Kopfprämie für Arztvermittlung stößt im Rat auf viel Zuspruch

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Für Neuenrade werden Ärzte gesucht.

Neuenrade - 10 000 Euro Prämie für denjenigen, der einen Arzt nach Neuenrade vermittelt. Diesen CDU-Antrag fand vom Grundsatz her wohl der Großteil der Ratsmitglieder gut. Im Rat gab es dazu jedenfalls etliche Wortbeiträge.

 Tenor dabei war auch, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, angesichts des drohenden Ärztemangels. Frank Bäcker, SPD, sagte: „Ich begrüße das Projekt vollständig“. Das sagte er nicht ohne eine Spitze in Richtung Bürgermeister, der zu einem anderen Zeitpunkt einen Vorstoß der SPD in Richtung drohenden Ärztemangel schon einmal als „Verbreiten von Panik“ apostrophiert habe.

Bürgermeister hinter den Kulissen aktiv

Auch Seiten der FWG gab es grundsätzlich Zustimmung zur Kopfprämie. FWG-Fraktionssprecher Bernhard Peters fragte nach, was denn die Stadt anbiete, wenn denn ein Arzt komme. Bürgermeister Antonius Wiesemann verwies auf die Begleitung durch die Stadt in allen Bereichen. Man werde Verbindungen herstellen, Kompromisse finden. Zudem sei man hinter den Kulissen aktiv. Der Bürgermeister erwähnte Gespräche mit Verantwortlichen des Plettenberger Krankenhauses. Und: Es liege nicht an den Möglichkeiten Neuenrades, sondern es gelte bei den Menschen Überzeugungsarbeit zu leisten.

Michael Hammer, FWG, sagte: „Fang-Prämie, finde ich gut. Aber vielleicht könnte man das Geld dem Arzt geben sozusagen als Starthilfe“. Bürgermeister und auch der Urheber des Antrages, Daniel Wingen, verwiesen auf die Angebote der Kassenärztlichen Vereinigung, die Umsatzgarantien böte und zum Teil nicht rückzahlbare Zuschüsse. Heinz Friedriszik, FWG, ließ durchblicken, dass er auch den Antrag der CDU gut finde: „Wenn das ein Weg ist, bin ich dabei, wenns funktioniert“. Der FWG-Ratsherr fragte aber auch nach, wie denn die Angelegenheit gegenfinanziert werde. Es sei doch eine von der CDU gern vorgebrachte Übung, bei Anträgen mit finanziellen Auswirkungen einen Finanzierungsvorschlag einzufordern.

Daniel Wingen wies wiederum darauf hin, dass das ganze ja erst zum Tragen komme, wenn ein Arzt sich tatsächlich auch in Neuenrade niederlasse. Wenn das passiere, sei das doch ein wesentlicher Punkt zur Standortsicherung und -aufwertung. Auch Claudia Kaluza (FDP) stimmte dem Antrag grundsätzlich zu, verlangte aber auch einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung. Und die SPD-Fraktionschefin, Ulrike Wolfinger, betonte, dass es sie freuen würde, wenn die Sache mit der Prämie funktionieren würde. Detlef Stägert, FWG, unterstrich in seinem Statement, wie ernst es – zumindest was die Überalterung der Ärzteschaft in Neuenrade anbelange – um die medizinische Versorgung stehe, wenn die Ärzte in den Ruhestand gingen. Zudem verwies er auf eigene Internetrecherchen.

Mehrere Städte auf Arztsuche begeben?

Da gäbe es in Süddeutschland Städte, die sich zur Ärztesuche zusammengeschlossen hätten. Er tue sich schwer mit dieser Kopfprämie, vielleicht möge man weitere Recherchen anstellen und ausloten, wie man es am Besten machen könne. Vielleicht gebe es noch andere Ideen. Jürgen Hederich (CDU) verwies auch noch mal auf die schlechte ärztliche Versorgungslage und die dreijährige Karenz-Zeit, die der CDU-Antrag doch enthalte. Man könne doch jetzt einen Vorratsbeschluss für die ersten Hälfte der Prämienzahlung fassen und einen Direktbeschluss nach drei Jahren für die Restzahlung (laut Antrag 5000 Euro bei Vermittlung, weitere 5000 wenn der Arzt nach drei Jahren noch da ist).

 Der Bürgermeister machte schließlich den Vorschlag, die Angelegenheit in die Haushaltsplanberatungen hineinzunehmen, um dann im Hauptausschuss zu entscheiden. Claudia Kaluza erinnerte zudem an den Arbeitskreis Gesundheit, der sich auch damit befassen könne.

Von Peter von der Beck

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