Kokopelli gastiert in Neuenrade

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Reichlich Applaus für das Kokopelli Saxophon-Quartett, hier mit Georg Niehusmann am Tenorsaxophon.

NEUENRADE -  Erst gingen Monika Arens an der Abendkasse die Karten aus, dann reichte die Bestuhlung nicht aus, um allen Besuchern einen Platz zu bieten. Aber Monika Arens hat mittlerweile Erfahrungen mit mehr als ausverkauften Veranstaltungen und so fanden letztlich doch alle Konzertbesucher eine Sitzgelegenheit. Improvisationstalent zeichnet also nicht nur Künstler aus.

Diesmal war das Kokopelli Saxophon-Quartett der Grund für den Ansturm. Vier Musiker, die es ganz vorzüglich verstehen – laut Definition – ihre Holzblasinstrumente zu bedienen. Vier aus schillerndem Blech bestehende Instrumente, die zwar verschieden waren, aber ausschließlich der Familie der Saxophone angehören, nutzte das Ensemble, um sein Publikum zu begeistern.

Irmhild Haastert, im ForumNeuenrade zuständig für das Ressort Musik und Tanz, hatte im Rahmen der Saisonplanung den Namen Kokopelli als Vorschlag in die Runde geworfen. Keine Frage, die Holzbläser müssen ins Programm, lautete der Konsens. Und Christine Hörmann sowie Thomas Käseberg, Romano Schubert und Georg Niehusmann wurden ihrem Ruf am Samstagabend mehr als gerecht. Nicht nur Irmhild Haastert war begeistert.

Von der Renaissance bis ins Moderne, Kokopelli deckten das musikalische Spektrum der Jahrhunderte mit ihrem neuen Porgramm ab und hangelten sich dabei entlang eines Roten Fadens, der das Etikett Tango trug. Mit Tango um die Welt lautete der Titel und gab den unterschiedlichen Stücken eine Struktur. Dabei behandelten Hörmann und Co die Geschichte, den Werdegang des Tangos – angefangen bei seinen Wurzeln, die der Tango als Bordell-Musik entwickelte.

„Ich bin kein ausgesprochener Saxophon-Fan“, gab Irmhild Haastert im Anschluss an das Konzert zu, konnte ihre Begeisterung aber nicht verstecken. Die Musikalität und Intensität, die die Band ausstrahlte, habe sie restlos fasziniert, gab die Ressort-Leiterin zu. Ein Erlebnis der besonderen Art seien die Teile aus Erik Saties „Sports et Divertissements“ gewesen. Als eintönig im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnete die Fachfrau die markanten Passagen des Vortrags, bei denen Satie Textpassagen in die Partitur eingebettet hatte. Ein Touch von Absurdität gepaart mit eine Portion Komik – Kokopelli inszenierten das Werk so einmalig, wie es sich der Komponist wohl vorgestellt haben muss.

Unterm Strich: Kokopelli für die Villa zu engagieren, war eine richtige Entscheidung und schien den Nerv des Publikums getroffen zu haben – wenn man das Ausmaß des Applaus’ als Maßstab heranziehen darf. Als Zugabe gab es nochmals eine Stück aus Gershwins Feder.

Von Markus Jentzsch

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