In Neuenrade

Kommunalwahl 2020: Opposition sucht gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten

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Antonius Wiesemann tritt im September 2020 für die CDU noch einmal als Bürgermeister-Anwärter an. Die Opposition sucht einen gemeinsamen Gegenkandidaten.

Neuenrade – Bis zur nächsten Kommunalwahl im September 2020 sind es noch zehn Monate. Doch schon längst befassen sich die ansässigen Parteien mit dem Thema – und das nicht nur organisatorisch.

Die CDU als Mehrheitsfraktion im Stadtrat hat sich personell bereits aufgestellt. So verkündete Bürgermeister Antonius Wiesemann  öffentlich seine erneute Kandidatur. Aber auch die Opposition ist kräftig mit den Vorbereitungen befasst. 

Erste Inhalte werden abgesteckt. Unter anderem sucht die Opposition derzeit intensiv nach einem Herausforderer beziehungsweise einer Herausforderin für Wiesemann. Das jedenfalls verriet SPD-Fraktionschef Thomas Wette auf Anfrage der Redaktion. Voraussetzung ist laut Wette, das es „ein unabhängiger Kandidat“ ist, der in der Lage sein sollte, „eine Verwaltung zu führen“. SPD, Freie Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG), Bündnisgrüne und FDP sollen den Kandidaten mittragen. 

Das sind zumindest die Pfähle, die SPD-Fraktionschef Wette einschlägt. Es verweist auf mündliche Absprachen mit den anderen Oppositionsparteien, dass sie einen Kandidaten unterstützen, „der Chancen hat und mit dem sie alle leben können, auf den sich alle einigen“ können“. Es habe bereits Gespräche gegeben, weitere sollen folgen. Und nicht nur die SPD schaue sich um. 

Ziel: Stadtoberhaupt mindestens für zehn Jahre

Eine Eintagsfliege oder besser gesagt ein(e) Eine-Wahlperiode-Kandidat oder Kandidatin soll es zudem nicht sein. Zehn Jahre, so der Wunsch, sollte das Stadtoberhaupt insgesamt schon möglichst an der Spitze stehen, um auch Projekte umzusetzen zu können, sagte Wette. 

Ob derjenige nun möglicherweise aus den Reihen der Oppositionsparteien kommt, ist noch nicht dezidiert auszumachen. Denn im Gegensatz zu Thomas Wette hält man sich bei den bislang kleineren Oppositionsparteien noch bedeckt. Michael Hammer (FDP) sagte jedenfalls. „Wir überlegen noch.“ Er freute sich, dass die FDP alle Bezirke besetzen könne, und vier Neuzugänge (zwei in Küntrop, einen in Altenaffeln und einen in Neuenrade) habe aufnehmen können. 

FWG hält sich noch bedeckt

FWG-Chef Detlef Stägert erklärte: „Zu einem Bürgermeisterkandidaten der FWG kann ich noch nichts sagen.“ Wichtig sei, dass man nun alle 16 Wahlbezirke besetzen könne und einen Kandidaten für den Kreistag habe. Sonst sei man organisatorisch schon recht gut aufgestellt. Anfang Februar sei die nächste FWG-Sitzung zum Thema Wahl. Bei der bislang letzten Kommunalwahl 2014 hatten die Freien Wähler mit Bernhard Peters den einzigen Gegenkandidaten für Wiesemann aufgestellt. Peters holte damals gut 20 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die Bündnisgrünen blicken durchaus zuversichtlich auf die nächste Kommunalwahl. Dr. Karl Kaluza sagte, dass man sich nun in der Findungsphase befinde. Es gebe zwischen den Feiertagen ein Treffen, bei dem man alles strammziehen wolle. Was die Wahlbezirke anbelange, so werde man sicher einen Großteil besetzten können. Zudem freute sich auch Kaluza über personelle Verstärkung. Vier Neuzugänge gibt es demnach. 

Ludger Heitmann will noch nicht

Ein bisschen Schwung ins politische Geschehen um einen Bürgermeister und mögliche Themen bringt Ludger Heitmann. Heitmann, nicht unbekannt in Neuenrade durch sein kulturelles Engagement (Interview-Reihe Rotes Sofa, Fotografie, Schmölen Jochen), veröffentlicht gerne mal das eine oder andere in sozialen Netzwerken, um seine Meinung kundzutun, aber auch „um etwas anzustoßen im Dorf“. So postete er auch die Frage, welche Themen denn ein unabhängiger Bürgermeister anpacken solle. Umgehungsstraße und bezahlbarer Wohnraum für Familien wurden dabei als Themen genannt, Sympathie für einen unabhängigen Kandidaten kundgetan. Er selbst wurde gar ins Spiel gebracht. 

Dass er selbst antreten wolle, verneinte Heitmann auf Nachfrage der Redaktion. Und er schob auch noch eine Videobotschaft nach, bei der er seine Kandidatur zumindest für diese Legislaturperiode erst einmal ausschloss – zum Bedauern einiger Neuenrader, darunter auch Kommunalpolitiker.

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