Kreis zum Windpark: Keine Prüfung der Umweltverträglichkeit nötig

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Wilfried Bracht von der Initiative Rettet den Kohlberg ist entsetzt über die aktuelle Entscheidung des Kreises.

Neuenrade - Eine Mittwoch veröffentlichte Bekanntmachung des Märkischen Kreises sorgt für Aufregung bei den Gegnern der geplanten Windenergieanlagen auf dem Kohlberg.

Auf Basis eines Umweltgutachtens der Firma Ecoda vom 29. April hatte der Fachdienst Bauaufsicht und Immissionsschutz der Kreisverwaltung mit Wirkung vom 28. Dezember entschieden, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Windenergieanlagen mehr nötig sei. Antragsteller ist die Firma SL Windenerige GmbH aus Gladbeck, die stets auf eine Entscheidung noch in diesem Jahr gedrängt hatte.

Dies bedeute zunächst nur eine Beschleunigung des Verfahrens zur Baugenehmigung, erklärte Hendrik Klein, Pressesprecher des Kreises, auf Nachfrage unserer Zeitung. Damit sei sei das Verfahren aber noch nicht entschieden, betonte er. Mit aktuellen Auskünften sei allerdings schon Anfang Januar zu rechnen.

Für die Windparkgegner ist die Bekanntmachung des Kreises eine Farce. „Das ist völlig unverständlich“, sagte Wilfried Bracht von der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“ auf Nachfrage unserer Redaktion und brachte seine Verärgerung zum Ausdruck. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung wäre besonders aufgrund unserer Recherchen zum Rotmilan-Bestand notwendig gewesen“, betonte Bracht. Seiner Meinung nach sei vom Kreis eine voreilige Entscheidungen getroffen worden.

In den sozialen Netzwerken im Internet sind die Diskussionen zu der Bekanntmachung sofort entfacht. So schreibt ein User: „Da ist man wie immer völlig sprachlos! Die machen was sie wollen!“. Ein anderer bezichtigt den zuständigen Mitarbeiter des Kreises sogar der Korruption: „Wie viel Geld hat er wohl dafür bekommen?“. Über ihr weiteres Vorgehen wollen die Windparkgegner mit ihrem Fachanwalt in Göttingen reden. Wilfried Bracht glaubt, dass rechtliche Schritte erst bei einer Baugenehmigung eingeleitet werden können.

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