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Kohlberg: Windräder und Sicherheit im Fokus

Der Bau der Windenergieanlagen auf dem Kohlberg wird in diesen Tagen forciert. Im Rahmen eines Baustellentages können interessierte Bürger die Anlage Nummer sechs besichtigen.
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Der Bau der Windenergieanlagen auf dem Kohlberg wird in diesen Tagen forciert. Im Rahmen eines Baustellentages können interessierte Bürger die Anlage Nummer sechs besichtigen.

Die SL Naturenergie bietet am Samstag, 9. Oktober, auf dem Kohlberg von 13 bis 17 Uhr einen Baustellentag an.

Ein Team ist vor Ort, um vor allem Bürgern in Sachen Windenergieanlagen Rede und Antwort zu stehen. Besichtigt werden kann die Anlage Nummer sechs. Das ist jene, die vom unteren Wanderparkplatz (unterhalb des Skihangs) durch einen viertelstündigen Spaziergang erreicht werden kann.

Auch einen Foodtruck hat SL organisiert, der Fleisch und Vegetarisches anbietet. „Uns ist sehr an einem offenen Austausch gelegen, sodass wir für die Fragen der Bürgerinnen und Bürger gerne zur Verfügung stehen“, heißt es in der Mitteilung von SL Naturenergie. Unter anderem sei auch die Betriebsführung vor Ort.

Drei Windräder sind bereits fertig

Drei Windenergie-Anlagen sind bereits fertiggestellt. An den drei anderen wird fleißig gebaut – mit zwei Großkränen, die je nach Witterung und Windsituation mit der Montage befasst sind. Noch in diesem Jahr will die Unternehmensgruppe die Anlagen fertigstellen. Lange hatte es einen Baustopp gegeben. Die Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz und Umwelt klagt unter Beistand der Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg, die gegen den Bau der Windräder ist. Ein vom Gericht vorläufig angeordneter Baustopp ist inzwischen aufgehoben worden. Die Hauptverhandlung steht noch aus.

Nicht nur im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien sind Windräder aktuell wieder in den Fokus gerückt. Ein umgestürztes Windrad in Haltern (Ursache nach wie vor unbekannt) und eine brennende Gondel (vermutlich technischer Defekt) im Kreis Steinfurt sorgten für Schlagzeilen. Die SL Naturenergie, die in ganz NRW Anlagen betreibt, war nicht betroffen. „Bei uns ist noch nie etwas passiert“, sagte Stefanie Flam von SL auf Anfrage der Redaktion. Es gebe ein Sicherheitssystem. Sämtliche Anlagen der Naturenergie in NRW seien mit dem Internet verbunden. Die mit einer Reihe von Sensoren ausgestatteten Anlagen würden in der Zentrale über Monitore überwacht. Jede Unregelmäßigkeit falle sofort auf. Wenn möglich, werde direkt Abhilfe geschaffen. Zudem gebe es ständig Sicherheitsüberprüfungen. Alle vier Jahre werde die Anlage von einem zertifizierten Gutachter überprüft.

TÜV-Verband will alle zwei Jahre Prüfung

Alle vier Jahre sei dann möglich, wenn es zwischenzeitlich die regelmäßige Wartung und Überprüfung gebe, hieß es vom TÜV-Verband.

Der Sprecher des Lobby-Verbandes, Maurice Schahd, zählt zahlreiche TÜV-Landesverbände zu den Mitgliedern und lässt durchblicken, dass man das gar nicht gerne sehe. Das Intervall sei zu groß und schließe nicht aus, dass Fehler übersehen würden. „Wir fordern deshalb eine unabhängige Drittüberprüfung.“ Alle zwei Jahre sei da durchaus angemessen, sagte er. Und es gehe bei den Gutachter auch um Qualität, es gelte hier „sehr hohe Kriterien“ anzusetzen.

Feuerwehr kann im Brandfall nicht viel tun

Bleibt noch die Brandgefahr. Dazu sagte Stadtbrandinspektor Karsten Runte. „Es gibt ein Anfahrtkonzept auf die Höhe. Dann können wir im Brandfall aber nicht viel tun. Höher als 30 Meter kommen wir mit unseren Mitteln nicht. Dann gibt es noch die Reichweite des Wasserstrahls von 15 Metern. Das reicht bei einer Gondelhöhe von 150 Metern nicht.“ Es gelte im Brandfall weiträumig abzusperren und gegebenenfalls auftretende Zusatzbrände zu löschen. Löschhubschrauber zu ordern, dauere zu lange. Die gebe es leider nicht auf Abruf.

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