Kein Käufer für „Schweitzer“

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Prominent liegt der Gasthof Schweitzer an der Hauptstraße in Küntrop. ▪

KÜNTROP ▪ Die Zukunft des Gasthofs „Schweitzer“ an der Küntroper Straße bleibt weiter ungewiss. Auch beim vierten Versteigerungstermin fand sich kein Interessent im Amtsgericht Altena ein.

Mit einer umfangreichen Erklärung verabschiedete sich 2008 der letzte Pächter des Gasthofs von seinen Gästen: „Vor sechs Jahren – fast auf den Tag genau – habe ich dieses Hotel / Restaurant gepachtet. Es war kein leichtes Stück Arbeit, diesen Gasthof wieder ansprechbar zu machen.“ Nun aber müssten dringend notwendige Arbeiten durchgeführt werden. Am 26. Oktober war der letzte Tag des Restaurantbetriebes, das Hotel schloss endgültig am 31. Januar 2009.

Seitdem steht das Gebäude weitgehend leer, und verrinnende Zeit nagt bekanntlich am Wert einer Immobilie. Auch die Einsetzung eines Zwangsverwalters änderte nichts an der schwierigen Situation. Die Commerzbank, die der Pächter der Untätigkeit bezichtigte, hatte als Gläubigerin zwar ein Anrecht auf die Erträge aus der Verpachtung, konnte aber nicht selber tätig werden, weil sie nicht die Eigentümerin der Immobilie war. Die Besitzerin ihrerseits hatte offenbar nicht die Mittel, um die notwendigen Reparaturen vornehmen zu lassen.

Der von einem Gutachter festgestellte Verkehrswert von 650 000 Euro ist deshalb längst Makulatur – trotz der Dimensionen des Objekts: 573 Quadratmeter ist die Gaststätte groß – sie verfügt über einen eingeschossigen Saalanbau und eine Kegelbahn. Das Hotel hat 206 Quadratmeter. Dazu kommen eine Wohnung mit 97 und ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohneinheiten und einer Gesamtwohnfläche von 126 Quadratmetern.

Viel Raum also für kreative Ideen, denen der mittlerweile erhebliche Sanierungsbedarf allerdings Grenzen setzt. Der Standort scheint schwierig – Küntrop ist nicht das Hönnetal, wo der Tourismus andere Dimensionen erreicht. Längst gab auch der Zwangsverwalter seine schwierige Mission auf, nachdem er vergeblich versucht hatte, das Objekt zu vermarkten.

Angesichts der vielen Probleme kam auch gestern kein Bieter ins Amtsgericht Altena, um ein Gebot abzugeben. Rechtspflegerin Michaela Petz und die Vertreterin der Commerzbank als Gläubigerin blieben unter sich.

Immerhin steigen die Chancen, dass doch noch jemand eine Perspektive an diesem Standort sieht: Die 5/10- und 7/10-Wertgrenzen gelten nicht mehr, das Gebäude kann also auch für einen Preis unter 325 000 Euro ersteigert werden. Voraussetzung dafür wäre, dass das Objekt im laufenden Zwangsversteigerungsverfahren noch ein letztes Mal ausgeboten würde. Als möglicher Termin wurde dafür gestern der Dezember gehandelt.

Von Thomas Krumm

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