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Kohlberg-Windräder: Alle Verfahren eingestellt

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Von: Peter von der Beck

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Lang ist es her: Der Bau der Windenergieanlagen auf dem Kohlberg.
Lang ist es her: Der Bau der Windenergieanlagen auf dem Kohlberg. © von der Beck

Windpark-Betreiber SL-Naturenergie und Bürgerinitiative beenden langen Rechtsstreit.

Neuenrade – 2014 war es, als erstmals die Errichtung eines Windparks auf dem Kohlberg eine greifbare Option wurde. 2016 segnete der Rat den Windpark auf dem Kohlberg mit seinem Teilflächennutzungsplan ab. Jetzt, gut neun Jahre später, drehen sich die Windräder sozusagen legal. Alle Verfahren im Zusammenhang mit den Windenergieanlagen auf dem Kohlberg sind eingestellt, die Parteien haben sich geeinigt. Am Freitag durfte die Einigung öffentlich gemacht werden.

Jeder übernimmt seine Anwaltskosten

Die Sprecherin und Vorsitzende Richterin des Oberverwaltungsgerichtes Münster, Dr. Gudrun Dahme, bestätigte auf Nachfrage, dass es einen Einstellungsbeschluss gibt. „Alle Verfahren sind erledigt. Die Klage wird nicht weiter verfolgt.“ Auch über die Kosten hätten sich die Beteiligten geeinigt. Jeder übernimmt die Kosten des eigenen Rechtsbeistandes. Windpark-Betreiber SL-Naturenergie übernimmt zudem noch die Gerichtskosten.

„Ende gut, alles gut“

Klaus Schulze Langenhorst, Chef der SL-Naturenergie, sagte: „Ende gut, alles gut.“ Er habe immer daran geglaubt, dass alles von vorneherein rechtmäßig gewesen sei. So habe der LNU (Landesverband Natur und Umwelt, der auch für die Bürgerinitiative „Rettet“ den Kohlberg geklagt hatte) die Klage unter den verhandelten Bedingungen zurückgezogen. Schulze Langenhorst ließ durchblicken, dass das Ganze dem Unternehmen massive Kosten beschert habe, allein was die Mobilisierung und Demobilisierung der Kräne anbelange. Abe er sei keinem böse. Es ist gut, dass es jetzt durch ist.“

„Nur mit günstigem Strom Industrie im Sauerland halten“

Unabhängig davon sei die Akzeptanz auch angesichts des laufenden Krieges enorm gewachsen. „Da hat vieles an Umdenken stattgefunden. Und jedem sollte klar sein: Um die Industrie im Sauerland zu halten, sei preisgünstiger Strom durch viele Windräder hierzulande wichtig. Wer Strom verbraucht, wenn Wind weht und Sonne scheint und damit erneuerbare Energien nutzt, der müsse einen Vorteil haben.

Bürgerinitiative gefasst. „Keinen Sinn darin gesehen, weiter zu machen“

Gefasst, angesichts des langen Rechtsstreits, äußerte sich Frank Hoffmann, Vorsitzender der Bürgerinitiative: „Wir haben keinen Sinn darin gesehen weiterzumachen.“ Die gesetzlichen Voraussetzungen hätten sich geändert und einen Sieg unwahrscheinlich gemacht. Er sei aber nach wie vor davon überzeugt, dass der Bescheid für den Bau der Anlagen aus 2016 rechtswidrig gewesen sei und das Vorgehen der Bürgerinitiative gerechtfertigt habe.

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