Nicht genug Kita-Plätze in Neuenrade

NEUENRADE -  In Neuenrade gibt es ein massives Problem mit Kindergartenplätzen. Insbesondere für Kinder, die über drei Jahre alt sind, gibt es zu wenige. Das bestätigte Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, wo das für Neuenrade zuständige Jugendamt angesiedelt ist.

Von Peter von der Beck

Das Neuenrader Problem ist mithin allerdings auch ein Problem für das Kreisjugendamt, denn es gibt ja immerhin den gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Hendrik Klein versicherte jedenfalls: „Wir verhandeln mit Trägern und Investoren, um zum Start des Kindergartenjahres am 1. August Lösungen anbieten zu können“. Dass es zu dem Engpass komme, liege auch an der Kindergartenbedarfsplanung. Die Geburtenquote speziell in Neuenrade habe sich nicht so entwickelt, wie erwartet. Es gebe – Gott sei Dank – eine höhere Quote als in den anderen Städten.

Wie auch immer: Wie viele Plätze nun fehlen, konnte Klein am Donnerstag nicht nennen, weil auch Freitag erst die Anmeldefrist endet und erfahrungsgemäß Eltern ihre Kinder gleichzeitig an mehreren Kitas anmelden. Das gleichen die Leiterinnen der Kitas erst ab, so dass die betroffenen Eltern wohl erst Ende der kommenden Woche wissen werden, ob sie einen Platz in ihrer Wunscheinrichtung bekommen oder nicht.

Ein Rundruf bei den Neuenrader Kitas bestätigt das Bild. Weit mehr Anmeldungen als Plätze gibt es, lediglich in Affeln war am Donnerstag (noch) etwas frei. Wenn es darum geht, Kinder in die Kindertageseinrichtung aufzunehmen, so hat jede Einrichtung wohl ihre eigenen Aufnahme-Kriterien, die meist in Abstimmung mit dem Elternrat erarbeitet werden. Da kann die Berufstätigkeit der Eltern eine Rolle spielen, ob Geschwisterkinder bereits in der Einrichtung sind, kann genauso ein Kriterium sein wie der Status „alleinerziehend“. Auch das Alter des Kindes sei möglicherweise ein Kriterium, hieß es von Angelika Schweitzer, Chefin der städtischen Kindertageseinrichtung Wirbelwind.

Die Problemlage ist kompliziert: So gebe es viele U3-Kinder (unter drei Jahre alt), die vorrangig aufgenommen werden müssten. Und mit Unverständnis reagierten dann manche Eltern, weil sie das nicht nachvollziehen können, hieß es aus einer Kita. Doch es gebe eben die Vorschriften – denn U3-Plätze könnten nicht ohne weiteres an ältere Kinder vergeben werden. Zudem: Ehemalige U3-Kinder bleiben natürlich in der Einrichtung, wenn sie größer werden.

Unter den jungen Familien spricht sich die Kita-Situation in Neuenrade natürlich herum, und so herrscht Aufregung. Das Thema wird unter den Müttern in der Krabbelgruppe diskutiert. Tenor: Berufsrückkehrerinnen hätten nach drei Jahren Elternzeit ein Problem. „Für viele Mütter würde es dramatisch“. Nicht jede Mutter liebäugelt auch mit der Alternative Tagesmutter – wenn denn eine zu bekommen sei. Und auch die würden zuweilen Bedingungen stellen.

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