Straftaten nehmen um 30 Prozent zu

Kriminelle entdecken Neuenrade für sich

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Vandalismus ist ein Problem in Neuenrade. Hier wurde eine Schaufensterfront zerstört.

Neuenrade – Während es kreisweit eine Abnahme der Straftaten um fast zwei Prozent gab, erhöhte sich in Neuenrade die Zahl der bekannt gewordenen Verbrechen 2019 deutlich um 30 Prozent: von 292 (Jahr 2018) um 90 auf 382 Straftaten.

Immerhin: Im Bereich der Sexualdelikte wurde kein Verbrechen aktenkundig. 

Aus der neuesten Kriminalitätsstatistik der Polizei ist ansonsten aber eine Zunahme der Fallzahlen in praktisch allen Ressorts zu ersehen. Zu vernachlässigen dabei: Raubdelikte. Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen – da registrierten die Statistiker der Polizei jeweils nur eine Straftat. 

Körperverletzungen: 50 Fälle mehr

Körperverletzungen hingegen gab es einige. Im vergangenen Jahr kamen 50 registrierte Straftaten hinzu. Bei schweren Körperverletzungen – wenn Hilfsmittel wie zum Beispiel schwere Schuhe oder Gegenstände eingesetzt werden – kommen weitere 15 Fälle hinzu. 

Fast ein Viertel aller Straftaten in der Hönnestadt sind Eigentumsdelikte: 102 Diebstähle wurden von Anfang Januar bis Ende Dezember 2019 registriert. Einmal wurde dabei ein Auto geklaut. Acht Taschendiebstähle nahm die Polizei auf, zudem sieben Fälle von Einbruchsdiebstahl. 

Plus von 28 Prozent bei Betrugstaten

Betrug bildet eine eigene Kategorie. Hier nahm die Zahl der Fälle um fast 28 Prozent ab. 

Sachbeschädigung hat in Neuenrade erheblich zugenommen – um mehr als 40 Prozent. Für eine Kleinstadt ist der Anstieg der Fälle von 50 auf 71 nicht unerheblich. Darunter war eine Reihe von Fällen, die in der Hönnestadt Aufsehen und Ärger hervorgerufen haben. Ob Kirche, Kunst von Kindern oder Bushäuschen: Gassenwächter, welche Kinder kreiert hatten, wurden demoliert, Fenster des Philipp-Neri-Hauses zerstört und fünf Scheiben eines Bushäuschens eingeworfen. Auch wurden Schaufensterscheiben an gleich sieben Ladenlokalen zerstört. Vandalismus gab es zudem beim Weihnachtmarkt am Stadtgarten. Nur zum Teil wurden die Täter erwischt. 

Auch bei Rauschgift nehmen Fallzahlen zu

Relativ gering, zumindest was die Zahl der Delikte anbelangt, ist die Fallzahl bei Rauschgiftvergehen. Allerdings ist auch hier eine deutlich Zunahme der Taten von zehn auf 15 in der Statistik vermerkt. Eine ähnliche Entwicklung verzeichnet die Polizei bei der Gewaltkriminalität. Die Computerkriminalität hat sich fast verdoppelt, von 13 auf 25 Fälle. 

Die Polizei fasst viele Straftaten, angefangen bei Vergewaltigung über Körperverletzung und Diebstahl, in Kategorien zusammen. Hier ergeben sich für Neuenrade meist erhebliche Zunahmen: Die Straßenkriminalität hat sich demnach in absoluten Zahlen von 55 auf 96 Straftaten erhöht – hat also um fast 80 Prozent zugenommen. Straßenkriminalität wird auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen. 

Fall am Baggersee sorgt für Aufsehen

Für recht viel Aufsehen hat auch ein Fall am Baggersee an der Winterlit gesorgt. Dort hatte ein Pärchen gezeltet und war nachts von drei Männern belästigt worden. Anschließend fehlten dem Paar – ein Mann aus Werdohl und eine Lüdenscheiderin – die Geldbörsen samt Bargeld, Papieren und Bankkarten. 

Auch in Sachen Seniorenbetrug waren die Kriminellen erfolgreich. Registriert wurde nämlich ein Fall, bei dem sich eine spezielle Straftat gegen ältere Bürger richtet. Diese Kategorie hat die Polizei extra eingerichtet, nachdem diese Kriminalitätsform in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. 

Angriffe gegen Polizeibeamte

Zu erwähnen sind noch Angriffe auf Polizisten oder Vollstreckungsbeamte: Drei gab es 2019 in Neuenrade. 

Die Aufklärungsquote ist im Vergleich zur Kreisebene (55,65 Prozent) gar nicht schlecht. Unter dem Strich werden in fast 60 Prozent der Fälle die Täter ermittelt. Die höchste Aufklärungsquote gibt es naturgemäß bei Körperverletzung und Rauschgift, weil sich die Delikte meist Personen zuordnen lassen. Doch auch bei Computerkriminalität wird in 88 Prozent der Fälle jemand erwischt. Eine niedrige Aufklärungsquote registriert die Polizei allerdings bei Sachbeschädigung und Straßenkriminalität, ebenso bei Wohnungseinbrüchen. 

Großteil der Tatverdächtigen sind Männer

Über die Tatverdächtigen erhebt die Polizei nur kreisweite Statistiken, lokale Daten dazu gibt es nur auf Nachfrage. So wurden 2019 im MK insgesamt 8863 Personen als Tatverdächtige auffällig, davon sind drei Viertel männlich. Ein nicht unerheblicher Anteil der Straftaten wird wohl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen begangen, denn ein Viertel der Tatverdächtigen ist unter 21 Jahre alt. Etwas mehr als ein Viertel sind Nichtdeutsche. Übrigens: Vier Prozent aller Straftäter sind alte Bekannte der Polizei, denn sie wurden innerhalb von fünf Jahren mehrfach erwischt. 

Aus Neuenrade kommen 166 der Tatverdächtigen, 121 davon sind männlich, 45 weiblich. 37 der Tatverdächtigen sind Nichtdeutsche, was 22 Prozent entspricht – also weit unter dem Kreisdurchschnitt.

Abgebildet werden in der Statistik nur polizeilich bekannt gewordene Straftaten.

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