Neues Konzept

Mehr Platz für Gewerbe und Industrie in Neuenrade

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Mit mehr als zwei Dritteln der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist das produzierende Gewerbe in Neuenrade deutlich stärker vertreten als im Landesschnitt.

Neuenrade - Der Märkische Kreis und mit ihm auch Neuenrade ist industriell geprägt. Ein neues Konzept sieht Potenzial für neue Gewerbe- und Industrieflächen – vor allem an einer Stelle.

Ins Blickfeld rückt dabei eine Fläche südlich der Bundesstraße 229 (Küntroper Straße) zwischen Neuenrade und Küntrop, die sich unmittelbar an die südöstliche Besiedlungsgrenze Neuenrades beziehungsweise – getrennt durch die Bundesstraße – an das bestehende Gewerbegebiet anschließt.

Als einziger der sechs Suchräume wird dieser mit der Priorität 1 eingestuft, womit die Planer ihm „realistische Chancen hinsichtlich einer Entwicklungsoption“ einräumen. Die sieben Hektar große Fläche in Hanglage wird zurzeit als Acker genutzt und könnte über die B 229 oder die geplante Umgehungsstraße erschlossen werden.

Ein Teil des Gebietes liegt im Landschaftsschutzgebiet, ein anderer, sehr kleiner Bereich gehört einer Biotopverbundfläche an. Die Untere Naturschutzbehörde sieht durch eine mögliche Bebauung „einen Eingriff in das Landschaftsbild“. Zudem müsste der Flächennutzungsplan geändert werden, der bislang eine landwirtschaftliche Nutzung vorsieht.

Ein Gebiet wäre besonders geeignet

Ansonsten spräche vergleichsweise wenig gegen diese Fläche – im Gegensatz zu den fünf anderen Suchräumen auf Neuenrader Gebiet. Schon im April war das Konzept ein Thema im Rat. So wurde beschlossen, die damals drei sogenannten Suchräume zur Kenntnis zu nehmen und in das Industrie- und Gewerbeflächenkonzept für die Kommunen des Kreises einzubringen.

In der Folge wurden weitere drei Suchräume identifiziert, darunter der genannte, südlich der B 229. Die Suchräume „Westlich Flugplatz Werdohl-Küntrop“, „Östlich Flugplatz Werdohl-Küntrop“, „Küntrop“ und „Östlich Küntrop“ – insgesamt mehr als 70 Hektar – bekommen im Gutachten die Priorität 2 und gelten damit als Alternativflächen für jene der ersten Stufe.

Jetzt ist die Politik am Zug

Dem 11 Hektar großen Suchraum „Blintrop“ wurde die Priorität 3 zugewiesen: Als „Backup“ kommt er dann zum Zuge, wenn die vorgenannten aus zurzeit noch nicht ersichtlichen Gründen ausscheiden. Grundsätzlich kommen demnach in Neuenrade 92 Hektar für Industrieansiedlungen in Frage.

Die Teile des vom Stadtplanungsbüro Dr. Jansen erarbeiteten Konzepts, die Neuenrade betreffen, sollen am Montag vom Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss an den Rat überwiesen werden, der einen Tag später zustimmen soll.

Außerdem ist eine Einbringung bei der Bezirksregierung für die nächste Neuaufstellung des Regionalplans vorgesehen, um die Planungen auch über das Kreisgebiet hinaus zu koordinieren. Im Kreistag steht das Konzept dann am Donnerstag auf der Tagesordnung.

Bis zu einer Verwirklichung kann es dauern

Auch nach Fertigstellung des Konzeptes handelt es sich lediglich um Suchräume, in denen „eine Ausweisung von Gewerbe- und Industrieflächen nach überschlägiger Einschätzung grundsätzlich denkbar ist, wobei der genaue Zuschnitt noch ermittelt werden muss“, so die Beschlussvorlage.

Zudem sei die Ausweisung neuer Flächen „aufgrund der häufig vorzufindenden topographischen Beschränkungen, aber auch der planungs- und umweltfachlichen Gegebenheiten mit erheblichen Herausforderungen verbunden“.

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