch

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