Stadt stellt Förderantrag

Kultur: So soll der Neustart gelingen

Damit auch solche Aufführungen wie die Zauberflöte mit dem Velvet-Theater zu Pandemiezeiten auch in Neuenrade finanzierbar bleiben, soll ein Förderprogramm helfen.
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Damit auch solche Aufführungen wie die Zauberflöte mit dem Velvet-Theater zu Pandemiezeiten auch in Neuenrade finanzierbar bleiben, soll ein Förderprogramm helfen.

Die Verträge für die Kultursaison 2021 sind geschlossen. Die Corona-Pandemie lässt momentan zwar keine Aufführungen zu. Doch die Chance ist da, dass sich die Situation bessert und Aufführungen mit Sicherheitskonzept und reduziertem Publikum möglich sein könnten.

Da trifft es sich gut, dass Neuenrade bei „Neustart Kultur“ mit im Boot ist. Das ist ein Bundesprogramm, extra dafür gedacht, der Kultur auch in Corona-Zeiten wieder auf die Beine zu helfen.

Nach dem Förderprogramm für den Bereich Tanz hat die Bundesregierung auch ein Programm für Gastspiel- und Tournee-Theater in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro aufgelegt. Das Programm „Theater in Bewegung“ ist Teil des mit einer Milliarde Euro ausgestatteten Zukunftspakets „Neustart Kultur“. Gastspieltheater könnten die Wiederaufnahme des Betriebes mit Fördermitteln hinbekommen. Neuenrade ist Mitglied in der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (Inthega), die wiederum bei „Neustart Kultur“ intervenierten und das Förderprogramm mit erarbeiteten.

Inthega bereits 1980 gegründet

Die Inthega ist eine große Organisation und wurde 1980 mit dem Ziel gegründet, regionale Kulturarbeit in den Mittelpunkt zu rücken. Besonders auf kleinen und mittelgroßen Städten und Gemeinden im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz), die kein eigenes Theaterensemble haben, liege der Fokus. Wie Neuenrades Kulturbeauftragte Monika Arens erläuterte, habe man einen Antrag gestellt, dass Neuenrade eine der Stationen beim „Neustart Kultur“ wird. Der Antrag sehe vor, dass die Hälfte der Kosten für Kulturveranstaltungen erstattet würden, wenn pandemiebedingt wegen Zuschauer teilnehmen dürfen und entsprechend die Einnahmen geringer ausfallen.

Mehrere hundert Kommunen abseits der Metropolen sind dabei

„Damit Kunst und Kultur nicht nur in den großen Städten stattfindet, gibt es die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (Inthega). Sie entstand 1980, um Kulturarbeit vor Ort, abseits der Metropolen, in den Mittelpunkt zu rücken. Das Hauptaugenmerk der Inthega gilt dabei dem Theater in all seinen Erscheinungsformen.

Theater im Bewusstsein der Menschen fest zu verankern, den Verantwortlichen in den Kultureinrichtungen und ihrer Administration beratend und helfend zur Seite zu stehen, ist ihre selbst erwählte Aufgabe. Um diese Aufgabe auch in Zukunft erfolgreich wahrnehmen zu können, engagiert die Inthega sich auch in Politik und Gesellschaft.

Die Inthega vertritt damit einen in mehreren hundert Kommunen gewachsenen und eigenverantworteten Teil des deutschsprachigen Kultursystems. Ihre Mitglieder sind Träger und Ausrichter öffentlicher Kultureinrichtungen in Städten und Gemeinden ohne eigenes Theaterensemble. Die derzeit 375 Mitgliedsstädte der Inthega sind Orte, denen ein qualifiziertes kulturelles Angebot am Herzen liegt. Sie vertreten insgesamt etwa 12 Millionen Bewohner in kleinen und mittelgroßen Städten und Gemeinden. Hinzu kommen die Menschen in den umliegenden Regionen.

„Eigentlich sollte das alles schon eher im Jahr greifen und auch schon im November“, sagte Arens. Aber das Projekt konnte angesichts der zuletzt verschärften Pandemie-Regelungen bislang nicht umgesetzt werden. Arens ist sogar skeptisch, ob es etwas mit der Veranstaltung „Spatz und Engel“, ein Schauspiel mit Musik, am 6. März wird. Sollten die Corona-Fallzahlen so hoch bleiben wie zuletzt, werde möglicherweise nur wenig an Kultur möglich sein. Dennoch hofft Monika Arens perspektivisch natürlich, dass es weitergeht mit der Kultur. Sie zitiert aus einer E-Mail an die Stadtverwaltung, bei der ein Künstler Heinrich Böll bemüht: „Wo die Kultur stirbt, beginnt die Barbarei.“ In diesem Sinne sagt sie: „Wir wollen alle optimistisch sein.“

Kunst und Kultur als „Lebensmittel“

Bleibt noch aus dem Leitbild der Inthega zu zitieren, in dem auf die Bedeutung der Kultur hingewiesen wird: „Gerade vor dem Hintergrund eines sich immer schneller vollziehenden Wandels in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Gesellschaft, Politik und sozialer Fürsorge tragen Kunst und Kultur zur Sinngebung und Lebensbereicherung des Einzelnen bei. Sie sind damit im wahrsten Sinne Lebensmittel. Und an denen sollten möglichst viele Menschen aus allen Bevölkerungskreisen teilhaben.“

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