Trotz gerichtlichem Baustopp

Kohlberg-Windräder: Es wird wieder gearbeitet

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Neuenrade/Altena – Zumindest indirekt wird an den Windrädern auf dem Kohlberg weiter gearbeitet, obwohl das Oberverwaltungsgericht Münster im Juli einen Baustopp für die sechs Anlagen verhängt hat.

In Küntrop entsteht derzeit eine Zehn-Kilo-Volt-Anlage. Diese Hauptverteilerstation für den künftigen Windkraft-Strom wird unter der Regie von Westnetz errichtet. 

Nur einen Steinwurf vom Küntroper Bahnhof entfernt ist bereits ein Flachbau in Doppelgaragengröße entstanden. Innen sind jede Menge Schaltschränke zu erkennen. Das Gelände ist umzäunt und abgesichert. Große Schilder prangen an den Baustellenzäunen mit dem Hinweis darauf, dass das Gelände überwacht wird. 

Leitungen ziehen sich über gut 3,5 Kilometer

Vom Kohlberg aus ziehen sich die Leitungen über gut 3,5 Kilometer bis nach Küntrop. Sechs Stränge der Zehn-KV-Leitungen sind es in zwei Systemen, erläuterte Maureen Nauen, Sprecherin des Windpark-Investors SL Naturenergie. Für den Bau der Hauptverteilerstation ist Westnetz zuständig. Wie deren Pressesprecherin Julia Snelinski erklärte, habe man schon Ende Juli mit den Arbeiten begonnen. „Die Inbetriebnahme ist für Ende Oktober vorgesehen.“ 

In Küntrop werden die Kabel für den Windpark auf dem Kohlberg verlegt. Die Strecke beträgt bis zur ersten Anlage gut 3,5 Kilometer.

Derzeit sind zwei bis drei Bagger in Küntrop im Einsatz. Die gehören wiederum zu einer separaten Firma, die die Schächte von der Hauptverteilerstation hin zum Windpark zieht. Verlegt werden die bratwurstdicken Kabel zu je einem Dreierbündel zwischen Bahnschienen und Straße via Winterlit bis hin zum Windpark. 

Anlagen müssen befeuert werden

Wie Naturenergie-Sprecherin Nauen weiter erläuterte, müsse die Stromversorgung für die aufgebauten Windenergieanlagen hergestellt werden, um auch „die Befeuerung der Anlagen“ sicherzustellen. Sprich: Die Anlagen müssen durch rote Blinklichter für den Flugverkehr sichtbar sein. „Für die Stromversorgung Generatoren einzusetzen macht ja keinen Sinn“, sagte Nauen. 

Ein Gebäude von der Größe einer Doppelgarage wurde hier errichtet. Es enthält jede Menge Schaltschränke. Das Gelände wird von Kameras überwacht.

Ansonsten ruht das Projekt Windenergieanlagen auf dem Kohlberg weiterhin. „Die stillgelegten Baustellen werden regelmäßig vom Baustellenleiter in Augenschein genommen und kontrolliert“, sagte Nauen. Derzeit widmet man sich bei SL Naturenergie den übrigen Projekten. So gibt es in Coesfeld einen Windpark mit 13 Anlagen, in Tönisvorst zwei Anlagen und in Niederkrüchten vier, welche gerade in Betrieb genommen würden. Zudem gebe es noch Projekte in Hamm und Kerken. 

Gericht lässt Berufung zu

Auf dem Kohlberg kann es derzeit nicht weitergehen, nachdem die Richter des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) in Münster Mitte Juli entschieden hatten, die Berufung der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt und der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“ gegen den Bau der sechs Windräder zuzulassen. Das vorinstanzliche Urteil des Verwaltungsgerichtes Arnsberg wurde damit gekippt und erneut ein Baustopp verhängt. 

Zwei Systeme zu je einem Bündel liegen unter der Erde.

Jetzt dauert es, bis es am OVG weitergeht. So müsse die Berufung begründet werden (Fristverlängerung bis Ende September), dazu gebe es wieder eine Stellungnahme der Gegenseite und dann werde die mündliche Verhandlung anberaumt, sagte kürzlich OVG-Sprecherin Gudrun Dahme. Die Berufung der Windkraft-Gegner wurde zugelassen, weil im bisherigen Verfahren nach Ansicht des OVG die Auswirkungen des Kohlberg-Projekts auf windkraftsensible Vogelarten nur unzureichend geprüft worden seien. Wann der Prozess ungefähr beginnt, vermag niemand zu sagen.

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