Küntroper bekommen ihre Burg Gevern zurück

Diesen Turm bekommen die Küntroper überlassen. Am Donnerstag beginnt der Abbau.

KÜNTROP ▪ 1355 zerschlug Graf Engelbert den Küntropern ihre Burg Gevern. Von der einstigen Burg ist 656 Jahre später nicht mehr viel zu sehen. Im Bereich der Dinneike sieht man erst auf den zweiten Blick, dass dort überhaupt ein solches Bauwerk gestanden haben soll.

Lediglich der Wassergraben, der die Burg umgab, lässt sich noch erkennen. Doch nun bekommen die Küntroper ihre Burg zurück. Das alles verdanken sie eigentlich einem Zufall.

Andreas Klinke, CDU-Fraktionsvorsitzender, besuchte gemeinsam mit seiner Mutter die Ausstellung Aufruhr 1225 des LWL-Museums für Archäologie in Herne. „Es gab bereits vor einigen Jahren die Überlegung, diesen geschichtsträchtigen Küntroper Ort wieder sichtbar zu machen, nur wussten wir nie wie. Als ich auf das Ausstellungsgelände kam, traf mich fast der Schlag, da stand unsere Burg Gevern“, erinnert sich Klinke. Da wurden die anderen Exponate schnell zur Nebensache. „Ich wusste, dass die Ausstellung irgendwann enden würde und witterte unsere Chance, die Burg Gevern zurück zu bringen“, so Klinke. Und es klappte tatsächlich. Schnell wurden Gespräche mit der Stadt und dem Küntroper Heimatverein geführt. Dr. Rolf Dieter Kohl war es dann, der den Kontakt mit dem Museum weiter vertiefte. „Von Wissenschaftler zu Wissenschaftler redet es sich einfach besser“, erklärte Klinke. Ursprünglich habe die Burg 350 000 Euro gekostet. Nun bekommt sie die Stadt geschenkt. Lediglich der Aufbau, Abbau, die Fundamente und der Transport müssten finanziert werden. „Das sind 85 000 Euro, aber das wird aus Spenden finanziert werden. Die Stadt wird dieses Vorhaben keinen Cent kosten“, verspricht der Fraktionsvorsitzende.

Doch darf man sich die Burg Gevern nicht wie etwa die Burg Altena vorstellen. Burg Greven war eine Hügelburg, auch „Motte“ genannt, die aus Holz auf einen kleinen Berg gebaut wurde. Ähnlich wie die Herner „Motte“ soll auch die Küntroper ausgesehen haben. „Die ‚Motten‘ waren von der Bauart alle sehr ähnlich. Auch diese ist komplett ausgestattet, sogar ein Plumpsklo ist eingebaut worden“, schwärmt Klinke. So sei der Grenzturm zu begehen wie ein Haus und würde sich auch für Veranstaltungen eignen.

Am Donnerstagmorgen beginnen in Herne die Abbauarbeiten. Sobald das Wetter es zulässt, wird der Turm in Küntrop wieder aufgebaut. Wo ist noch nicht geklärt – es werden aber Gespräche mit allen Küntroper Bürgern geführt. Aber der künftige Platz werde sicherlich in der Nähe der einstigen Burg Gevern liegen, so Klinke. Ortsvorsteher Ludger Stracke, Mitglieder des Arbeitskreises Küntrop, Bürgermeister Klaus Peter Sasse, Dr. Rolf Dieter Kohl und Alexander Klinke sind am Donnerstagmorgen nach Herne gereist, denn: „Was wir einst zerstörten, geben wir nun endlich zurück.“ ▪ lm

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