Kriegsopfergräber: Pflege ist nun gesichert

NEUENRADE ▪ Am Ende ist alles gut: Die Pflege der Kriegsgräber auf Neuenrader Stadtgebiet und in den Ortsteilen ist geregelt. Die würdevolle Betreuung der Kriegsopfer ist nun sichergestellt.

Die Pflege der Kriegsopfergräber auf dem evangelischen Friedhof übernimmt nun der Reservistenverband Werdohl-Neuenrade. Das wurde in dieser Woche mit Unterschriften vom ersten Vorsitzenden der Reservistenkameradschaft, Detlev Seegmüller, und Bürgermeister Klaus Peter Sasse auf der Patenschaftsurkunde im kleinen Sitzungssaal des Rathauses dokumentiert. Mit dieser Patenschaft setze die Reservistenkameradschaft ein Zeichen gegen das Vergessen, indem sie der Stadt bei der Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräberstätte unterstützt (...). Mit diesen Aktivitäten leistet die Reservistenkameradschat auch einen wichtigen Beitrag zum Leitwort des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden, heißt es. Der Spruch „Die Zeugnisse der Vergangenheit wirken in die Zukunft“ nimmt auf der Urkunde einen herausragenden Platz ein.

Mit einer kurzen Stellungnahme hatte Klaus Peter Sasse zuvor die Hintergründe zu Übernahme der Patenschaft erläutert. Demnach habe die Stadt da durchaus Fehler gemacht, habe ohne großartig zu kontrollieren, die Gelder, welche der Pflege dienen (Es gibt eine Pauschale pro Grab) weitergereicht. Und es könne auch nicht sein, so Sasse, dass man Jugendliche zur Gräberpflege nach Ysselstein schicke, aber sich in Neuenrade nicht ordentlich kümmere. Das werde ja nun anders. Und die Friedhofsverwaltung akzeptiere auch, dass die Pflege nun von den Reservisten übernommen werde. Sasse sagte logistische Unterstützung zu, auch die anwesenden Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sagten ihre Hilfe im Bedarfsfall zu.

Die Reservisten jedenfalls hatten in diesem Jahr bei Arbeitseinsätzen schon die Kriegsgräber auf dem evangelischen Friedhof in Ordnung gebracht, hatten Kreuze gerichtet und die Kissensteine zum Teil neu eingebettet. Wolfgang Held, vom Landesverband des Volksbundes in NRW und Rolf Koos, Beauftragter für die Reservistenarbeit in NRW, zeigten sich jedenfalls angetan von der Lösung. Laut Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Schäfer, die die Neuordnung organisatorisch gemanaged hat, gibt es auf Neuenrader Gebiet insgesamt 62 Kriegsgräber auf vier Friedhöfen. Zum Teil haben Unternehmer die Pflege übernommen.

Der Volksbund hat Gräber für Opfer von Krieg - und Gewaltherrschaft aus 200 Jahren in seiner Obhut. Darunter sind sogar Kriegsgräber aus den Befreiungskriegen von 1813. Opfer des Afghanistankrieges gehören nicht dazu. Sie gelten offiziell nicht als Kriegsopfer. ▪ Peter von der Beck

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