Längst als Wahrzeichen etabliert

Die Küntroper Motte als außerschulischer Lernort

+
Klaus Peter Sasse mit Schwert und Schild vor der Küntroper Motte zeigt das schmiedeeiserne historische Denkmal auf dem Vorplatz.

Neuenrade - Am Sonntag, 1. Juli, um 12 Uhr, ist die offizielle Präsentation eines Leader-Projektes, das sich inzwischen als Objekt längst als Wahrzeichen etabliert hat: die Motte.

Weithin sichtbar ist der originalgetreue Nachbau einer Turmhügelburg. Für Autofahrer, die aus Richtung Balve/Langenholthausen über die B229 in Richtung Küntrop/Neuenrade fahren, ist sie nicht zu übersehen. Vor allem nachts ist die dann beleuchtete Burg ein Hingucker. 

Doch die Motte, mit kleinem Hügel, Wassergraben, Dornengestrüpp, Zugbrücke und Palisadenzaun ist nicht mehr nur von außen ansehnlich. Die Burg hat es auch in sich: Es gibt eine Art Unterrichtsraum mit Leinwand und Anschlussmöglichkeiten für Beamer und Laptop, Informationskarten hängen an den Holzwänden, eine Ritterrüstung unterstützt das historische Flair. Von der Plattform aus haben Besucher einen guten Ausblick über das obere Hönnetal. 

Sogar ein Außenwandklo (nur Anschauungsobjekt) gibt es in der Burg. Wer will, kann sich auch hier trauen lassen oder eben über die historischen Gegebenheiten informieren. Es ist auch ein Ort für Lesungen, für kulturelle Kabinettstückchen und für Kinder ist es eine Burg zum Anfassen. Auch Schwert und Schild sind als Demonstrationsobjekte in der Burg. 

Schmiedeobjekt als Entrée 

Der kulturaffine, ehemalige Neuenrader Bürgermeister Klaus Peter Sasse, der sich nun erfolgreich bemüht hatte, mit vielen Akteuren gemeinsam einen besonderen Hort der Kultur zu etablieren, präsentiert sein Projekt nicht ohne Stolz. Es ist durchaus ein Gesamtkunstwerk: Das Entrée – ein mit Hecken gesäumter Gehweg führt direkt darauf zu – ist ein schmiedeeisernes Kunstobjekt, das der Künstler Karsten Wolfewicz erdacht und die Werdohler Kunstschmiede Duisberg, Inhaber Ingo Bader, und Kunstschmied Kilian Kreuz aus Rönkhausen, gefertigt hat. Sasse ist sich sicher, dass es „ohne Leader nicht möglich gewesen wäre, so eine nachhaltige künstlerische Maßnahme zu realisieren“. 

Das schmiedeeiserne Kunstwerk auf dem Vorplatz der Motte.

An der Motte ist auch der Startpunkt zu mehreren Touren durch die Grafschaft Arnsberg, die relativ deckungsgleich mit der Leaderregion ist, mit einer Reihe von historischen Kulturpunkten, wozu auch das Kloster Oelinghausen zählen wird. 

Die Wolfewicz-Installation hat mehr als fünf Meter Durchmesser. Schilder und Schwerter symbolisieren die Landschaft zwischen Rhein, Lippe, Ruhr und Lenne. Sie zeigen mit einem Blick die damaligen Machtzentren. Das Kunstwerk an der Motte soll so auch identifikationsstiftend wirken. Wolfewicz ist nicht nur durch sein Kunstwerk an der Motte präsent. Er hat auch Text zur historischen Einordnung aufgenommen, die per Datenstick beispielsweise bei Führungen abgespielt wird. Mit sonorer Stimme erzählt Wolfewicz von den damaligen Machthabern. 

Führungen mit Kindergartenkindern 

Schon länger ist die Motte auch ein Lernort: Etliche Kindergartenkinder haben Klaus Peter Sasse und Co schon durch die Motte geführt. Den Kleinen wird so das Mittelalter näher gebracht. Nun wissen jene Kinder wie man ohne Strom und mit Klo ohne Wasserspülung klarkommt. Kein Zweifel, die Turmhügelburg ist schon jetzt ein Kulturobjekt, das mit Leben erfüllt ist. Die Vernetzungen mit dem Ort sind jetzt schon intensiv: Hinter der Bretter-Palisade gibt es eine versenkbare Vogelstange für die Küntroper Schützen, die neu gepflanzten Bäume stammen aus einer Ausgleichsmaßnahme im Dorf. 

Vorbehalte sind ausgeräumt 

Nach einer Seite ist die Aussicht in Richtung Küntrop Siedlung mit Brettern zugenagelt. Ein Wunsch der Anwohner, damit etwaige Touristen nicht in die Vorgärten starren können. Die Sache mit der Motte lief also nicht ganz reibungslos. Es gab Vorbehalte, die inzwischen ausgeräumt sind. Auch dank einer Hubwagenaktion. Dabei wurden Dorfbewohner vor dem Aufbau der Motte auf die entsprechende Höhe gehoben. So konnten sie sich von der Einsehbarkeit ihrer Gärten überzeugen. Auch der Platz bleibt für die Schützen und den angrenzenden Pferdehof weiter uneingeschränkt nutzbar.

Von Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare