Kritik an der neuen Ampelanlage

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Am Spätnachmittag und morgens kommt es zu längeren Staus und Wartezeiten in diesem Bereich.

Neuenrade - Das Ziel war eindeutig: Der Autoverkehr durch Neuenrade sollte störungsfreier fließen. Dazu wurden immerhin 230 000 Euro investiert und hochmoderne Ampelanlagen installiert und aufeinander abgestimmt. Mit Kamera sind die Anlagen ausgestattet, online mit einem Computer verbunden. Nun sind die Anlagen seit zehn Wochen in Betrieb und es funktioniert offenbar nicht so wie es sich mancher wünschen würde.

Wohl zu den Stoßzeiten, vormittags gegen 7.30 Uhr oder nachmittags, zwischen 16 und 17 Uhr, fließt der Verkehr gar nicht gut durch Neuenrade. Der eine oder andere hat sogar den Eindruck, dass der Verkehrsfluss noch schlechter ist als früher. Beschwerden drangen zu den Behörden durch. Vor allem, wer zu den Stoßzeiten aus der Poststraße auf die Hauptstraße einbiegen möchte, hat offenbar schlechte Karten. Klaus Peter Korte (Bauamt) berichtete von einem Anrufer, der gar entnervt bei Rot gefahren sei, weil die Ampel nicht grün werden wollte, während andere munter fahren durften. Eine Mitarbeiterin des Bauamtes will ebenfalls längere Wartezeiten als vorher erfahren. Ein direkter Nachbar der Kreuzung, Olaf Biedebach, von der Brillenboutique Becker, verweist auf ein tägliches Schauspiel. Mitten auf der Kreuzung stünden dort die Autos, es gebe einen Rückstau bis zur Wilhelmshöhe. Recht zügig jedoch fließe der Verkehr in Richtung Werdohl, das funktioniere offenbar. Live konnte man es am Mittwochnachmittag erleben: Ein Auto stand auf der Kreuzung, musste wieder rückwärts setzen, um die Autos vorbei zu lassen. Linksabbieger mussten zudem recht lange warten.

Wie gesagt: Rund 230 000 Euro kostet das den Steuerzahler. Dafür erhält er mit einer speziellen Software, einer Videokamera und LED-Licht für bessere Sichtbarkeit bei ungünstigen Lichtverhältnissen (blendende Sonne) ausgestattete Ampelanlagen, die sogar online sind. Datenbasis für die Ampelsteuerung sind vorhandene Zahlen aber auch die Ergebnisse von Testläufen bei Straßen NRW. Nachts laufe ein anderes Programm als zum Feierabendverkehr, gleichzeitig stehen die Ampeln untereinander in Verbindung, Fahrzeug-Pulke würden, so hieß es damals, über den Videodetektor registriert. Die Software sei so ausgelegt, dass die Ampeln eben auch auf Veränderungen (Stau durch Unfall) in gewissem Maße reagieren könnten, hieß es damals.

Straßen-NRW-Sprecher Michael Overmeyer sagte gestern, dass man bislang nichts von diesen Ampelproblemen gehört habe. Lediglich Verbesserungsvorschläge vom örtlichen Blindenverein gebe es. Möglicherweise würden die Ampeln nicht schnell genug auf veränderte Verkehrsflüsse und Fahrverhalten (bei diesigen Verhältnissen fahren alle langsamer) reagieren. Da bräuchte es schon zwei bis drei Nachjustierungen durch den angeschlossenen Rechner, bis da etwas anders gesteuert werde. Vielleicht gebe es diese Staus in dieser Übergangsphase. Gleichwohl werde man die Sache nun überprüfen.

Ohnehin gibt es in der nächsten Woche ein Gespräch mit Bauamt/Straßen NRW. Dann wird die Ampel Thema sein aber auch die Parksituation an der neuen Postfiliale/Bahnhofstraße

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Von Peter von der Beck

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