Angebot mit Ausrufezeichen

Wolfgang Wilke am Violoncello ließ mit seinen Mitmusikern anspruchsvolle Musik lebendig werden.

NEUENRADE ▪ Das Forum Neuenrade habe es sich auf die Fahnen geschrieben, das kommunale Kulturprogramm zu bereichern, begrüßte Bürgermeister Klaus Peter Sasse am Samstagabend die Gäste in der Villa am Wall. Der historische Raum war einmal mehr Austragungsort einer stimmungsvollen Kammermusik in ansprechender Umgebung. Von Susanne Riedl

Kein Mainstream, sondern ein musikalisches Angebot mit einem Ausrufezeichen, hatte das Stadtoberhaupt vor ausverkauftem Haus versprochen. Trotz des Neuenrader Weihnachtsmarktes, der zeitgleich nur ein paar Querstraßen entfernt von der Villa die Menschen anlockte, fand auch die anspruchsvollere Musik ihr Publikum.

Der harmonische Abend ging auf eine Initiative von Irmhild Haastert, Abteilungsleiterin für Musik des Forums Neuenrade, zurück. Die Musikerin, die selbst am Klavier Platz nahm, ließ die intonierte Aufführung gemeinsam mit Wolfgang Richter (Violine) und Wolfgang Wilke (Violoncello) lebendig werden. Mit reichlich Spielfreude und einem Quäntchen Eigenironie startete das Trio seinen musikalischen Genuss.

„Die drei Miniaturen von Frank Bridge werden eigentlich als Zugaben gespielt“, verriet Wolfgang Richter dem Publikum nach den ersten Akkorden. Sollte zum Ende der Kammermusik von Seiten der Zuhörer also keine Zugaben gewünscht werden, könne man so trotzdem behaupten, eine gegeben zu haben, lautete Richters schelmische Erklärung.

Mit der Sonate in a-moll von Franz Schubert, eigentlich für eine Arpeggione geschrieben, verwöhnten Haastert und Wilke die Zuhörer, die teilweise mit geschlossenen Augen dem Allegro moderato, Adagio und Allegretto folgten.

„Die Arpeggione ist ein Instrument, das im 18. Jahrhundert vom Wiener Geigenbauer Johann Georg Stauffer erfunden wurde“, informierte Wilke. Das sechssaitige Streichinstrument habe Merkmale einer Gitarre sowie eines Violoncellos in sich vereint. „Allerdings setzte es sich nicht durch.“ Dass die Musik aber auch mit Klavier und Violoncello überzeugen konnte, zeigte der Applaus des Neuenrader Publikums.

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