Künstler hautnah in Neuenrade

Mirtha Monge aus Peru ist eine der fünf Künstler, die bald hautnah zu erleben sind.

NEUENRADE ▪ „Beim Malen brauche ich Stille, so entsteht Intimität im Raum“, sagt Künstlerin Mirtha Monge. Die Malerin gehört zur internationalen Künstlergruppe, die sich am Freiluftsymposium des Kulturvereins forumneuenrade vom 30. August bis 3. September beteiligt.

Unkonventionell und unter freiem Himmel. So präsentieren sich an fünf Tagen fünf Künstler aus fünf Ländern. Mirtha Monge aus Peru, Raquel Hofer aus Kolumbien, Thomas Ohm aus Deutschland, Sandy Cheyne aus Schottland und Dr. Ebrahim Ehrari aus Aserbaidschan präsentieren ihre Werke den Neuenradern. Dabei kann jeder Interessierte den Künstlern im Garten der Villa am Wall bei der Erschaffung ihrer Werke über die Schulter schauen. „Das Symposium bringt im schöpferischen Akt unterschiedliche Gestaltungsprozesse praktisch auf die Straße“, wirbt der Kulturverein für das Symposium.

Die 55-jährige Mirtha Monge, geboren in Peru, lebt heute im bayerischen Valley. Die Mutter zweier erwachsener Kinder studierte von 1974 bis 1980 an der geisteswissenschaftlichen Fakultät und Kunstakademie der Universität Catolica Lima/Peru. Anschließend kam sie nach Europa. Dort verbrachte sie zunächst ein Studienjahr am Polytechnikum für Kunst und Medienkommunikation in Mailand/Italien. Es folgten zwei Jahre in Florenz und Bologna. Nach dem Umzug nach München 1984 wurde die bayerische Landeshauptstadt für einige Jahre ihre künstlerische Heimat. Kunstpädagogische Projekte im Stadt-Museum Lenbachhaus wechselten sich bis 1992 mit Workshops in Deutschland, Österreich und Italien ab.

1994 folgte in München die Performance „Vier Himmelsrichtungen“, bei der sich Monge auch plastisch verwirklichte. In den darauf folgenden Jahren nahm sie an zahlreichen Ausstellungen in Europa und Südamerika teil, ehe sie 1999 mit ihrem Partner Norbert Kodlin die Kunstinitiative „Artehof“ in Valley gründete. Die beiden schufen einen Ort für Kunstbegegnungen und Aktivprojekte der bildenden Kunst und der Musik. Zuletzt verweilte die Künstlerin mehrfach für lange Zeit in Indien und Peru.

Die Stille, die sie für ihr Schaffen benötigt, ermögliche es ihr, „die Farben aufzurufen, die mir in den vergangenen Wochen auf meinen Reisen begegnet sind“. Ihr Malen verläuft dann selten geradlinig. „Ich vertraue dann komplett dem spontanen Dialog meiner Hände mit meinen Malmaterialien“, beschreibt Mirtha Monge ihr Vorgehen.

Monge malt Farbkompositionen in Öl. Daneben gehören Tusche und Wasserfarben zu ihren Malmaterialien. Die Künstlerin vermutete die Wurzeln ihres künstlerischen Schaffens lange in der Natur oder in den Menschen verankert. „Aber das, was ich versuche in Form und Farbe zu bringen, ist unsere Fragilität und Vergänglichkeit, es gibt keinen Anker.“ Daran anschließend betont Mirtha Monge: „Man könnte sagen, ich male aus Freude an dieser Freiheit.“ ▪ ds

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