Auseinandersetzung landet vor Gericht

Konflikt am „Baggersee“

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Die Auseinandersetzung von zwei Männern landete in Altena vor Gericht.

Neuenrade - An den „Baggersee“ am Neuenrader Steinbruch verlegten zwei Männer ihren Konflikt, in dem es um eine junge Frau ging. Ein 28-jähriger Werdohler trat seinem Konkurrenten am 30. Juli dabei derart heftig vor die Brust, dass der Geschädigte einen anderthalb Meter hohen Abhang hinabstürzte und mit einer Brustprellung, Kratzern und Blutergüssen liegen blieb.

Fast den gesamten August war er krankgeschrieben nach diesem Sturz. Der Verletzte hatte Anzeige erstattet, später aber versucht, diese zurückzuziehen. Das Interesse der Staatsanwaltschaft an dem Fall blieb dennoch erhalten.

Im Amtsgericht Altena erklärte der Geschädigte nun, dass er die Anzeige aus Gründen des Selbstschutzes zurückgezogen hatte. Was das heißen sollte, musste letztlich nicht geklärt werden, weil der Angeklagte sich umfassend geständig zeigte.

Er wunderte sich allerdings über das Strafverfahren: „Wir hatten das geklärt. Ich weiß gar nicht, warum wir heute hier sitzen.“ Offenbar war das Konzept einer vom Willen der Beteiligten unabhängigen Strafjustiz noch nicht so ganz bei ihm angekommen.

Opfer soll Freundin des Angeklagten belästigt haben

Wegen gefährlicher Körperverletzung drohte ihm eine Mindeststrafe von sechs Monaten. „Er hat meine Freundin gestört – Liebesbriefe geschrieben“, bemühte sich der Angeklagte um eine Erklärung für seinen Übergriff. „Er lässt sie immer noch nicht in Ruhe.“

Diese Beschwerde schien allerdings nicht mehr zeitgemäß zu sein, da aus der Freundin des Angeklagten mittlerweile dessen Ex-Freundin geworden war.

Staatsanwalt und Richter hielten ein Schmerzensgeld für den Geschädigten für wichtiger als eine förmliche Verurteilung des Angeklagten. Das Strafverfahren wird eingestellt, sobald er 1500 Euro an den Geschädigten gezahlt hat.

„Es ist das Schlechteste, so etwas in die eigenen Hände und Füße zu nehmen“, ermahnte Richter Dirk Reckschmidt den 28-Jährigen. „Es ist besser, wenn Sie Abstand voneinander halten.“

Der verbale Streit, den die beiden Kontrahenten im Gerichtsflur noch vor der Verhandlung ausgefochten hatten, unterstrich die Bedeutung dieser Mahnung.

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