Planung für Neuenrade schreitet voran

Kostenexplosion: Ortsumgehung wird deutlich teurer

Hier, an der Kreuzung B 229 und Hüttenweg, soll ein Kreisverkehr entstehen. Von dort soll die Ortsumgehung abzweigen und ortsnah an Neuenrade vorbeiführen und bei der Wilhelmshöhe wieder auf die Bundesstraße stoßen. Die Umgehung soll vor allem die Neuenrader Innenstadt vom Schwerlastverkehr befreien.
+
Hier, an der Kreuzung B 229 und Hüttenweg, soll ein Kreisverkehr entstehen. Von dort soll die Ortsumgehung abzweigen und ortsnah an Neuenrade vorbeiführen und bei der Wilhelmshöhe wieder auf die Bundesstraße stoßen. Die Umgehung soll vor allem die Neuenrader Innenstadt vom Schwerlastverkehr befreien.

Viele Neuenrader sind sich sicher, dass die Sache mit der Ortsumgehung eine unendliche Geschichte ist. Es gibt etliche Hönnestädter, die nicht an die Realisierung in absehbarer Zeit glauben.

Indes: Etliche Gutachter überarbeiten derzeit die vorhandenen Pläne und Untersuchungen, bringen sie auf den Stand der Dinge, passen die Pläne den daraus resultierenden Veränderungen an.

Der beim Landesbetrieb Straßen.NRW zuständige Projektleiter Kevin Lass sagte auf Anfrage der Redaktion, dass die Pläne überarbeitet werden müssten, weil sich über die Jahre einiges geändert habe, sei es in Sachen Schall- oder Wasserschutz. So werde derzeit auch die Verkehrsuntersuchung aktualisiert. Klar sei, dass im kommenden Jahr das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werde. Lass glaubt, dass man – vorsichtig formuliert – wohl zu Beginn des dritten Quartals so weit sei.

Anwohner können Bedenken und Beschwerden vortragen

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens gibt es für Anwohner die Gelegenheit, Anregungen und Bedenken vorzutragen. Gegebenenfalls seien Anhörungstermine oder auch Gerichtsverfahren möglich. Als nächster Schritt im Anschluss folgt der Planfeststellungsbeschluss. „Mit dem Planfeststellungsbeschluss haben wir Baurecht, können die Aufträge ausschreiben und in die Ausführungsplanung gehen.“ Nach dem Zuschlag an den Straßenbauer geht es an die Terminierung.

Auch gewisse andere Parameter ändern sich: zum Beispiel die Finanzen. Lagen die Kosten in der ursprünglichen Planungen noch bei 20 Millionen Euro, so kann dieser Rahmen nicht mehr eingehalten werden. „Die Baukosten sind insgesamt gestiegen“, sagt Lass. Er kalkuliert bei der Entwicklung des Baupreisindexes „mit einem Faktor von 1,7“. Letztlich rechnet der Projektleiter mit einem Volumen von rund 30 Millionen Euro. „Das ist eine ungefähre Hausnummer,“ sagt er. Einen Zeitrahmen bis zum Beschluss und damit erteiltem Baurecht zu nennen, bleibe spekulativ. Straßen.NRW-Pressesprecher Andreas Berg sagt: „Das ist eine Wundertüte.“

Verkehrsminister Wüst hat „die Bremse gelöst“

Nachdem es in Sachen Ortsumgehung lange ruhig war, schreiten die Planungen aber nun stetig fort. Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hatte 2018 „die politische Bremse gelöst“. Wohl auf Druck der Grünen waren die Pläne 2011 zunächst auf Eis gelegt worden. Auch die Bündnisgrünen Neuenrade sind gegen diese Ortsumgehung, die CDU hingegen befürwortet die Umgehung. Die Forderung nach einer Umgehungsstraße für Neuenrade ist mehr als 50 Jahre alt: Am 30. Januar 1969 berichtete der Süderländer Volksfreund bereits, dass „eine Umgehungsstraße notwendig“ sei.

Gegenwind für das Projekt dürfte sicherlich weiterhin von der im Mai 1999 gegründeten „Interessengemeinschaft B229n – ortsfern“ kommen, die gegen die ortsnahe Trassenführung ohne Innenstadtanbindung ist. Diese Trasse schlängelt sich entlang der vorhandenen Bebauung, soll bei Küntrop mit einem Kreisverkehr beginnen und 200 Meter unterhalb der Wilhelmshöhe enden, um dort auf die Bundesstraße 229 zu stoßen.

Gegner favorisieren ortsferne Südumgehung

Die Gegner favorisieren eine ortsferne Südumgehung als Alternative. Die würde zwar ebenfalls in Küntrop beginnen, aber erst in der ersten scharfen Kurve der Serpentinen nach Werdohl, in der Nähe der ehemaligen Müllkippe, enden.

Weitere Informationen der Trassengegner gibt es online unter der Adresse www.b229n.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare