Das Königspaar Kaiser sagt dem Volk Lebewohl

Franz-Josef und Renate Kaiser genossen die Kutschfahrt im Festzug als Königspaar in vollen Zügen. ▪

NEUENRADE ▪ „Stillgestanden!“, befehligten am Sonntagnachmittag die Spieße ihre Kompanien Unter- und Oberstadt beim Antreten. Wie üblich nahmen die Kompanieführungen einige „echte Ehrungen“ und einige humoristische vor.

Wo waren die Rosen in den Gewehrläufen der Gewehrsektion in Küntrop, bitteschön? Wohl verkauft, mutmaßte Unterstadt-Spieß Wilhelm Siepker und ließ Werner Humpert vortreten. Als amtierender König der Sektion musste er Rosen unters Publikum bringen – als Ranjid maskiert. „Wolle Rose kaufen?“, sollte Humpert in authentischem Ranjid-Stil fragen. Der Sektionskönig löste die Aufgabe mit Bravour. Etwas einfacher hatte es Tim Grendel, der kürzlich vergeblich versucht hatte, eine ausgebüchste Schildkröte in seinem Garten zu fangen. Siepker spielte die Szene zur Freude des Schützenvolkes liebevoll nach. In den Adelsstand hob der Spieß den Schützen Heinz Schumacher, der bei einer Party Freigraf-Bier ausgeschenkt hatte und dementsprechend zum Freigrafen Heinz vom Unteren Wemensiepen befördert wurde.

Hier gibt es Fotos vom Neuenrader Schützenfest:

Neuenrader Schützenfest 2010

Die Kompanie Oberstadt hadert nach wie vor damit, dass sie seit Jahren den Regimentspokal der Unterstadt überlassen muss. So mussten drei Schützen zum Extra-Training antreten – mit Kugeln aus Spielzeugpistolen galt es einen Eimer zu treffen. Jörg Kittelmann durfte ebenfalls trainieren – wie er unfallfrei mit dem Schellenbaum den Zelteingang passiert. Außerdem ließ Spieß Stefan Janikowski die Jüngsten ihren Ausbildungsstand beim Marschieren demonstrieren. Die „echte“ Auszeichnung der Oberstadt hatte Kompaniechef Bernd Buntenbach für Klaus Hellge: Für den fleißigen Fotografen der Schützen gab es den Orden für besondere Verdienste.

Auf der Grünfläche vor der Villa am Wall trafen die Kompanien, Kapellen und die Küntroper Abordnung dann zusammen – flankiert von einer Vielzahl Schaulustiger, die das noch ungewohnte Bild mit eigenen Augen sehen wollten. Nachdem sich Franz-Josef und Renate Kaiser mit dem Kreiskönig Reimbert Sandt zum Erinnerungsfoto aufgestellt hatten, marschierten sie einmal entlang der Schützen. Anschließend nahm das scheidende Regentenpaar in der prächtigen Kutsche Platz und verabschiedete sich während des Festzugs durch die Neuenrader Straßen von seinem Volk. Nicht nur im Umfeld der Villa, auch entlang der Straßen standen Menschen in Scharen und versüßten Franz-Josef und Renate Kaiser ihren letzten Regierungstag.

Bereits beim Kommers am Samstagabend übergab Bürgermeister Klaus Peter Sasse den Regimentspokal. Der wanderte auch in diesem Jahr wieder und damit zum achten Mal in Folge in die Unterstadt, deren Schützen 385 Ringe erzielt hatten. Kompaniechef Ralf Magiera nahm die begehrte Trophäe entgegen. Für die Unterstadt (379 Ringe) blieb erneut nur Platz zwei, den der Bürgermeister aber mit einer besonderen Überraschung versüßte: Kürzlich war der seit dem Jahr 2000 verschollene alte Regimentspokal wieder aufgetaucht, und den überreichte Sasse nun Kompaniechef Bernd Buntenbach sozusagen als Trostpreis.

Das Schützenkönigspaar, Franz-Josef und Renate Kaiser, zeichnete im Anschluss daran Mitglieder aus, die der Schützengesellschaft bereits seit 60 Jahren die Treue halten. So erhielten Klaus Klinke, Ehrenoberst Friedrich-Wilhelm Kohlhage, Heinz Nöcker und Hermann Schulte den Orden aus der Hand der Majestäten. Hans-Werner Rademacher, Karl Schreiber, Karl Sohre und Heinz-Wilhelm Schulte, die nicht am Kommers teilnehmen konnten, erhalten beziehungsweise erhielten den Orden bei anderer Gelegenheit. ▪ maj/gör/vg

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