Konzept für 407 Kilometer Wirtschaftswege in Neuenrade

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Axel Sobirey vom Planungsbüro Wagu aus Kassel stellte das Wegenetzkonzept für Neuenrade in der Küntroper Schützenhalle der Öffentlichkeit vor.

Neuenrade – Schlaglöcher, Risse, abgebrochene Ränder: Viele Wirtschaftswege in der Hönnestadt haben die besten Tage hinter sich. Die Stadt Neuenrade hat ihr Wegenetz jetzt detailliert in einem Konzept erfassen lassen.

Zusammen mit Anregungen der Bürger soll im nächsten Schritt geschaut werden, welche Wege für die Zukunft erhalten und vielleicht auch saniert werden sollten. Die Infoveranstaltung am Montag zog viele Bürger in die Küntroper Schützenhalle. 

Mitarbeiter der Firma Wagu aus Kassel sind gut 407 Kilometer an Wirtschafts-, Feld- und Forstwegen in Neuenrade abgefahren und abgelaufen. Dabei haben sie die Wege nach Art, Zustand und Nutzungsart in neun Kategorien eingeordnet. Beispielsweise wurde geschaut, ob diese für Land- und Forstwirtschaft oder für touristische Zwecke wie Wanderungen genutzt werden. 

Auch Privatwege wurden erfasst

Mit knapp 141 Kilometern machen „untergeordnete Erschließungswege mit land- und forstwirtschaftlichem Verkehr“ den größten Anteil aus, gefolgt von „Hauptwirtschaftswegen“ (73 Kilometer). 19 Kilometer fallen unterdessen unter die Kategorie „keine Funktion, nicht vorhanden“. Hier müsse nun geklärt werden, ob diese in Zukunft überhaupt noch gebraucht werden. „Erfasst wurden nicht nur Wege im öffentlichen Eigentum, sondern auch Privatwege, die von Bürgern genutzt werden“, erklärte Axel Sobirey vom Planungsbüro Wagu aus Kassel, das für die Konzepterstellung zuständig ist. Welche Wege privat sind, geht aus der Karte nicht hervor. 

Die Erfassung des Ist-Zustands war der erste Schritt. Nachdem die Frage „Was für ein Netz hat Neuenrade?“ mit der Datenbank geklärt wurde, geht es nun um die Frage „Wie kann darauf aufgebaut werden?“. Bis zum 27. September haben Bürger die Möglichkeit, Anmerkungen zum Konzept zu machen. Auch Anregungen, wie die Wege nach ihren Vorstellungen in Zukunft aussehen sollten, seien willkommen, so Sobirey. 

Konkrete Handlungsempfehlungen

Mit dem Feedback der Bürger erarbeitet Wagu dann ein Soll-Konzept, in dem auch konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt enthalten sein werden. Empfohlen wird dann zum Beispiel die Hoch- oder Herabstufung der Kategorie eines bestimmten Wegeabschnittes, weil dieser etwa heute mehr oder anders genutzt wird als bei der Erbauung. Die Anforderungen an die Wirtschaftswege hätten sich in den vergangenen Jahren verändert, etwa weil Forstmaschinen größer und schwerer geworden sind, so Sobirey. „Viele Wege wurden in den 1950er- bis 70er-Jahren angelegt.“ 

Das Soll-Konzept soll nach der Frist relativ zeitnah fertig und auf der Homepage der Stadt Neuenrade veröffentlicht werden. Bürger haben dann weiterhin die Möglichkeit, Vorschläge zu machen. „Das Konzept ist nicht in Stein gemeißelt“, betonte Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU), der für das große Interesse an diesem „sehr wichtigen Thema“ dankte. 

Anlieger sollen an den Kosten nicht beteiligt werden

Wann die ersten Wege erneuert werden, steht noch nicht fest. Bevor etwas gebaut wird, erfolgten genaue Absprachen mit den Anwohnern, hieß es am Montag. Immerhin: „Stand heute werden die Anlieger nicht an den Kosten beteiligt“, erklärte Bauamtsleiter Marcus Henninger auf Nachfrage eines Bürgers. Die Stadt Neuenrade verlange bei der Sanierung von Wirtschaftswegen grundsätzlich kein Geld von Anliegern, wie es bei normalen Straßen mit dem Kommunalabgabengesetz der Fall ist. Welche Fördergelder für mögliche Sanierungen zu Verfügung stehen, lasse sich wegen der Corona-Krise aktuell nicht absehen, so Henninger weiter. 

Die Erstellung dieses Konzepts werde vom Land NRW über das Programm „Ländlicher Raum 2014-2020“ und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) der EU mehrheitlich gefördert, den Rest zahle die Stadt. 

Datenbank kann bearbeitet werden

Die gesammelten Infos sollen Entscheidungen auch in ferner Zukunft erleichtern. Denn: „Die Datenbank kann von der Stadt bearbeitet werden“, erklärte Sobirey, dass diese immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden könne. Das gebe der Stadt „Planungs- und Kostensicherheit für den Erhalt eines zukunftsfähigen und nutzungsorientierten Wegenetzes in den nächsten Jahrzehnten“, heißt es auf der Homepage der Firma Wagu.

Die fünfteilige Karte mit der Kategorisierung der Wege ist online einsehbar unter: wagu-kassel.de/WNK-Neuenrade

Die Firma Wagu hat mehr als 400 Kilometer Wirtschaftswege in Neuenrade erfassen lassen. Auf der Homepage der Stadt Neuenrade (www.neuenrade.de) befindet sich ein Link zu den Karten, auf denen die Wege – in unterschiedlichen Farben – nach Kategorien geordnet eingezeichnet sind. Einzelne Wegabschnitte sind mit Nummern versehen. Anmerkungen können per E-Mail an Richard Schwartpaul (E-Mail: ri.schwartpaul@neuenrade.de) vom Bauamt gesendet werden. Weitere Infos gibt es unter: wagu-kassel.de/WNK-Neuenrade.html. Bis Sonntag, 27. September, sollten die Anmerkungen eingegangen sein.

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