Krümelburg wird geschlossen

Symbolfoto.

NEUENRADE ▪ Nach 16 Jahren wird der städtische Kindergarten Krümelburg voraussichtlich im kommenden Jahr geschlossen. Die dann frei werdenden Räume sollen der neuen Gemeinschaftsschule zur Verfügung gestellt werden.

„Das ist die optimale Lösung unter den gegebenen Umständen“, sagt Kämmerer Gerhard Schumacher – und betont, dass es natürlich einen Ersatz für die Kindergartenplätze in der Krümelburg geben wird: Im katholischen Kindergarten Küntrop, der momentan nur eine Gruppe beherbergt, soll wieder eine zweite angegliedert werden.

Warum sich Verwaltung und Kommunalpolitiker – diese sind schon länger involviert – für diese Vorgehensweise entschieden haben, erklärt der Kämmerer ausführlich. Zunächst sei absehbar, dass die räumlichen Kapazitäten des Hauptschulgebäudes für die dreizügig geplante Gemeinschaftsschule auf Dauer nicht ausreichen. Der Kindergarten Krümelburg sei 1997 im Hauptschulgebäude eröffnet worden. Damals wurden durch höhere Geburtenzahlen mehr Betreuungsplätze benötigt. „Inzwischen sieht das ganz anders aus. Wir haben nur noch rund 100 Geburten pro Jahr“, berichtet Schumacher. Für das neue Kindergartenjahr hätten bisher nur drei Eltern ihren Nachwuchs in der Krümelburg angemeldet, somit würden dort nur noch 28 Kinder betreut. Die reguläre Gruppenstärke liege bei 25 Kindern. „Allerdings ist diese sehr geringe Anmeldezahl auch durch die Gerüchte um den Kindergarten entstanden“, verdeutliche Bürgermeister Klaus-Peter Sasse, dass einige Eltern wohl bereits gehört hätten, dass die Einrichtung im Innenstadtbereich keine Zukunft hat.

Inzwischen sind die Eltern aller Krümelburg-Kinder schriftlich informiert worden. Das habe die Verwaltung in Angriff nehmen können, nachdem die Verhandlungen mit dem Träger des katholischen Kindergartens Küntrop, der Kindertagesstätten GmbH im Erzbistum Paderborn, realitiv weit gediehen sind. „Eine eingruppige Einrichtung zu betreiben ist wirtschaflicher Nonsens. Deshalb haben wir überlegt, wo wir eine Gruppe andocken können“, erklärt Gerhard Schumacher. Die Wahl sei dann aus mehreren Gründen auf Küntrop gefallen. Die Einrichtung in Küntrop sei bis vor einigen Jahren zweizügig geführt worden und deshalb auch grundsätzlich dafür konzipiert, erinnert Schumacher. „Allerdings ist ein Anbau geplant“, berichtet er. Nicht nur, dass bei einem zweizügigen Betrieb sonst die notwendigen Nebenräume fehlen würden – demnächst soll in Küntrop auch eine U-3-Betreuung angeboten werden (sechs Plätze für Kinder ab zwei Jahren).

Mit der Kindertagesstätten GmbH – der weiterhin die alleinige Trägerschaft für die Einrichtung in Küntrop obliegt – würden langjährige Verträge geschlossen. „Somit ist das praktisch eine Bestandsgarantie für diesen Kindergarten“, zeigt sich Bürgermeister Sasse erfreut. Der Trägeranteil an den Betriebskosten für die Einrichtung würden entsprechend aufgeteilt, verweist der Kämmerer auf finanzielle Einsparungen nach der Krümelburg-Schließung.

Die Kinder, die vermutlich 2013 nach Küntrop wechseln müssen, sollen von einer Bezugsperson begleitet werden. „Der Träger ist grundsätzlich bereit, die derzeitige Krümelburg-Leiterin als Gruppenleiterin in Küntrop zu übernehme“, stellt Schumacher fest. Mit Blick auf die weiteren Betreuerinnen in der Krümelburg verspricht er: „Es wird kein dauerhaftes Arbeitsverhältnis gekündigt. Wir finden eine Lösung.“ Neben den 24,4 Planstellen im Kindergartenbereich habe die Verwaltung noch zwölf befristete Stellen für alle städtischen Einrichtungen geschaffen. Was letztere betrifft, sei man von der Entwicklung in den anderen städtischen Kindertagesstätten abhängig. Schumacher und Sasse bedauern das. Doch bedingt durch das Kinderbildungsgesetz (KiBiZ), mit dem der Personalschlüssel unter anderem vom jeweiligen Stundenbuchungsverhalten der Eltern abhängig ist, müssten hier laufend Änderungen vorgenommen werden. ▪ Carla Witt

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