Opposition holt in den Dörfern auf

Kommunalwahl in Neuenrade: Konkurrenz belebt das Geschäft

+
Hier wird deutlich, dass er ist für die CDU mehr als ein Bürgermeister ist: Mit stehenden Ovationen und deutlich wahrnehmbarer Herzlichkeit gratulieren am Sonntagabend die CDU-Mitglieder Bürgermeister Antonius Wiesemann zu seiner Wiederwahl.

Neuenrade – Am Montag war nach der Marathon-Wahl schon wieder Tagesgeschäft im Rathaus – zumindest hatte der alte und neue Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) am Vormittag schon wieder Termine.

Und auch die Verwaltungsmitarbeiter waren wieder am Platz. Dabei hatten sie am Sonntag genug um die Ohren. 

„Um 7 Uhr haben wir angefangen,“ sagte Wahlleiter Gerhard Schumacher. Erst nach 22 Uhr war Feierabend. Ausdrücklich dankte der Kämmerer der Stadt Neuenrade allen Helfern, die auch unter den Corona-Bedingungen Einsatz gezeigt hätten. Er habe sämtliche Wahllokale besucht und noch Süßigkeiten verteilt. Er freute sich, dass es in Neuenrade immer gelinge „ohne Druck auszuüben“ genug Helfer zu finden. Schumacher hofft, dass das auch bei der Stichwahl für die Landratswahl am 27. September so sein werde. 

Stadtrat: Neue Gesichter bei den Grünen

Der neue Stadtrat wird nun ganz anders aussehen: Vor allem bei den Grünen. Weder Ulrich Nauman noch Dr. Karl Kaluza werden in diesem Gremium vertreten sein. „Darüber bin ich gar nicht so unglücklich“, sagte Ulrich Naumann. Er gehört zu den Urgesteinen von Bündnis 90/Die Grünen in der Hönnestadt und war sogar schon dabei, als die Grünen noch „eine Liste“ waren. Er war auf Platz vier der Reserveliste und hatte auch gar nicht damit gerechnet in de Rat zu kommen. Zum Wahlergebnis sagte er, dass die Grünen nun in Neuenrade „vom Stammpotenzial“ gewählt worden seien. Da sei Neuenrade auch etwas Besonderes, zudem habe man die Grünen nun in jedem Bezirk wählen können. 

Viel Technik ist heutzutage für eine Kommunalwahl nötig: Handy, Laptop, Desktop, Steuerpult und irgendwo war bestimmt auch noch ein Tablet.

Der Blick auf die Wahlergebnisse offenbart, dass die CDU zwar nach wie vor in den Ortsteilen dominiert, doch im Vergleich zur 2014er-Wahl mussten die Christdemokraten dort ziemlich Federn lassen. Zehn Prozent verloren sie im Bürgerhaus Altenaffeln. Dort hatten sie 2014 noch 82 Prozent geholt. Im Bezirk Landmaschinenverein verloren die Christdemokraten gar 22 Prozent. 

Kommunalwahl in Neuenrade: Vor allem die FDP profitiert

Profitiert hat vor allem die FDP, die in Blintrop, am Landmaschinenverein oder auch in der Kita Küntrop mit mehr als 20 Prozent ihre besten Ergebnisse holte. Auch die Grünen waren dort teilweise stark. Im Gemeinschaftsraum Blintrop holten sie mit mehr als 14,6 Prozent ein zweistelliges Ergebnis. 

Mehr zur Kommunalwahl in Neuenrade lesen Sie hier.

Die SPD blieb in den Dörfern einstellig. Die FWG konnte wiederum moderat hinzugewinnen, die SPD hingegen verlor in einige Stimmbezirken drastisch. Im Bürgerhaus blieb sie unter einem Prozent. 2014 holte sie dort noch knapp sieben Prozent. Unterm Strich verloren die Sozialdemokraten in den Ortsteilen 3,5 Prozent. 

Unterschiede im Stadtgebiet

Im Stadtgebiet sieht es schon wieder differenzierter aus. Halbwegs behaupten konnte sich die CDU im Bezirk Stadtgalerie. Ansonsten gab die Union Stimmen an die anderen Parteien ab. Die niedrigsten Ergebnisse holte die CDU im Stimmbezirk DRK-Begegnungsstätte (33,77 Prozent), im Bezirk Jugendzentrum (32,56) und auch im Freibad Friedrichstal blieb die CDU unter 40 Prozent. In dieser Region holte die FWG hingegen mit 20,24 Prozent ihr bestes Ergebnis von allen Wahlbezirken. 

Wahlleiter Gerhard Schumacher lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen. Unter Corona-Bedingungen als Wahlhelfer aktiv zu sein, war auch nicht unbedingt ein Vergnügen.

Bürgermeister Antonius Wiesemann hat nun enorme 25 Prozent weniger Stimmen bekommen als bei seiner Wahl 2014. Wiesemann verlor in jedem Wahlbezirk erheblich. Mehr als 30 Prozent gingen dem Bürgermeister im Stimmbezirk 162 (Pfarrheim St. Lambertus, jetzt Landmaschinenheim) von der Fahne. Hier gab er eindeutig vor allem an Jan Schäfer (FDP) ab, der dort 24 Prozent einheimste. Das zeigt eindeutig: Konkurrenz belebt das Geschäft. Das beste Ergebnis holte Wiesemann im Bürgerhaus Altenaffeln. Hier strich er fast 67 Prozent der Stimmen ein. Sein schlechtestes Ergebnis erzielte der Bürgermeister im Bezirk Jugendzentrum Neuenrade mit 44,47 Prozent. Und just dort holte Schäfer sein bestes Ergebnis mit 32,13 Prozent. In Blintrop schaffte Schäfer ebenfalls den Sprung über die 30-Prozent-Marke. Bleibt der Hinweis, dass Schäfer von den FWG-Anhängern unterstützt wurde. 

Kommunalwahl in Neuenrade: SPD-Kandidat holt die besten Ergebnisse in der Kernstadt

SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Wette holte generell im innerstädtischen Bereich seine besten Ergebnisse: In den Bezirken Begegnungsstätte, Drahtwerke Elisental und Wilhelmshöhe war Wette mit rund 25 Prozent dabei. Im Bezirk Wilhelmshöhe holte er auch sein bestes Ergebnis (26,21 Prozent). 

Auch wenn die CDU nun ihre absolute Mehrheit verloren hat, so bleibt der Stadtrat letztlich christdemokratisch dominiert. Die CDU-Kandidaten holten ihre Mandate direkt. Und mit der Bürgermeisterstimme hat die CDU noch die Mehrheit. 

Sieben Frauen gehören dem neuen Stadtrat an

Bleibt noch der Hinweis, dass der neue Stadtrat männlich dominiert ist. Nur sieben der 32 Abgeordneten sind Frauen. Zwei Frauen sind unter den fünf SPD-Abgeordneten, zwei der vier Grünen-Abgeordneten und drei der 16 CDU-Abgeordneten sind Frauen.

Mehr zur Kommunalwahl im Märkischen Kreis lesen Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare