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Kriminalität in Neuenrade: Ein Tötungsdelikt und Rauschgiftkriminalität als Problem

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Von: Peter von der Beck

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Eine Mordkommission ermittelte im März an der Bahnhofstraße in Neuenrade. Dort hatte ein Mann seine Ex-Partnerin in deren Wohnung getötet.
Eine Mordkommission ermittelte im März an der Bahnhofstraße in Neuenrade. Dort hatte ein Mann seine Ex-Partnerin in deren Wohnung getötet. © Klümper, Markus

Die Kreispolizeibehörde präsentiert ihre Kriminalstatistik für den Zeitraum Dezember 2020 bis einschließlich Dezember 2021. Und Neuenrade gehört, zumindest, was die Anzahl der Straftaten anbelangt, zum gelobten Land.

Nicht nur, dass es Ende 2021 auch im Vergleich zu anderen Städten nur 336 Fälle gab, sondern die Straftaten gingen gar insgesamt um zwölf Prozent zurück. Altena, quasi nur ein Dorf größer, hat gleich weit über 1000 Fälle zu verzeichnen.

Gleichwohl gab es im vergangenen Jahr eine besonders schlimme Tat in Neuenrade. Ein Tötungsdelikt: Eine junge Frau, Mutter von zwei Kindern, kam durch ihren Ex-Partner zu Tode. Der Täter wurde inzwischen wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Rückgänge in fast allen erfassten Bereichen

Neuenrade verzeichnet in Sachen Kriminalität in fast allen erfassten Bereichen Rückgänge: Es gab wesentlich weniger Fälle von Körperverletzung. Auch bei schwerer/gefährlicher Körperverletzung wurden nur vier Fälle verzeichnet. Im Jahr zuvor waren es noch zwölf Fälle. Generell gab es einen Rückgang bei den Sexualdelikten: Die Statistik verzeichnet für 2021 einen Fall von Verbreitung pornografischer Schriften, zwei Mal ist der sexuelle Missbrauch von Kindern angezeigt (ein Fall mehr als im Vorjahr) und ein Fall von Vergewaltigung/schwerer sexueller Nötigung wurde aktenkundig.

Zu den häufigsten Delikten in Neuenrade zählt die Rubrik Diebstahl: ein Auto wurde gestohlen, zehn Diebstähle bei Einbrüchen zählte die Polizei, zwei Mal wurde etwas aus Autos gestohlen und drei Taschendiebstähle registrierten die Statistiker.

Viele Betrugsdelikte

Nicht unerheblich ist die Zahl der Betrugsdelikte, die Zahl der Fälle stieg sogar um 33 auf insgesamt 73 Fälle. Ein Beispiel: So wurde eine 83-Jährige Opfer eines Gewinnspielbetrügers. Weil sie tatsächlich bei einem Preisausschreiben mitgemacht hatte, ging sie dem Betrüger auf dem Leim und leistete Zahlungen.

Zurückgegangen ist die Zahl der Sachbeschädigungen. Dennoch: 46 Mal wurde fremdes Eigentum demoliert. Darunter fallen sicher auch die Beschädigungen an städtischem Eigentum am Schulkomplex der Niederheide. Dort hatten Unbekannte unter anderem die Fallschutzmatten am neuen generationenübergreifenden Spielgerät zerschnitten.

Rauschgift: Spektakuläre Fälle

Leicht abnehmend gestaltet sich die Zahl der Rauschgiftdelikte. Knapp 20 Prozent weniger Fälle gab es als im Jahr zuvor. Immerhin bleiben so noch 31 Delikte, mit denen sich die Polizei herumschlagen musste – dabei waren aber durchaus spektakuläre und schwerwiegende Taten: Die Polizei kam Drogendealern auf die Spur – unter anderem am Schöntaler Weg. Hier gab es im Sommer Durchsuchungen in zwei Wohnungen. Die Beamten fanden Zubehör für die Herstellung von Amphetamin und sage und schreibe 25 Kilogramm fertiges Amphetamin.

Ansonsten war weniger los als in den Vorjahren in Neuenrade: Unterm Strich nahm die schwere Gewaltkriminalität ab. Acht Fälle hat hier die Polizei unter dieser Rubrik einsortiert. Auch erheblich weniger Computerkriminalität gab es. Aber das wird allerdings niemanden bei Muschert & Gierse trösten. Das Unternehmen wurde Opfer eines großen Cyberangriffs.

Weniger Straßenkriminalität

Bleibt der Blick auf die Straßenkriminalität insgesamt: Unter diesem Begriff summiert die Polizei Straftatbestände, die von Vergewaltigung über Handtaschenraub und Landfriedensbruch bis hin zu Sachbeschädigungen auf. 104 Delikte waren das 2020, im vergangenen Jahr war es die Hälfte weniger.

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