Kranzniederlegung zu Ehren von Graf Engelbert III

Heinz Gaßmann vor dem Sarkophag von Stadtgründer Engelbert III. - Foto: Schnücker

Fröndenberg/Neuenrade - Mit der jetzt 10. Kranzniederlegung zu Ehren von Graf Engelbert III. von der Mark hat eine Neuenrader Delegation in der vergangenen Woche in der Stiftskirche zu Fröndenberg ihrem Stadtgründer gedacht. 53 Neuenader mit Bürgermeister Antonius Wiesemann an der Spitze waren erneut nach Fröndenberg gereist, um ihren Stadtgründer zu ehren.

Fröndenberg/Neuenrade - Mit der jetzt 10. . von der Mark hat eine Neuenrader Delegation in der vergangenen Woche in der Stiftskirche zu Fröndenberg ihrem Stadtgründer gedacht. 53 Neuenader mit Bürgermeister Antonius Wiesemann an der Spitze waren erneut nach Fröndenberg gereist, um ihren Stadtgründer zu ehren.

Engelbert III. hatte am 25. Juli 1355 der damaligen Stadt Rade die „große Stadtrechtsurkunde“ und damit das Recht zur Selbstverwaltung, eigener Gerichtsbarkeit und weiteren Privilegien verliehen.

Die Kranzniederlegung in der Fröndenberger Stiftskirche hat inzwischen einen kleinen traditionellen Charakter erreicht. Zum 650. Stadtjubiläum, dass 2005 gefeiert wurde, war es der Neuenrader Bürger Heinz Gaßmann, der dem damaligen Bürgermeister Klaus Peter Sasse den Vorschlag unterbreitete, aus Anlass des Stadtjubiläums in der Stiftskirche zu Fröndenberg den Stadtgründer Engelbert III. von der Mark mit einer Kranzniederlegung zu ehren.

Der Vorschlag fand ein positives Echo, Heinz Gaßmann organisierte mit seinem in Fröndenberg wohnenden Schwager und mit Hilfe des Fröndenberger Pastors, des Bürgermeisters und der Schützen die Kranzniederlegung und anschließend einen kleinen Umtrunk in dem neben der Kirche liegenden „Stiftskeller“.

Gaßmanns Gedanke wurde in den darauffolgenden Jahren organisatorisch ausgebaut, federführend waren und sind Dierk Rademacher und Monika Arens von der heimischen Verwaltung. Die eigentliche Kranzniederlegung ist nach wie vor der Kern der Ehrung, aber das Programm in der Stiftskirche ist inzwischen unterhaltsam-informativ geworden und steht auf einem qualitativ guten Niveau, Geschichte wird greifbar und verständlicher gemacht.

Allerdings ist bis heute fraglich, ob Engelbert III. tatsächlich in dem Sarkophag in der Stiftskirche beigesetzt wurde und seinen Namenstag am 7. November hatte. Das aber, so schmunzelte Fröndenbergs Bürgermeister Rebbe zur Begrüßung in dem Gotteshaus, wolle man so lassen, auch wenn es nicht so ganz stimme und wahrscheinlich der 9. November gemeint sei, dem Namenstag der Heiligen...

Maßgeblich zum lockeren Geschichtsunterricht an klerikaler Stätte wurde ein nachgestelltes, historisches Gespräch zwischen dem Fröndenbergs Stadtarchivar Jochen von Nathusius und Fröndenbergs Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe. Beide gingen in der Historie bis zum 7. November 1225 zurück, an dem der damalige Erzbischof Engelbert von Köln ermordet wurde. Das hatte Folgen, Buße war angesagt und um 1230 wurde mit dem Bau des Zisterzienserinnenklosters Fröndenberg und der Stiftskirche begonnen. Die Grafen von der Mark schenkten danach sowohl dem Kloster als auch der Kirche ihre Aufmerksamkeit, für vier Grafen von der Mark wurde die Kirche zur Grablege.

Informativ und teilweise heiter war der Vortrag von Rudolf Sparing. Der einstige Leiter des Kulturhauses Lüdenscheid (den Neuenradern nach seinem Droste-Hülshoff-Auftritt in der Villa am Wall bekannt) rezitierte mit überzeugender Gestik die Ballade „Der Tod des Erzbischofs Engelbert von Köln“ von Annette von Droste-Hülshoff. Noch emotionaler und gestenreicher zitierte er danach in derber Sprache ein Gedicht aus der einstigen Dortmunder Fehde, in dem spöttisch über die Machenschaften der Grafen von der Mark (speziell über Engelbert II.) gelästert wurde. Im Mittelpunkt der Spottverse stand die Dreistigkeit der Grafen, sich an dem Gut anderer Städte und deren Bürger zu bedienen.

Herzliche Worte der Begrüßung richtete zuvor Pastorin Janine Hühne an die Neuenrader. Sie würdigte die Kranzniederlegung als „etwas besonderes, mit der die Erinnerung festgehalten wird“.

Bürgermeister Antonius Wiesemann sprach von der Tradition, die es wachzuhalten gelte. Sein Dank galt Heinz Gaßmann, der vor zehn Jahren den Denkanstoß zur . gegeben habe. Traditionell war auch zuvor die Begrüßung der Delegation im historischen Ratssaal verlaufen. Neben dem schon obligatorischen „Begrüßungs-Schnäppschen“ gab es ein herzliches Willkommen.

Von Udo Schnücker

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