Zwei Männer für alle Fälle an der Gemeinschaftsschule Niederheide

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Pasquale Lategano gehört seit dreieinhalb Jahren zum Hausmeisterteam an der Niederheide. ▪

NEUENRADE ▪ In Frankreich würde er Concierge genannt, in Österreich Hausbesorger und in Deutschland wird das „Mädchen für alles“ schlicht als Hausmeister bezeichnet. Im Neuenrader Schulkomplex an der Niederheide teilen sich zwei Männer diese verantwortungsvolle Aufgabe.

Auf dem Türschild des Hausmeisterbüros sind ihre Namen zu lesen: Herr Kossen und Herr Lategano – und jeder kennt sie. Die Schüler, die Lehrer, die Mitarbeiter der Stadtbücherei und des Kindergartens, selbst die Sportler, die regelmäßig in den Sporthallen auf dem Gelände ihren Hobbys nachgehen, wissen, wer im Fall des Falles ihr Ansprechpartner ist.

Ein vielfältiger Job

„Die meiste Arbeit haben wir in den Ferien“, sagt Pasquale Lategano, der seit dreieinhalb Jahren zum Hausmeistergespann gehört. Ursprünglich gelernt hat er den Beruf des Schlossers, aber die Zeit ist nun vorbei. Jetzt ist sein Multitalent gefragt. Denn der Job des Hausmeisters ist extrem vielfältig. „In den Ferien haben wir die Möglichkeit, alles auf Vordermann zu bringen. Dann werden zum Beispiel die Klassenzimmer ausgeräumt, damit die Böden gepflegt werden können. Das machen wir ein mal im Jahr. Wir müssen flexibel sein“, erklärt Lategano, der vielen in der Region auch als aktiver Fußballer und Trainer bekannt ist. „Die Toilette ist verstopft, die Tür schließt nicht, die Lampe ist kaputt, die Dusche geht nicht aus – damit kommen die Leute zu uns. Wir haben immer ein offenes Ohr für alle. Für die handwerklichen Kleinigkeiten sind wir da, wenn mal etwas Größeres ansteht, erledigen Fachfirmen die Arbeit.“

Ein gutes Verhältnis zu den Schülern und Lehrern ist Pasquale Lategano wichtig. Anfangs hat er es auch mal laut versucht, mittlerweile hat er gelernt, wie er mit den vielen Schülern auf einer kollegialen Basis umgehen muss.

„Das bringt mehr. Heute ist es ruhiger geworden, sauberer. Das merken auch die Anwohner. Ich komme sogar manchmal am Wochenende vorbei, um nach dem Rechten zu schauen. Da liegt kaum noch Müll herum wie früher. Ich habe den Schülern nahe gebracht, dass es ihre Schule ist“, berichtet der Hausmeister von seinen zwischenmenschlichen Erfahrungen.

Keine Langeweile

Der Lohn ist ein gutes Verhältnis. „Die packen auch mal mit an, wenn ich Hilfe brauche. So muss das sein – ein angenehmes Miteinander.“ Langeweile kommt beim Hausmeisterteam Kossen und Lategano nie auf. Dafür ist der Komplex zu groß. Das eingespielte Duo ist nicht nur für die Gemeinschafts- und die Hauptschule zuständig. Drei Sporthallen, eine Schwimmhalle, die Bücherei, die Mensa und der angrenzende Kindergarten zählen ebenfalls zu ihrem „Reich“.

„Im Zuge des Umbaus für die Gemeinschaftsschule fällt sehr viel Arbeit an“, weiß der Concierge von der Niederheide. Die Klassengrößen werden angepasst, es muss eine neue Infrastruktur geschaffen werden, an der viele Firmen mitwirken. Kürzlich wurden beispielsweise neue EDV-Leitungen gezogen und eine angemessene IT-Umgebung geschaffen sowie die Toiletten modernisiert.

Überall sind Kossen und Lategano mit von der Partie, haben alles im Blick, kümmern sich um dies und das, und sorgen ganz nebenbei im Schulalltag dafür, dass alles irgendwie funktioniert. Was wäre eine Schule ohne ihre Hausmeister?

„Ich bin mit der Schule und den Schülern aufgewachsen. Meine Kinder sind hier ebenfalls zur Schule gegangen“, sagt Pasquale Lategano, der in seinem neuen Beruf offenbar aufgeht und Teil des Ganzen geworden ist.

Von Markus Jentzsch

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