Kohlhage stellt sich zur Wahl und beendet die Farce

Lötters (3.v.r.) und Kohlhage (3.v.l.) bilden die neue Vereinsspitze

NEUENRADE ▪ Der Tod von Emil Beck im vergangenen Jahr, dem langjährigen Vorsitzenden des MGV Liedertafel Neuenrade, zwang Dieter Lötters, den zweiten Vorsitzenden, von heute auf morgen den Verein zu führen. Keine leichte Aufgabe, doch Lötters löste die Aufgaben, dank eines funktionierenden Vorstandsteams, mit Bravour.

Da waren sich am Samstagabend während der Jahreshauptversammlung im Sängerheim alle Mitglieder einig. Dass Lötters nun automatisch ins Amt des Vorsitzenden schlüpfen würde, stellte sich indes als Trugschluss heraus. Das langwierige Wahlprozedere glich vielmehr einer Farce.

Im Vorfeld hatte sich der Vorstand intensiv mit der Neubesetzung der Ämter beschäftigt. Aufgrund des Termindrucks sei aber keine Zeit gewesen, mit allen potenziellen Kandidaten persönliche Gespräche zu führen, informierte Siegfried Teller. Vielmehr seien die Entscheidungsträger davon ausgegangen, dass sich zumindest einer der Kandidaten für das frei werdende Amt des zweiten Vorsitzenden zur Verfügung stellen würde, um Dieter Lötters zu unterstützen. Lötters schien aber Zweifel zu haben und bat darum, seine Wahl nach hinten zu verschieben. Er wolle erst abwarten, wer Vize werden würde.

Wahlleiter Rolf Ahrens, der den Lüdenscheider Kreisvorstand vertrat, hatte sich seine Funktion wohl einfacher vorgestellt. Aus den Reihen der Sänger hagelte es Absagen. Diesbezüglich meldeten sich sowohl Lötters als auch das Ehrenmitglied Friedrich-Wilhelm Kohlhage zu Wort und sprachen den Sängern ins Gewissen. Die Zukunft des Vereins stünde auf dem Spiel, wenn sie weiterhin so wenig Engagement zeigen würden. 108 Jahre gebe es den Verein schon und selbst zwei Kriege hätten ihm nichts anhaben können, betonte Kohlhage. Die Worte verhallten.

Kohlhage war es dann höchstpersönlich, der der Farce ein Ende bereitete. Er stellte sich trotz seiner 80 Jahre als zweiter Vorsitzender zur Verfügung und überzeugte Lötters mit dieser Geste, den Vorsitz zu übernehmen. Lötters fasste seine Eindrücke anschließen kurz zusammen und drückte seine Befürchtungen aus, bei der nächsten Jahreshauptversammlung könne sich die Situation weiter verschärfen, wenn sich die Sänger weiterhin so passiv verhalten würden.

Reibungsloser verlief dann die Wahl des ersten Schriftführers. Johannes Drews, der zuvor vom Kreisvorstand und dem eigenen Verein für seine 30-jährige Vorstandsarbeit geehrt wurde, tauschte nach interner Absprache mit dem bisherigen 2. Schriftführer Siegfried Teller die Posten. Die Wahl des zweiten Kassierers endete mit einer Wiederwahl von Ulrich Klauke.

Als die Wahl des Vereinswirts anstand, erreichte die Stimmung einen weiteren emotionalen Höhepunkt. Der Vorstand suchte einen Nachfolger für Peter Drechsler und war sich mit Günter Schmidt einig geworden. Bevor die Wahl durchgeführt werden konnte, stießen Günter einige Kommentare negativ auf. Nach einer kurzen aber hitzigen Diskussion ließ sich Günter wählen, allerdings nur, weil er dem Vorstand zuvor sein Wort gegeben hatte, wie er erklärte.

Weil Kohlhage zuvor als Beisitzer fungierte und nun wieder im Vorstand tätig ist, musste noch ein neuer Beisitzer bestimmt werden. Die Mitglieder stimmten für Manfred Stenzel.

Von Markus Jentzsch

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