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Kosten stark gestiegen: Neue Stallanlage vor der Einweihung

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Von: Michael Koll

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Sind stolz auf das Ergebnis der Baumaßnahme: Silke Drusche (links) und Elmar Goller-Bittner.
Sind stolz auf das Ergebnis der Baumaßnahme: Silke Drusche (links) und Elmar Goller-Bittner. © Koll, Michael

Mit einer Eröffnungsfeier will der Reit-, Fahr- und Zuchtverein Neuenrade-Küntrop (RFZV) am Samstag, 20. August, den Umbau der Stall-Anlagen am Gevener Weg 30 abschließen.

Küntrop – „Schon jetzt sind wir – bis auf ein paar Kleinigkeiten, die noch zu erledigen sind – fast fertig“, freut sich Vereinsvorsitzender Elmar Goller-Bittner.

Silke Drusche, Kassenwartin des Vereins, blickt zurück: „Im August 2021 haben wir angefangen, hier die alten Ställe abzureißen.“ Seither ist viel passiert: Corona hält die Menschen zwar nicht mehr in Atem, dafür aber der Krieg in der Ukraine. Das hat zur Folge, dass die Bauarbeiten sich verzögert haben – und eben auch verteuert.

„Wir reden da in etwa von 25 Prozent mehr, die die gesamte Maßnahme gekostet hat am Ende“, verrät Goller-Bittner. Vor allen Dingen Beton und Teer für die neuen Stallböden hätten das Vereinsportemonnaie nun stärker belastet. „Zwar sind die Fördergelder leider nicht auch angewachsen“, bedauert der Vereinsvorsitzende, „doch letztlich konnten wir das alles stemmen, ohne dass es uns zu sehr das Genick gebrochen hätte.“ Drusche ergänzt: „In diesem Zuge wollen wir unseren Spendern noch einmal ganz besonders danken.“

Die Sponsoren der Modernisierungsaktion werden folgerichtig am 20. August auch als Erste unter Ersten bedacht. „Ab 15 Uhr empfangen wir sie mit einem Sekt. Dann gibt es Führungen durch die Anlage und im Anschluss Kaffee und Kuchen“, erklärt Drusche. Goller-Bittner fährt fort: „Und ab 19 Uhr laden wir dann alle Vereinsmitglieder ein zu einer Party.“ Auch eine große Tombola soll es an diesem Tag schließlich geben.

Tatsächlich soll es einen „Reiterball ob de Miste“ geben. Dort, wo sonst tatsächlich der Pferdemist gelagert wird, soll an dem Abend dann der Bierwagen Platz finden, um die RFZV-Mitglieder bei Musik aus der Konserve zu unterhalten. Auch der Grill wird bei diesem Reiterball in Betrieb sein, damit niemand hungrig bleiben muss. Der Verein hat im Laufe des Jahres 2022 derweil die Marke von 400 aktiven Mitgliedern geknackt.

„So viele waren es schon seit Jahrzehnten nicht mehr“, frohlockt der Vereinsvorsitzende. „Aber trotz Corona sind es auch in den jüngsten Jahren kontinuierlich immer mehr geworden.“ Das freut nicht zuletzt auch Finn Appelhans, der gemeinsam mit seiner Mutter Susanne den Reitbetrieb auf dem Gelände bewirtschaftet.

Die beiden sind ebenso erfreut über die Umbauten, die auch ihre tägliche Arbeit erleichtern. „So können wir jetzt immer zwei Pferde in benachbarten Ställen mit einem Heuballen versorgen“, erläutert er. „Der reicht dann zwischen 10 und 14 Tage aus – und muss nicht täglich erneuert werden.“ So haben die Reitbetrieb-Inhaber nun deutlich weniger zu schleppen.

Besonders zufrieden ist Finn Appelhans (rechts) mit der neuen Führungsanlage. Die hat einen Innendurchmesser von 15 und einen Außendurchmesser von 21 Metern.
Besonders zufrieden ist Finn Appelhans (rechts) mit der neuen Führungsanlage. Die hat einen Innendurchmesser von 15 und einen Außendurchmesser von 21 Metern. © Koll, Michael

Auch die Kinder, die in Küntrop reiten, profitieren enorm von den Stall-Sanierungen. Vereinskassiererin Drusche macht es vor: „Die Futtertröge in den Stalltüren sind schwenkbar. Die kleinen Fenster innerhalb der Türen sind mit wenigen Handgriffen und ohne großen Kraftaufwand zu öffnen. Das ist alles sehr viel einfacher.“

Schöner ist es ohnehin. „Der Tierschutz ist nun auch zeitgemäßer eingehalten“, befindet Goller-Bittner. Und die Pferde selbst scheinen auch zufrieden. Die großen Tiere können selbstständig ihre Ställe verlassen und den eingegitterten Auslauf unter freiem Himmel aufsuchen. „Das machen sie dann auch bei Wind und Wetter, selbst wenn es gerade kräftig regnet“, hat Drusche beobachtet.

Wir reden da in etwa von 25 Prozent mehr, die die gesamte Maßnahme gekostet hat am Ende.

Elmar Goller-Bittner, Vorsitzender des Reit-, Fahr- und Zuchtvereins Neuenrade-Küntrop

Oberhalb der nun neuen Ställe – dort wo bisher der zentrale Auslauf lag, zu dem die Tiere gebracht werden mussten – stehen nun alte Ställe. Auch dort können die behuften Vierbeiner auf eigene Faust ins Freie. „Da haben wir unsere Pony-Villa“, sagt Goller-Bittner. Damit bringt er zum Ausdruck, dass in diesen Ställen nur Fohlen untergebracht sind – derzeit sechs.

Finn Appelhans ist mit der brandneuen Führungsanlage allerdings noch zufriedener als mit der Pony-Villa. Das runde halb offene Gebäude „hat einen Innendurchmesser von 15 und einen Außendurchmesser von 21 Metern“, zählt er die Fakten auf. In der Führungsanlage können auf dem Außenring bis zu sechs Pferde bewegt werden, ohne dass ein Mensch dabei sein müsste.

Der Zweibeiner kann derweil im Inneren dieses Rings weitere Vierbeiner longieren. „Dadurch ist wieder mehr Platz in der alten Halle für andere Aktivitäten“, erläutert Appelhans, welchen Vorteil die neue Anlage im Alltag bedeutet.

Nun ist aber die Vorfreude groß bei den Verantwortlichen des RFZV und des Reitbetriebs Appelhans auf den 20. August, der ganz unter folgenden Motto stehen soll: „Gemeinsam geträumt – gemeinsam gemacht – gemeinsam geschafft“.

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