Kritik an schlechten Straßen

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Im Rahmen des CDU-Bürgergesprächs am Donnerstag gab es einiges zu diskutieren.

Neuenrade - Der schlechte Zustand der Straßen, zu hohes Tempo in Tempo 30-Zonen und speziell vor Kindergärten sowie fehlendes Geld in der städtische Kasse bestimmten am Donnerstagabend im Hönne-Café das Bürgergespräch zwischen Bürgern und Kommunalpolitikern der CDU. Eingeladen hatten die CDU-Kommunalpolitiker Monika Helleckes, Daniel Wingen und Jürgen Hederich.

Den gedanklichen Austausch mit Lob und Kritik von Bürgern hat die Union damit kontinuierlich fortgesetzt, beim jetzigen Gespräch waren Bürger aus den angrenzenden Wahlbezirken vier, neun und zehn präsent, der Zuspruch hielt sich allerdings mit knapp 25 Gesprächsteilnehmern in Grenzen. Vorrangige Kritik wurde an dem sich verschlechternden Zustand der Straßen geübt, im Einzelfall wurden der Rüterbruch, der obere Beulerweg und der Fichtenweg angeführt. Der Fichtenweg habe zwar erst vor fünf Jahren eine neue Straßendecke erhalten, die aber bereits jetzt Risse aufweise und möglicherweise auf eine nicht fachgerechte Ausführung der Straßenarbeiten schließen lasse. Außerdem hapere es an einem Teilstück mit der Straßenbeleuchtung, die in mit dem Abend förmlich im Dunklen liege.

Der Vorsitzende des Bau- und Wegeausschusses, Antonius Wiesemann, lieferte Infos. 360 000 Euro sind im kommenden Jahr im Haushalt ausgewiesen, ein Betrag, der nicht ausreiche, um alle Schäden zu beheben. Dennoch sei die Stadt bemüht, in jährlichen Abschnitten den Zustand der Straßen zu verbessern. Sowohl Wiesemann als auch die drei Ratsvertreter Helleckes, Wingen und Hedrich zeigten Verständnis für den Unmut der Bürger und ermunterten sie, weitere Schäden und Fehler umgehend ihnen oder der Verwaltung zu melden. Unisono verwiesen die örtlichen Volksvertreter auch auf die Politik von Bund und Land, die zunehmend die Selbständigkeit der Kommunen einschränke. Städte und Gemeinden, die in der Vergangenheit eine solide Finanzpolitik betrieben haben, würden mit dem kommunalen Solidarpaket noch weiter eingeschränkt.

Das Thema Tempo 30 in den Neuenrader Nebenstraßen wurde ebenso kritisiert, wie das zu schnelle Fahren, speziell im Bereich von Kindergärten. Den Eltern gehe es offensichtlich darum, den Nachwuchs möglichst schnell im Kindergarten morgens abzuliefern, um dann mit erhöhtem Tempo zur Arbeit zu fahren. Dieses Verhalten sei umso kritischer zu sehen, da sich die gleichen Eltern lautstark zu Wort meldeten, wenn in ihrer Straße zu schnell gefahren werde. Die CDU-Vertreter verwiesen darauf, das zwar in diesem Jahr eine Aktion vor Kindergärten stattgefunden habe, dass das Gespräch mit Bürgern und Eltern gesucht wurde – aber offenbar seien diese Bemühungen bei vielen nur von kurzer Dauer gewesen. Antonius Wiesemann, Kandidat für die Union bei der kommenden Bürgermeisterwahl, appellierte an alle, selbst mit gutem Beispiel und „zum Schutz unserer Kinder“ voranzugehen. Er räumte ein, dass der flexibel aufgestellte gelbe „Smiley“ Wirkung zeige, solange er in der betreffenden Straße oder vor Kindergärten aufgestellt sei.

Verkehrspolitisch werde die Union – so nach der Anfrage eines Bürgers – auch weiterhin dafür kämpfen, dass die Umgehungsstraße B 229 in Neuenrade gebaut werde. Politisch werde die Umgehungsstraße für Neuenrade als „ganz, ganz wichtig“ eingestuft. Im Bundesverkehrswegeplan 2015 sei die B 229n wieder enthalten.

Am Rande des Bürgergesprächs wurde bekannt, das Monika Helleckes für die Union bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr kandieren wird. Für den Wahlbezirk vier wird dann möglicherweise Daniel Wingen (bisher Wahlbezirk zehn) kandidieren. Mit Markus Junker würde dann als Wingen-Nachfolger ein neuer Kandidat für ein CDU-Mandat ins kommunalpolitische Geschehen gehen. Jürgen Hederich, seit drei Perioden für die Union im Rat der Stadt, wird weiterhin für den Wahlbezirk neun kandidieren.

Von Udo Schnücker

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